Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1463
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von Mannheim, Heidelberg und der Bergstraße. 146z

und niedern Landen kommen einander fast gleich, und laufen jährlich auf eine Million Gul-den. Das übrige kann also auf den Staat und Truppen verwendet werden. Wie hochdie Einkünfte des Herzogthums Neuburg und der dazu gehörigen obgleich der Nachbar-schaft nach abgesonderten Aemter sich erstrecke, habe ich nicht in Erfahrung bringen können.

Die Zweybrückischen Länder, so einer besondern Linie gehören, tragen dreymal hundert tau- Von Zwey-send Gulden ein. Die Aufführung des ißigen Pfalzgrafen Gustav Samuels, in Ansehungsowohl seiner Religions-als Heirathsgeschäffte sind meinem Herrn bekannt. Es wurde ihm, Undankbar-sobald es möglich war, durch den König StanislauS der unvermuthete Todesfall des Kö- keit desniges in Schweden Karl des zwölften zu wissen gethan, damit er desto eher das ihm zuge- Pfalzgrafen.fallene Fürstenthum in Besitz nehmen möchte, und dessen ungeachtet war der Pfalzgraf soundankbar, daß er den Skanislaus nicht nur aus seinem Lande gehen hieß, sondern auch nichteinmal einen einzigen Wagen, um die Bagage fortzubringen, hergeben wollte; bey einemso schlechten Zustande des Königes StanislauS, daß er nicht mehr als zwanzig Louis d'orbaareö Geldes im Vorrathe hatte.

Der nächste Erbe zur Chur ist der Pfaltzgraf zu Sulzbach Johann Christian, dessen Von demLeibesconstitution aber kein langes Leben verspricht -r). Er ist bey seinen jungen Jahren Pfalzgrafenschon außerordentlich dick, speiset des Tages viermal und trinkt bey jeder Mahlzeit drey ^ Sulzbach.Maaße Wein, ohne zwo Maaße Tockayer, die er täglich zu sich nimmt.

Nach ihm und seinen Descendenten fällt die Churfolge auf den Pfalzgrafen von Bir- Pfalzgrafkenfeld, welcher der evangelischlutherischen Religion eifrig zugethan ist, und sich in Ansehung vvnBirken-der Lebensart seit etlichen Jahren, in vielen Stücken zu seinem Besten verändert hat. Vor-dem liebte er die Plaisirs allzusehr ä).

Von der Fruchtbarkeit der pfälzischen Oberlande kann man schon ein hinlängliches Ur- Fruchtbar-theil fällen, wenn man nur in Betrachtung zieht, wie oft sie seit hundert Jahren von den ke>t der Pfalz.Feinden auf recht barbarische Weife verwüstet worden sind, da sich doch indessen die Unter-thanen bald wiederum haben erholen können. Die Franzosen meynken, durch Sengen undBrennen das Land ganz ruinirek und durch Mangel der Nahrungsmittel von Einwohnernentblößet zu haben, als wenige Zeit hernach die Leute aus ihren Löchern und Winkeln sichwieder xinfanden und die Gegend abermals bebaueten. Es scheint auch nicht, daß manden Krieg in hiesigen Gegenden als eine so große Landstrafe ansehe, wie in andern Ortengeschieht; wenigstens merket man nicht, daß die Einwohner überhaupt dadurch frömmerworden sind.

Im Jahre 1634, nachdem die Franzosen in vorhergehenden Kriegen schon mbel mit den Nachrichtenpfälzischen Landen gehauset hatten, und da im Namen der Madame dDrleans unerhörte vom Chur-Foderungen mit harten Bedrohungen (die mehr als zu viel erfüllet worden) gemachet wur- fürst Karlden, und zwar zu einer Zeit, da aus dem barbarischen Verfahren gegen die Reformirten dritten,genugsam abgenommen werden konnte, was sich die reformirte Pfalz von einem solchen Fein-de zu versehen hätte, brachte der letzte Churfürst aus dem Hause Simmern die meiste Zeitmit Ergötzlichkeiten und prächtigen Auszügen zu, welche einer Hoffräulein von Rid, inwelche er verliebt war, zu Gefallen angestellet wurden. Unter andern nahm der Churfürstnebst dem ganzen Hofe die Kleidung, den Namen und das Ceremoniel des Großsultans an,

die

Mttsr hat sich folgende Unterschrift paaren -) Er starb auch wenig« Zahre nach seine»müssen: zweyten Vermählung.

Gott segne diese Pfal; beym Rhein H Christian der dritte, Pfalzgraf zu Birken-

Von Jahr z« Jahr mir garem Wein. ftld, gebohren 1674, starb im Frühjahre 1735.