von Heidelberg, Mannheim und der Bergstraße. 1469
roli I. IckalU I^anclAravü, Iwmcipis Merzte!ci. Comit. Lattor. Oloo- 2c5clr2um-
bni-A monetg prima aurea Leicrae aurillu«. Durch ein öffentliches Edict ist jedem Bau-er, der sich dazu angiebt, erlaubt, solches Gold zu sammlen oder zu waschen, (welches über ei-nem zottigen Tuche geschieht) allein er muß es hernach an die fürstliche Rentkammer lie-fern, woselbst ihm neun Thaler fürs Loth gezahlet werden. Die Eder kömmt aus demWaldeckischen, woselbst sie noch reicher an Gold ist. In dem Schwarzburgischen sind sie-ben dergleichen Goldführende Bache, worunter die Schwarze das meiste hat; allein es wird Aus derwenige Mühe auf die Sammlung gewendet, weil der Fürst den Bauern nicht mehr als acht Schwarze.Thaler fürs Loth zahlen will. In der Saale findet sich gleichfalls Goldsand und hatte die Saale.Wittwe des berühmten Georg Adam Struv zu Wenig-Jena eine Goldwäsche, von welchersie vielen Vortheil zog.
Andere Merkwürdigkeiten der Naturgeschichte hat man vermittelst verschiedener Glie-der von fremden und ungeheuer großen Thieren aus dem Grunde des Rheins hervorgebracht,und gehören insonderheit dahin zween große Fischzähne, welche bey Roxheim in der Nach-barschaft von Wormö von Fischern herausgezogen und vom D. Joh. Pincier an denGrasen von Solms, der sie in dem Schlöffe Lichen an einer eisernen Kette aufhängen lassen,geschenket worden. Es waren solches Backenzähne, die sich in viele Wurzeln vertheiltenund noch in einem Stücke des obern Kinnbackens fest faßen. Der D. Pincier will an itzt-gedachtem Kinnbacken zwey große Löcher oder Röhren beobachtet haben, von welchen seinUrtheil dahin ausfällt, daß es Canäle gewesen, durch welche der Fisch das eingeschluckte Was-ser wieder in die Höhe geworfen habe. Allein weil er selbst gesteht, daß diese Röhrennicht mehr ganz gewesen, so kann es wohl seyn, daß sie dasjenige nicht waren, wofür man sie an-gesehen, und daß besagte clemeg m.ckareg eigentlich einem Elephanten zuzuschreiben sind, vonwelchem Thiere man hier und da in diesen Gegenden G-iedmaßen gefunden hat. Bey demApotheker Ginelin in Tübingen findet sich noch ein Unterkiefer eines Elephanten, der zwo. Stunden von Mannheim aus dem Rheins gebracht worden und dem k)mLormt locklligleicht. Er ist sehr mürbe und wiegt fünf und dreyßig Pfunde. Ein dabey gefundenes Hornist ganz porös und mithin leicht, dergestalt, daß es nur achthalb Pfunde wiegt, ob es gleicheine Länge von ungefähr zween Schuhen hat. Den obern Theil eines Elephantcnkopfeö,welchen man nahe bey Mannheim sieben Fuß tief aus dem Neckar hervorgebracht, habe ichin dem schönen Kabinette des D. Kisner in Frankfurt am Mayn bemerket. Dieser Kopfwiegt zwey hundert und ein Pfund, seine Länge erstrecket sich beynahe §uf fünf Fuß, undentdecket man an demselben gar deutlich den Canal der ^lochillse lpmalis, den ?rocelInmspbocnoiäeos, die obern Backenzähne, die Augenlöcher oder orbikaz Oculorum, deren Dia-meter von zwölf Zollen sind, und die Stellen, worinnen die elfenbeinernen Zähne befesti-get gewesen. Einer von diesen äußern Zähnen ist gleichfalls daselbst noch vorhanden.
Bey Worms hat man Ribben von ungemeiner Größe ausgegraben, und bey Anlegung derBefestigungswerke zu Mannheim einen Backenzahn, der zehn und ein vierthel Pfund amGewichte gehalten.
Beym Schlüsse der Nachrichten von Mannheim finde ich noch zu erinnern, d«ß die- Mangel derser Ort nicht genug Einwohner zu haben scheint. Wenigstens ist alles stille auf den Stras- Einwohnersen, und weil auch der Churfürst wegen seines kränklichen Zustandes wenig aus seinen Zim- ^E"'
mern kömmt und nicht nach dem äußerlichen Prachte des Hofstaats fraget, so bemerket mandiejenige Menge von Caroffen und vornehmen Leute» nicht, welche man in einer chursürstli-chen Residenz zu vermuthen pflegt. Der Graf. von Vehlen hat den Rang über alle Be-
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