Band 
Fünfter Band.
Seite
25
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und den angvanzenden Landern. Xll Buch V Cap. 25

sangen, so ziehen sie ihre Degen und nehmen, was sie im Hause finden können, ob sie gleich Portugiesennicht in des Königs von Portugall, sondern ihren eigenen Angelegenheiten reisen. Unter- i" Angola.wegens nehmen sie alle Eßwaaren, die sie antreffen können, ohne den Schwarzen dafür zudanken, von denen sie solche bekommen. Und wenn es sich eräugen sollte, daß sie im ge-ringsten über ihre Ungerechtigkeit murreten, so werden sie ihn, an statt daß sie ihm Genug-thuung schaffen sollten, mit Schlägen bezahlen.

Andere, welche pombros oder Sklavenhändler werden, begehen, wenn sie das Land undSklaven-durchstreichen, viele abscheuliche Dinge. Unter andern schlafen sie bey den Negerweibern Händler,und schwängern sie. Einige Jahre darnach kommen sie wieder und nehmen die Kinder vonihrenMüttern unter dem Vorwande, sie zu Loanda besser zu erziehen. An statt dessen aberverkaufen oder vertauschen sie solche für andere Güter; und auf diese Art werden sie reich,indem sie mit ihrem eigenen Fleische und Blute handeln. Eine Ursache, warum die Schwar-zen nicht stärker bekehret werden, ist, nach Merollas Berichte, weil sie die Mulatten soviele böse Thaten ungestraft begehen sehen.

Diese übele Gewohnheit hörte zu des Verfassers Zeiten eine Zeitlang auf, weil der Weiße ver-Statthalter den Mulatten untersagte, ferner auf diese Art zu handeln, und befahl, sie kaufen ihresollten unterwegens für die Fortschaffung so wohl ihrer Person, als ihres Geräthes bezahlen. Kinder.

Es würde der Misbrauch auch nicht so groß gewesen seyn, wenn er nur allein unter denMulatten im Schwange gegangen: allein die Weißen hatten auch ihren Antheil daran undhandelten wie die andern mit ihrem eigenen Fleische und Blute. Dieß geschieht, wenn ihreschwarze Liebste ihnen ein Kind gebiert und dieß von schwarzer Farbe ist, so wird es gemeiniglichein Sklave. Wenn nun solches hernachmals etwas unrechtes thut, so wird es gleich nachder Gewohnheit verkaufet. Das ärgste aber ist, daß dieses bey dem kleinsten Fehler ge-schieht, und ohne Absicht auf Natur oder Verwandtschaft.

Ein Vater hatte zwo Töchter; die eine war eine Witwe, die andere eine mannbareMulattinn. Weil er nun die letztere gern verheirathen wollte: so nahm er der andern Gü-ter weg und alles, was sie hatte, diese Mulattinn damit auszustatten. Die Witwe sagte,daß es der Verfasser mit anhörte: Ich werde mich meinem Vater nicht widersetzen;er mag thun, was er will: allein, wenn er stirbt, so will ich seine Tochter ver-kaufen, weil ste von meiner Sklavinn gebohren ist, und so werde ich ohne Un-ruhe und Streit alles wieder bekommen, was mir genommen ist; welches sie dennihrem Vater auf die höflichste Art zu verstehen gab. Kurz, wenn nicht der Vater ein sol-ches Kind für seinen rechtmäßigen Sohn oder seine Tochter erkläret, so wird es stets füreinen Sklaven gehalten.

Was die in Loanda und dem Königreiche Angola wohnenden Negern betrifft, einige Schwarzewenige ausgenommen, welche als Eingebohrne frey sind: so sind sie alle Sklaven der Weißen. Sklaven.Einige werden zu den Arimi oder Pachtern geschickt, eine oder zwo Tagereisen von der Stadt,als nach Bengo und Dante oder Danda, welche mit Flüssen wohl bewässert sind, da dieandern Landschaften aus Mangel des Regens fast ganz dürre und folglich zum Ackerbaus nichtbequem sind ä). Andere von diesen Sklaven werden ausgeschickt, Fische zu fangen, welcheihres Herrn Familie überflüßig erhalten können; die letztem verkaufen diejenigen Fssche, die

noch

ö) Merollas Reise auf der 672 Seite.

Allgem. Rersebeschr. V Band.

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