Band 
Fünfter Band.
Seite
35
JPEG-Download
 

und den angranzendeti Ländern. XII Buch VI Cap. 35

begleitete. Als sie an den Ort gekommen waren, stellten sich die Soldaten um die Mauren,sich der Verbrecher desto besser zu bemächtigen; und da diese Wände nur aus Erde undPfählen bestunden, so brachen sie solche leicht durch, und schrieen und lärmten dabey, wietolle Leute. Die Schwarzen, deren nicht wenig waren, ergriffen darüber die Flucht, und lie-ßen nur des verstorbenen Frau zurück, die durch ihren höllischen Priester genöthigt war, sichnicht zu bewegen, auch nicht zu sprechen; daher man sie leicht gefangen nahm, und auf Be-fehl des Statthalters durch die Stadt peitschte. In Mastmgano wurden auf des Ver-fassers Gefährten, weil er diese Leute in ihren verdammten Ceremonien hindern wollte, so-viel Steine geworfen, daß er kaum mit ganzem Kopfe davon kam

Zu des Lopez Zeiten, waren der König von Angola und alle dessen Unterchanen,Götzendiener. Er hatte Lust nach des Königs von ASngo Exempel ein Christ zu werden,und schickte an denselben, da sie mit einander in Friede stunden, Gesandte, um Priester an-zusuchen: allein der König von Rongo hatte keine abzugeben r).

Die Religion ist in Angola seitdem fast in eben den Umständen geblieben. Nur hakder päbstische Glaube in Loanda, Massingan, und solchen Plätzen, die unmittelbar denPortugiesen unterworfen sind, zugenommen. Sie haben einen Bischof zu Loanda, derunter dem Bischöfe von St. Thomas steht.

Lopez bemerket, daß sie der Vogelwahrsagerey sehr ergeben sind. Fliegt ein Vogelzu ihrer rechten Hand, oder schreyt er auf eine gewisse Art, so sagen die Propheten, es be-deute Unglück, oder man müsse diesen Weg nicht weiter fortgehen, sondern nach Hause zu-rückkehren. Die alten Römer hatten eben diese Gewohnheit «).

Da keine Felder im Lande umzäunt sind, so stecken die Eigenthümer derselben ver-schiedene Reihen von Pfählen um sie herum, und die Hexenmeister binden Büsche von ge-wissen Kräutern darum, die ihrem Berichte nach denjenigen todten werden, der etwaswegnehmen oder beschädigen will 5).

Die Sprache von Angola ist von der Sprache in Kongo nur wie die Portugiesischevon der Castl'lianijchen unterschieden, oder vielmehr wie die Venetianische von der Calabri-schen, nämlich meist in der Aussprache; welches aber gleichwohl verursachet, daß sie wieeine ganz andere Sprache klingt. Sie haben keine Buchstaben zum Schreiben r).

Im folgenden werden einige Wörter aus der Sprache von Aongo erklärt, die in die-ser Beschreibung und den vorhergehenden Reisen oft vorkommen.

A. B.

Akkala, ein Mann.

Asfua, ein Leichnam.

Agariaria, eine Art von Holz und dessenFrucht, das für Seitenstechen hilft.Alakardo, eine kleine Art Krocodille.Alkarnsi, Vögel, von denen einer so großist, als zwey Hühner.

Alikonde, ein sehr großer hoher Baum.Almestga, ein Baum, aus dem ein Saftwie Weihrauch dringt.

r) Pigafetta auf der56 Seite.

«) Ebenderselbe auf der ;4 S.

Badas, eine Art Einhorn.

Belungo, eine Art von Eide oder Erhär-tung der Wahrheit.

Bikoma, eine Art Nußbaum.

Biramt, Cattunzeug, der statt Geldes ge-braucht wird.

Boma, eine große Schlange.

Bonghi oder Libonghi, eine Art Geld.

Bordoni, eine Pflanze, die was ähnlichesmit dem Weine hak.

Es D. Dongo,

6) Merolla auf der 627 Seite.

c) pigafetta a. d. 57 und I8«> S.

RönigveiA

Angola.

Ihre Reli-gion.