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Wieweitman das Ge-schütz höre.
Weißenburg.
Hagcna».
Saverne.
Luneville.
Schloß.
xcix. Brief. Von Luneville, Nancy
Man hat angemerket, daß Landau von einer Belagerung zur andern immer besser ver-theidiget worden, und verdienet Melac in diesem Stücke den wenigsten Ruhm, indem er vorder Zeit und allzuhiHig seine Kriegsmunition verbraucht hatte.
Wahrender letztem Belagerung im Jahre 171z war ich zu Cölln am Rhein, und konn-te man außen vor der Stadt bey stiller Nacht, wenn man das Ohr gegen den Erdboden hielt,alle Canonenschüffe, die vor Landau geschahen, zählen, obgleich diese beyde Oerter über dreys-sig deutsche Meilen von einander entfernet sind. Als die Franzosen im vorigen Jahrhun-derte Genua bombardirten, hörte man das Schießen neunzig italienische Meilen davon (ingerader Linie gerechnet) zu Livorno. Die Lage der Berge und Thäler kann solchergestaltbeschaffen seyn, daß sie den empfangenen Schall vielmehr weiter befördern als auffangen,und mag dieser Ursache zuzuschreiben seyn, daß man im Jahre 1706 zu Lausanne das Cano-niren vor der Citadelle zu Turin, welcher Ort siebenzig Stunden entlegen ist, vernommen.Als zu anderer Zeit ein Pulvermagazin in besagter Citadelle in die Luft flog, hat man dreyStunden davon zu Verua eine größere Erschütterung davon verspüret, als in der Stadt Tu-rin ; und da vor ohngefahr zehn Jahren der Pulverthurm zu Ober-Aurach sprang, erzittertedavon das sechs Stunden entfernete Schloß zu Tübingen.
Auf meiner Reise von Landau nach Luneville habe ich wenige Merkwürdigkeiten ange-troffen. Die Wege sind schlecht bis Weißenburg, woselbst man auf die LbmllE kömmt.Jhtgedachte Stadt liegt in einem geräumigen Thale, und hat nur alte Besestigungswerke.Hagenau ist größer und fester, aber unordentlich gebauet. Die Gegend um Saverne istangenehm, mit Alleen gezieret, und weil der Kardinal von Rohan sich öfters in seinem um-gebaueten Pallaste allhier aufhält, so hat er sowohl zu seiner als der Fremden Ergötzung, diean der karforce-Jagd Belieben haben, die Waldungen mit verschiedenen geraden Straßendurchhauen lassen. Gleich über Saverne hinaus hat man einen steilen Berg zu übersteigen,auf dessen Höhe eine Jnscription im Felsen andeutet, daß dieser Weg im Jahre 1616 zuStande gekommen und nach dem weiten Gleise eingerichtet worden. Zu seiner Vollkommen-heit wird er nun erst gelangen.
Das lothringische Geld ist gar leicht, und rechnet man ein und dreyßig lothringischeLivreö gegen vier und zwanzig französische.
Luneville,den r May, 1731.
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Neun und neunzigstes Schreiben.
Von Luneville, Nancy und dem Lothringischen Hofe.
(Luneville ^ar vor dem Jahre 1702 ein schlechter Ort, da aber die Franzosen zu Anfangedieses Jahrhunderts Guarnison in Nancy geleget hatten, begab sich der vorige Herzogvon Lothringen, um dem Kaiser allen Verdacht einer Parteylichkeit zu benehmen, anden erstgedachten Ort, und legte daselbst ein Schloß an, worinnen er sich hernach wenigster Salle Sommer aufzuhalten pflegte. Vor dreyzehn Jahren wurde öieses Gebäude durch eineFeuersbrunst großentheils verzehret, in kurzer Zeit aber noch prächtiger, wie ein Phönix aus
seiner