Weinheim.
VetrctsKs.
Münze inMuschel».
Mannheim.
,466 xcvn. Brief. Nachrichten
höher» Preis mit annehmen muß, so können diejenigen, so mit baarem Gelde versehen sind,die Ohme Wein gemeiniglich zu fünfzehn und mehr Thalern Hinausbringen. Die Pach-tungen der Güter in diesen Gegenden werden meisteutheils mit Früchten in naturs ab-getragen.
Von dem guten Boden und dem warmen Lümate der Bergstraße kann man auch dar-aus ein Urtheil fallen, daß nach der Rockenerndte das Feld nochmals mit Spelze, Buch-waizen oder Haber besäet und in eben dem Jahre geerndtet werden kann.
Mitten in dem schönsten Striche der Bergstraße liegt das Städtlein Weinheim,welches in Ansehung der gesunden Luft vor andern ein so gutes Lob hat, daß Man die Kinderder in der pfälzischen Historie genugsam bekannten Freyinn von Degenfeld, wenn sie krankworden, gemeiniglich hieher gebracht hat. ' Dieser Ort besteht aus vier hundert u§d fünf-zig bis fünf hundert Häusern und briitht dem Churfürsten von der Pfalz jährlich bey zweyund zwanzig tausend Thaler ein. Ob man gleich daselbst, wie in dem übrigen pfälzischenOberlande, was die Anzahl der Einwohner anlangt, drey Reformirte und zween Evangeli-sche gegen einen Römischkatholischen rechnen kann, so sitzen dennoch im Rathe nur drey Re-fsrmirte und drey Lutheraner gegen sechs Katholiken:
Um der ketrekaäorum alihier nur mit wenigem zu gedenken, so finden sich bey Wein-heim treffliche 8rrombi koNles grsnulm, wie auch kleine LoncliL von der Art, welche we-gen ihrer Schönheit Vcneroa und von den Italienern bocca creruit» genennet wird. Die-se Muscheln sind so hart, daß ihnen kein Wurin etwas anhaben kann.
Nach dem Zeugnisse soi-ini (?art. Ill, cap. 62) dienten sie schon vor alten Zeiten zurMünze in Congo, und nach dem Berichte der neuern Reisebeschreibungen braucht man sienoch heute zu Tage nicht nur in itztgedachtem Königreiche, sondern auch in Angola, Loanda,Guinea und den Maldivischen Inseln, in welcher letzten Gegend sie geschehet werden, anstattGeldes, dergestalt daß achtzig Stücke derselben einen k»m ausmachen, und man dafür einHuhn haben kann. Ein Duzend junge Tauben kostet zween ?uni und ein Spanferkel, fünfkom. Für hundert und achtzig Pfunde dieser Muscheln, pariser Gewichts, kann man aufden Küsten von Guinea einen Sklaven kaufen. Daß auch die Westindianer vieles Wesendaraus machen, kann man in dem ostindischen Hause zu Amsterdam an der großen Mengesolcher Muscheln sehen, welche von der orientalischen Compagnie aus Asien gebracht, undan die westindische Compagnie, das Pfund für acht holländische Stüber verhandelt werden.In Asien führen sie den Namen von Lautes, Loxvtles und L«ri«, und ihre Sammlung oderFischerey wird in Kongo und Angola, (wie der Börnstein in Preußen) gleichsam unter diekcZalia gezählet.
Sowohl von Weinheim als von Heidelberg werden vier Stunden nach Mannheimgerechnet. Dieser Ort liegt in einer niedrigen Ebene, und ist ;ine der schönsten Städte,deren Deutschland sich zu rühmen hat. Die Straßen sind gleichsam nach dem Winkel-maaße eingetheilet, dergestalt daß man an jeder Ecke in vier Gaffen sehen kann. Bey die-ser regulairen Schönheit fehlet nichts als einerley Größe der Häuser, welche wenigstens inAnsehung der Höhe hätte beobachtet werden sollen. Dem großen Markte geben die katho-lische Kirche und das Rathhaus nebst dem dazwischen stehenden Thurme eine zierlicheSymmetrie. An dem Rathhause zeiget sich die Statue der Gerechtigkeit, und an der Kir-che
c) klitk. dlst. litt. II, csp. loz: Klgr!» As lukinsnt. (^uxclgm vero -5- clulccr inter le
«se (sg>iX) gugrum natura Kravivr, rnsßi» invr- kuperuusiR gliss. Vt in kucino lucu inveLtur
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