nach Herlbronn.
rd
Du mehr als unbegreiflichs Weftir,
Du höchst erhabner Zebaoth,
Du kannst auch die Gedanken lesen,
Du bleibst der Helfer iu der Noth,
Der Unschuld Schild, Lohn und Belohnet',
Vor welchem aller Welt Dragoner,
Der Hölle Stirnrades Meeres Wind,Geringer als ein Staublein sind.
4 -
Zerbrich die Macht der großen Farren,
Der bösen Rotte insgesammt,
Der fetten Ochsen und der Narren,
Die von dem Satan angestammtGewissenlos dem Fürsten rathen,
Daß durch gehäufte UebelthatenEr sich und seinen FürstenstuhlVersenket in des Schwefels Pfuhl.
Ich suche keines Menschen Gnade,
Ich bin auch keines Menschen Knecht,Damit mein Thun nicht andern schade,Begehre ich das schärfste Recht,
Ich will dem Tod entgegen laufen,
Ich sterbe auf dem Scheiterhaufen,
Wo man mit Recht beweisen kann,
Daß ich was wider Pflicht gethan.
6 .
Bin ich nun aber von Verbrechen,
Vom vorgerückten Anstoß frey,
So muß Gort endlich für mich sprechen,
Und weisen, daß er Richter sey.
Dann wird es ungerechte FürtenNach einem Tropfen Wasser dürsten,
Der ihre matte Junge kühlt,
Wenn sie die Pein der Flamme fühlt.
7 -
Man hat mich erstlich ausgetriebenMit vieler Ungerechtigkeit,
Dann hat man wider Gott geschriebenMit äußerster Verwagenheit.
Drauf hat man gar mein Weib erschlagen,Und da ich nach der Schuld muß fragen,Verstummt der Feind und rufst: Geduld!Der Fürst allein hat alle Schuld.
8 -
Er aber sitzt im Regimente,
Er schweigt, wann man die Unschuld plagt,Er bleibt im Lande der Regente,
Und hört doch nicht, was Wahrheit sagt,
Er kann auch als ein Fürst auf ErdenDurch Menschen nicht gezwungen werden,Daß er, was Wort und Geist betrifft,
Sich hüte vor der Schlangen Gift.
9 -
Ihn, scheut sich Tiezmann nicht zu gebenDes Mittlers Jesu Leib nnd Blut,
Der Miethling heißt den Tod das Leben,
Die Lügen Wahrheit, Böses Gut,
Des Teufels Unflat reine Lehre,
Die größte Schande nennt er Ehre,
Und sagt, daß alle TyranneyNur lauter Gnade für mich sey.
IO.
Er kann unmöglich lange stehen,
Drum scheuet er das Recht und Licht,
Sein Frevel muß bald untergehen,
Die Wahrheit Gottes trüget nicht;
Ich lasse Güter, Sold und Häuser,
Ich nehme keinen Schutz vom Kaiser,
Die Unschuld schützet mit der That,
Ob sie gleich keinen Schutzbrief hak.
H.
Doch soll ein Knecht dem Fürsten weichen,
Ja, das ist ungezweifelt wahr;
Ein Schiff laßt oft die Segel streichen,
Damit es meide die Gefahr:
Wohlan.'das muß mein Fürst bedenken,
So wird er Gott nicht ferner kränken,
Als wider dessen MajestätDer vorgerückte Anstoß geht.
ir.
Die Wahrheit Gottes zu besiegenSind alle Fürsten viel zu klein.
.Hier mußt du, Markgraf, unten liegen,
Sonst könnte Gott nicht Gott mehr sey»;Drum sey dir mein und Rahels LebenAuf deine Seele hingegeben,
Gott weckt nach dieser Zeiten LaufDich, Mich und Rahel wieder auf.
NL. Iu dem unter des D- Handels Schriften ge-fundenen Original war die sechste Strophenachfolgender Gestalt von dem D. Handelselbst geschrieben und mit einer ganz ander»Dinte corrigiret:
Bin ich hingegen von Verbrechen,
Vom vorgerückten Anstoß frey,
So muß Gott endlich für mich sprechen,Und weisen, daß er Richter sey.
Dann aber wird es (" "Au^) Ersten
Der Zunge kühlt,
Wann sie der Flammen Hitze fühlt.
«3 -