Frankfurt, Mainz und Landau re. 147z
Die sogenannte schöne Gasse hat gute Häuser, ist breit, eben und mit einem aissehnli«chen Springbrunnen gezieret. 9 !icht weit davon steht ein prächtiger Pallast, welchen zween "
Brüder von Dalberg, deren der eine hiesiger Viceäoin und der andere Abt zu Fulda ist, ha-ben erbauen lassen. Ueber dem mittlern Eingänge liest man die Worte:
GoiiGolDla krutrVXl eroXlt.
Gegenüber ist das Jngelheimische Haus, welches zwar sehr weitläuftkg, in Ansehung derBaukunst aber dem Dalbergischcn nicht zu vergleichen ist. Man findet in hiesiger Gegend SchöneStei-einen rochen Sandstein mit weißen Adern, (dergleichen man in Marmor wahrnimmt) wel- ^ juGebau-chcr den Gebäuden ein gutes Ansehen giebt. Das deutsche Haus wird aniHt ganz neu und .
kostbar gebauek. Haus.^^
An dem Residenzschlosse ist nichts sonderbares zu sehen; die Favorita aber ist ein neues Favorit».Werk, welches sowohl wegen seiner läge und Aussicht über den Rhein und den Mayn, alsauch wegen der Eintheilung der Gebäude und in Ansehung der Orangerie, Hecken, Pyrami-den, Statuen, Cascaden und andern Wasserkünsten des Gartens, die Neugierigkeit einesReisenden vergnügen kann. Daö Gebäude für die Orangerie ist eigentlich das Lorps 6sL.ogis, und die drey Häuser, so sich auf jeder Seite präsentiren, dienen den Cavaliers undBedienten zur Wohnung, wenn der Churfürst sich daselbst aufhält. Das Gebäude, so zuseinem äogiment gewidmet ist, steht nicht in der Symmetrie, und hat außer einem Saalenichts schönes um sich.
Der Favorita gegenüber und ehe der Rhein die Stadt Mainz erreichet, fällt der Mayn Vereinigungin denselben; das Gewässer von beyden Strömen aber fließt lange Zeit ohne sich mit einan- des Mapnsder zu vereinigen. Das Auge kann solchen Unterschied leicht erkennen, weil das Wasser des mit demMayns röthlich und trüber als das andere ist. Die völlige Vereinigung geschieht erst vierMeilen unterhalb Mainz bey Bingen, da die von beyden Seiten sich nähernde Gebirgebeyden Strömen gleichsam Gewalt anthun, und sie zu näherer Freundschaft nöthigen. ZuMainz kömmt man vermittelst einer Schiffbrücke, die siebenhundert sechs und sechszig gemei- Schiffbrücke,ne Schritte lang ist, über den Rhein. Die römischen Geschichtschreiber gedenken schon die-ser Stadt, und hat man an vielen Orten nicht nur alte römische Münzen, sondern auch rö- Römische Al-mische Statuen, Altare und Jnscriptionen ausgegraben (*). Etliche geben den von seiner terthümer.Gestalt genannten Eichelstein für ein Grabmaal Llsuäii Orn6 6ermamci aus, allein mit Eichelstein,schlechtem Grunde, und scheint er vielmehr die Dienste eines Wartthurms gethan zu ha-ben (**). Heut zu Tage ist er mit in den Befestigungswerken der Citadelle auf dem St.
9B 2 Ja-
ni8in6. aber schreibt mit vieler Zuversicht
cbron. I. IH, c. 4 : klontiratur acltnic monumen-tum Oruli ÄtoAUntlL per inoäum pvr.r. Und
LonraO Lelces ist seiner Sache eben jo gewiß
sp. rLvr 1 n 6 Ln. terin. conviv. p. zs:
- stoFuntiscT gu« Ü3nt in iriwnibus urdisüoilieitss ocnios nnicg curs ineos.
Inter cpix Ornü srclna kniis Xcronirl?isr3 3 6crni3nis nominZ primus dZden».
Alle diese Gründe haben Temeln billig zu schwachgeschienen in den Mvnathl. Unterred. I. ,6§8,
S- 670 u. f Was soll man aber von denen sa-gen, die entweder das Grab eines hepdnischcnFürsten Eigel, oder das Denkmaal des Alexan-der
ern Main; redet nüns i-L ü. eosinoZr. p. 480:
dlvKUntiscum paullo remotiu» 3 Kdcno sbtuit,1ä guoä ruin« gusellsm 3llduc in sgro dloZunti-Do otienllunt. Lt ndi doäie ck dtoguntiscum,olim muniments fuere Noiri3norum säverlur ^le-wsnnos sil ipszur Iddeni ripsm.
(**, Dasganze Vorgeben von demGrabmaa-le des Drusus beruhet auf dem Zeugnisse des
LVl'ieooiVS brevisr. bitt. rom. l. VII, c. 8:koü kimc Ll^ullius fuit,p3truus tl-lliAnI«, vruii,gui gpucl ^IoA»ntl3cnm inonlimentum lisdet, 6'lius, eujus L LsilKttl» nepos er3t. oio
81V 8 bild I.;; redet schon ungewisser, wenn erdieses Grabmaal ^ lagert, or'ro