Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1471
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Frankfurt, Mainz, und Landau rc. 1471

Ihre Messen sind durch ganz Europa berühmt, und haben mich etliche erfahrne Han-delsleute versichert, daß man die Waaren einer einzigen solchen Messe, (nämlich sowohl die- der hiesigenjenigen, welche in den Magazinen verwahret liegen, als die in Buden ausgestellet sind, zu- Messen,sammen gerechnet) nicht mit zehn Millionen Thalern würde auskaufen können.' Solchem-nach kommen ihnen die Leipziger Messen nicht bey, obgleich diese wegen des kleinern Ortesmehr in die Augen fallen.

Die jährlichen Einkünfte der Stadt Frankfurt werden auf sechsmal hundert tausend Einkünfte.Gulden geschähet. Unter denen Merkwürdigkeiten, welche ein Fremder an diesem Ortein Augenschein zu nehmen hat, kann die ^urea Lull-i obenan gesetzet werden. Sie wird auf äures Lall«,dem Rathhause oder auf dem Römer verwahret, und liegt in einer Kapsel von Schildkrötenund Perlenmutter, deren Futter von gelbem Sammet ist. Das Buch selbst ist sehr be-schmuzt, und übrigens vorn i-nvi^n^nio weitläuftig beschrieben.

Die Brücke von Frankfurt nach Sachsenhausen über den Mayn ist vier hundert und Mapnbrücke.fünfzig gemeiner Schritte lang, und liest man über dem Thore derselben in goldenen Buch- Ä"sinptio-staben:

I.eopoIcko I.

komauo Imperators /VuAuckissimoLermaniL tcknng«riL 6oliemj-e Z.SZSIHllci kstriL vere ?strekeliciter Impcrii llubenaz tsmpcrantelurriruin boc propuZuaculutNKeftauravit

s. r. x.

Zur Seite stehen die Verse:

Vjve ckm Lwlär, vivar ckomus incl^ta, vivütImperii coluirien, vlve lulutis apex.lot 'I'ibi Olznnpiackss ckevolvant stamme?are»,

(chiot laut f<PLtincii8 ^rsns papaveribus.

'Lt poiigukim lonAos reAnaaclo expleveris anno!,

Orbe triampbato Viclior ack gstra reckt.

Unter beyden Jnscriptionen ist die Jahrzahl 1677 angedeutet.

In der Domkirche ist vor dem großen Altare das Grabmaal des Kaisers Günther Domkirche,aus dem Hause Schwarzburg zu besehen, und nahe dabey die Kapelle, worinnen die kaiser- Günthersliche Wahl zu geschehen pflegt. Sie ist gar schmal, finster, und außer dem rothen Tuche, Grab.womit sie beym Altare, woselbst die Churfürsten oder ihre Gesandten sitzen, beschlagen ist, Wahlkapelle,ohne allen Zierrath. An der Wand hängen verschiedene gedruckte philosophische Uteles,z. E. Orcki^o Imgica Ac. t^rbor lcismiL in luas ckistincfta propsAine« ötc. kckozxigo?b^6cw.

est stiomis speculativa 6tc. und vergleichen Schulfüchsereyen, die sich besser in eine je-suitische und metaphysikalische Schule als hieher schicken.

In itzrgedachter Kirche ist auch eine künstliche Uhr zu bemerken, und besteht solche aus Künstlichedreyen Hauptabteilungen. Die unterste davon, so als ein Kalender anzusehen ist, hat ver- Uhr-schiedene Kreise. Der erste zeiget die Monate; der andere die güldene Zahl nebst des Mon-des Ab- und Zunehmen; der dritte den Sonntagsbuchstaben, welcher in den Schaltjahrendoppelt ist, dergestalt, daß der erste vom Anfange des Jahres bis auf den 24 Februar, undder andere bis ans Ende des Jahres zum Vorscheine köinmk. Der vierte und fünfte Kreis

prä-