1514 Bedenken über die Reduetion
ein, die vordem unbekannter als des Typotius Relation gewesen, und den itzklebenden erzählte,was im Jahre 1600 den März geschehen, da nämlich vier Regierungöherren, als zweenBauern, einem Spar und einem Melken die Köpfe abgeschlagen worden. Der König,dem aus der Reduetion goldene Berge versprochen worden, und auf dem Papiere gleichsamvorgemalet stunden, vermeynte, es sey ihm durch diese Anschläge gar wohl gerathen. Da-mit es aber nicht das Ansehen gewinnen möchte, als wenn der König so was hartes begehreund fodere, so wurde durch den Reichsrath N. N. 6) angegeben, daß die Priester, Bürgerund Bauern es auf dem Reichstage proponiren, und als auf einer höchstnothwendigen Sa-che hart bestehen sollten, wie auch geschehen, indem man einigen, so dawider sprechen woll-ten, mit dem Verluste des Lebens gedrohet. Anbey sollte der König gebethen werden, das-jenige, was die allgemeinen Reichsstände als ein zu des Reiches Besten höchstnochwendigesDing gut gefunden und beschlossen haben würden, allein zur Execution zu bringen. DieseBeschaffenheit hat es mit dem jüngsten Reichstage und der darinnen halb aufgedrungenenund halb approbirten Reduktion der Güter gehabt, zu deren wirklichen Vollstreckung, als ei-ner Sache, die dem Hofe nicht unangenehm war, der König alsbald Commiffarien verord-nete, welche alles nöthige bey dieser Reduetion untersuchen sollten. Es ist aber dabey nichtgeblieben, sondern noch eine andere, welche die große Commission genennt wird, und dieAdministration des Reiches wahrender Minorennität des Königes examiniren soll, angesetzetund vom Könige befohlen worden.
Weil der siebente Artikel des Reichsschlusses von diesen beyden Commissionen Meldungthut, so wird von beyden auch in diesem Diskurse zu handeln seyn. Und zwar was die Re-duktion der Güter anlanget, welche dem Vorgeben nach viel prästiren soll, und wovon so-wohl inner-als außerhalb Schweden man große Dinge gesagt hat, so ist solche vielleicht dasrechte Mittel noch nicht, wodurch Schweden reich werden wird, vielmehr aber zu befürchten,daß es eine Jnvention, die viel Böses nach sich zieht, und vollends einen ganz schlechten Zu-stand verursachen kann. Man übergeht allhier mit Stillschweigen, wie die Herzen dererje-nigen beschaffen seyn müssen, welchen dadurch alles bis auf das Hemd genommen worden,indem man ihnen nicht einen Thaler übrig gelassen von allem, was sie über mehr als hundertJahre von ihrer Aeltern und Großältern Dienste haben, auch theils selbst erworben.
Opulent und maAnlkgue allezeit gewohnt seyn, und in Armuth verfallen, ist eine har-te kvletamorpliuss. Der gewesene Herr'Reichskanzler und Graf kck. 6. v. u. 6. r) klagetdarüber sehr beweglich in einer von ihm wohl aufgesetzten und über zwanzig Bogen langenSchrift an den König, in welcher er anführet: daß er von seiner Vorältern Diensten, undwas sie mit ihrem Blute in hundert und dreyßig Jahren zusammen verdienet und in Schwe-den erworben, nicht des geringsten sich zu erfreuen habe oder ihm und seiner Familie etwasübrig gelassen worden. Es wird auch nicht raisoniret, ob ein Staat, der zumal noch puremilitsris wie der schwedische ist, liue p«uiz öc PI-LMÜ8 beybehalten werden könne, sondernweil diese Vexation oder Reduktion gleich durchgehend ist, und viele meritirte Officiere undSoldaten mit betrifft, welche doch itzt die königliche Autorität unterstützen müssen, und aufwelche man sich verlaßt, so hat es schon manchem Ursache gegeben abzudanken und wegzuge-hen; die aber aus Noth bleiben müssen/ dienen kaltsinnig und bezeugen wenig Lust dazu, in-dem sie wissen, daß, ob sie gleich noch so wohl dienen, für sich und die Ihrigen nach desReichstages Beschluß und Inhalt nimmermehr etwas überschüßrges zu gewarten sey. Hke-
zu
0 Ioh. Gpldenstier«.
0 Magnuö Gabriel de la Eardie.