24 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,
Portugiesin schon so viel haben, daß sie sie damit in der Ehe unterhalten können. Wenn die Mägd-in Angola, chen mannbar sind und ihre Mütter nehmen sie mit zur Kirche, so saget man, sie thaten' solches, sie zu verkaufen, und daher halten sie solche meistentheils zu Hause. Wenn sie
verheirathet sind, so halten sie sich selbst gemeiniglich zu Hause, entweder weil sie schwangersind, oder es zu heiß, oder regnicht oder sonst etwas ist; und wenn sie alt werden, so lastensie sich nicht gern sehen, aus Furcht man möchte ihre Runzeln entdecken /H.
Staat,wenn Wenn die Weißen aus der Stadt gehen: so folgen ihnen zweene Schwarzen mit einemsie ausgehen, geflochtene» Hamack. Eilt anderer Schwarzer geht an der Seite seines Herrn und halt einengroßen Sonnenschirm über ihn, die Sonne abzuhalten. Wenn zweene, welche etwas zuthun haben, einander antreffen: so vereinigen sie ihre Sonnenschirme und gehen Seite beySeite in dem Schatten. Wenn die weißen Weiber ausgehen, welches sehr selten geschieht:so werden sie in einem bedeckten Netze getragen, wie in Brasilien, und haben Sklaven zurB>Wleitung, welche knien, wenn sie mit ihrem Herrn reden r).
Merolla ist in Ansehung der Frauenspersonen noch umständlicher. Die Vornehmen,saget er, lasten sich in ihren Netzen spatzieren tragen, und haben eine Decke über sich gewor-fen, und wenigstens zwölf Personen zur Begleitung: nämlich zwo, das Netz zu tragen, zwodie Sonnenschirme auf jeder Seite zu halten, und acht Mokkomas oder schwarze Auf-wartmägdchen. Viere von diesen letztem halten jede einen Zipfel von dem Teppiche, wor-auf ihre Frau kniet, wenn sie in die Kirche geht.
Wenn eine Comödie oder sonst was zu sehen ist: so gehen die Weiber alle ohne Aus-nahme dahin, und auch wenn sie krank sind. Am grünen Donnerstage gehen sie stets zuFuße und ohne Begleitung, welches sie sonst zu keiner andern Zeit thun.
Mulatten, Von Mulatten, die von einem Weißen und einer Schwarzen gebühren worden, giebtihr Lharak- hier eine große Anzahl. Sie hassen die Schwarzen tödtlich und selbst ihre eigenen Müt-ter. ter, und thun alles, was sie können, mit den Weißen gleich zu seyn. Allein, dieß wird ihnen
nicht zugestanden, und es ist ihnen nicht erlaubt, in ihrer Gegenwart zu sitzen.
Die Mulattinnen tragen weder Hemden noch Röcke und haben bloß ein Stück Zeugunter ihren Armen um sich gegürtet: dieß versteht sich aber nur von solchen, deren Vaternicht bekannt sind. Die Mulatten, welche Hosen und Strümpfe tragen, werden gemei-niglich entweder Priester oder Soldaten, über welchen Stand sie niemals kommen. Eswar keine geringe Unruhe für den Merolla, als er sah, daß da, wo diese Mulatten gebohrenworden, sie auch gleich zu Priestern bestimmt wurden: obgleich ihrer eine große Anzahl zudem Orden untüchtig waren, indem man wußte, daß sie von Juden abstammten. DiesemMisbrauche abzuhelfen, brachte der neue Bischof Befehl von Rom mit, daß keiner wegender Unregelmäßigkeit sollte zugelassen werden. Weil nun die Mulatten glaubten, die Ca-puciner wären die Ursache von dieser Verordnung gewesen, als welche öfters dawider gepre-diget: so hatten sie einen tödtlichen Abscheu gegen sie.
Gewaltthä- Diejenigen, welche Soldaten sind, und außerhalb dem Königreiche reisen, erfordernligkeitt» der eben so viel Dienste und Ehrerbiethung von den Schwarzen, als die Weißen. Sie lassenSoldaten s,ch jn Netzen tragen. Und wenn es sich begiebt, daß der Gova oder Mani, d. i. derStatthalter, sie nicht so gleich mit Trägern versieht, oder ihnen begegnet, wie sie es ver-langen,
6) Meroltas Reise a. d. 671S. i) Angelas Reise a, d. ;6i S.