Lömgreich
Angola.
Ein andere«Hülfsmittel.
Deribrri
und Doasi.
Embafstr
und Pocken.
JhreLeichen-
eeremonien.
34 Beschreibüng der Königreiche Loarigo, Kongo, Angola, Benguela,
stoßen, und, so viel sie können, davon auf das Gesäße legen. Wenn sie es daselbst so langeals möglich behalten haben, so bringt es diesen Theil wieder in seine gehörigen Umstände,und heilet die Krankheit völlig. Aber dieses Mittel ist so schmerzlich, daß der Kranke, wäh-rend seiner Wirkung, von zweyen starken Leuten gehalten werden muß.
Die Brnos werden auch durch öfteres Klistiren gehoben, oder wenn man in das Ge-säße die gereinigte Decoction von der Pflanze (Drore de Bitos, und getrockneten Rosen-blattern, nebst dem Gelben von einem oder zweyen Eyern, etwas Alaune und Rosenöl, spritzet.Dem Uebel vorzubeugen, muß man erstlich das Gesäße wohl reinigen, darauf ein frisch gelegtEy wohl klein klopfen und mit etwas Rosenwaffer und Zucker, auch klein geschabtem Bley-weiße vermengen: darein tunket man feine Leinewand, und legt es auf das Gesäße. Manhält das Bleyweiß für vortrefflich wider dieses Uebel.
Eine andere Krankheit benimmt ihnen gewissermaßen das Gesicht, daß sie blind wer-den; sie bekommen aber ihre Gesundheit wieder, wenn sie eine rohe Hühnerleber auflegen.Wenige sind von Geschwüren an den Schenkeln frey, die so bösartig sind, daß man keinMittel dawider hat.
Eine andere Art von ihren Krankheiten heißt bey den Indianern Beriberi, da ihnenalle Glieder lahm werden. Man glaubet, sie entstehe daraus, daß die Bltios nicht rechtgeheilt sind, und das Blut nicht zulänglich gereinigt ist.
Das beste Mittel dagegen ist, daß man die Gelenke am Feuer mit einem §>ele salbet,welches die Indianer LTIan Tennah nennen. Es tröpfelt im Eylande Sumatra wieSteinöl aus den Felsen , und ist wider Flüffe, Schwachheit der Glieder , und Verren-kung der Spannadern vortrefflich.
Die Boast ist eine sehr gemeine und verderbliche Krankheit. Sie machet, daß Nase,Hände, Füße, Finger und Zähen verdorren, und breitet sich mit großen Schmerzen auseinem Gelenke ins andere aus.
Eine andere hier gemeine Krankheit, Embasser, rühret von der Härte der Milz her,davon sie schwermüthig, gelb, trage und schwach werden. ' Eine Brühe aus der Wurzeldes Embottabaums, besonders des Theiles, der gegen die Morgensonne zuliegt, ist das Mit-tel dawider.
Auch sind die Pocken hier sehr gemein, und oft tödtlich, weil sie bey solchen nicht diegehörigen Arzeneymittel zu brauchen wissen rr).
Stirbt jemand, so richten sie den Leichnam auf, nachdem sie solchen erst reingewa-schen haben; darauf kämmen sie ihm das Haar aus, ziehen ihm neue Kleider an, undschaffen ihn zum Grabe, das wie ein Gewölbe gemacht ist. Daselbst setzen sie ihn auf einenSitz von Erde, mit verschiedenen Glaskorallen, und andern Waaren, um ihn herum.Bey den Vornehmem wird, zum Andenken des Verstorbenen, Blut auf die Erde gespritzt, undWein ausgegossen «).
Die Tamba oder Leichengebräuche sind hier von eben der Art, wie in Rongo ^).Merolla bemerket, sie wären bey einigen Christen in Angola gewöhnlich. Als Zeit seinesAufenthaltes zu Loanda Nachricht einlief, daß so abscheuliche Sachen unweit der Stadtvorgiengen, so eilte der Superior der Kapuziner in Begleitung einiger vertrauten Leute, sol-chen vorzukommen. UnterwegenS trafen sie die Wache an, die sie ihrer Sicherheit wegen
beglei-
te) Dgilby a.d.Z54u.f. S.») Ggilby auf der 561 Seite.
») S. Rongo.
§) Merolla auf der 674 u- f. S.