*470 xcvm. Brief. Von Darmstadt,
diente und geheime Staatsräthe, ob er gleich nur Oberstallmeister ist, und geschieht solches,weil er von Jugend auf beym Churfürsten gewesen ist. Diejenigen, so dem pfälzischenHause zugethan sind, fürchten nach dem Tode des ißigen Churfürsten eine große Verände-rung, was die Succession in den Iülichischen und Bergischen Landen anlanget (*). DieZeit wird uns darinnen ein mehrers lehren, indessen schließe ich mit denen Worten, diemit ihren Zahlbuchstaben das ißige Jahr ausdrücken:
ob-vrla In Des, öc In tsrra paX IiiMInIbVs.
Mannheim, «
den 28 März, i?zr.
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Acht und neunzigstes Schreiben.
Von Darmstadt, Frankfurt, Mainz, und Landau rc.
Darmstadt.
D
Schloß.
Aug vonHirschen.
Große Spargel.
Frankfurt.
^^er Zustand des fürstlichere-darmstädtischen Hofes ist meinem Herrn bewußt, und habe^ 1 ich also nicht nöthig, mich mit Nachrichten, welche man nicht gern bekannt gemachtsieht, aufzuhalten. Die Gräfinn von Seibelsdorf, des Generallieukenancs vonSpiegel Tochter, ist noch hier. Ihr Mann, der Graf von Seibelsdorf, der sonst in Hesssencasselischen Kriegsdiensten gewesen, starb im Jahre 1725 zu Straßburg am Podagra.
Die in Unordnung gekommene Finauzkammer ist Ursache, daß der kostbar angefange-ne Schloßbau nicht fortgeführt wird. Das Modell, wie das ganze Gebäude hat ausge-führt werden sollen, ist in dem Schlosse zu sehen, und dabey wird es vermuthlich bleiben.Man hat allhier einen starken Hirsch, der in der Carriole zieht, und fünf andere, die nebsteinem Pferde vor Kutschen gespannet und mit Trensen regieret werden.
Von dem guten Grunde und Boden dieser Gegend kaun man daraus urtheilen, daßim verwiesenen Jahre zu Darmstadt Spargel gewachsen, davon ein Stück ein halbes Pfundgewogen, und hat man dergleichen an den, Churfürsten von der Pfalz zur Probe geschickt.In Oesterreich pflegt man über die aus der Erde hervorkommende Spargel ausgehöhleteHollunder oder andere Röhren zu stellen, unter deren Bedeckung der Spargel hoch an-wachst und indessen doch ganz weich bleibt, weil die grobe Luft nicht zu ihm kommen undihn hart machen kann.
Von Darmstadt nach Frankfurt sind drey Meilen in einem meist sandigen Wege. Der -lehtgedachten Stadt'Lob giebt Peter Lmdenberg mit folgenden Worten:
Oives »puin, nmnäi microcostnuz, Xlartia muris,
Osrmana täomclam, stilis XlsrcurU,
Ilt clara cmporio, A rsrum penuaria cesta oll,
Vrbs a strsiicorum 60' voeMita vaclo:
Lui nil V! stipori, cni iiil nstura neAgvit,
blam st gure ckestint, nee stbl niun6us stabet.
- Ihre
(*) Jedermann weis aus den neuesten Ge- Provinzen mit Zufriedenheit des prrußischm Mo-fchichten, daß der itzige Churfürst die gedachten narchen behauptet hat.