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Fünfter Band.
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44 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,

Religion einen Mokisto oder Schuhgott ansehen. Läßt ein Mann, der unter seiner Last müde ge-i nRongo. worden ist, solche auf der Straße stehen, und leget nur ein Bund zusammengeknüpftes Grasdarauf, zu zeigen, daß er es unter seines Mokifsos Schuhe gelassen hat: so wird sich nie-mand unterstehen, solche anzurühren e).

Ähre Geist- Die Gangas oder Priester in diesen Gegenden, werden Shinghilli /), d. i. Götter»ichen. her Erden genannt .§). Sie haben ein Oberhaupt über sich, Namens Ganga Ichirorna,der als Gott der Erden angesehen wird. Diesem, und nicht der Natur oder Vorsicht,schreiben sie alles, was ihnen wächst, zu, und bringen ihm die Erstlinge, als sein Antheil.Er rühmet sich, sein Leib könne keines natürlichen Todes sterben; und seine Anbether m dieserMeynung zu bestärken, ruft er einen seiner Schüler, wenn er empfindet, daß sein EndeAlters oder Krankheit wegen herannahet, und giebt vor, er theile solchem seine große Macht,Regen u. d. gl. hervorzubringen, mit; worauf er ihm öffentlich anbefiehlt, ihn entwedermit einem Stricke zu erwürgen, oder mit einer Keule todt zu schlagen, welches sogleich ge-schieht. Dieß geschieht öffentlich, seinen Nachfolger bekannt zu machen. Würde es nichtso beobachtet, so sagen die Einwohner, die Erde würde bald unfruchtbar werden, und diesesdas Verderben der Menschen nach sich ziehen. Die niedern Gangas sterben gemeiniglichebenfalls eines gewaltsamen Todes, und meist freywillig /^>).

Sie geben Wie die Gangas sich überhaupt für Wahrsager ausgeben: so nennen die Mijstonariensich für ^ boshafter Weise Zauberer, an statt Priester, und verfolgen sie unter diesem Vorwande,Wahrsager sie die Macht haben, bis auf die Verbannung und den Tod. Gegentheils hegen die"" ' Priester von Rongo einen tödtlichen Haß gegen die Römischkatholischen, sowohl dieserwe-gen, als weil sie an ihre Stelle treten wollen. Merolla ist unter allen Capucinern derje-nige, der sie am ärgsten hasset. Er nennet sie Shinghilli, oder Zauberer, als ob dieß Worteinen Zauberer bedeutete, oder die Shinghilli und Gangas zwo verschiedene Arten vonLeuten wären. Wir haben aus diesem Schriftsteller folgendes gesammlet, welches beyderParteyen Haß, Betrug und Unwissenheit anzeiget r).

Anrufung Merolla meldet, die Zauberey würde von den Einwohnern verabscheuet, und die sich

des Mo- derselben bedienten, wären meist nur von dem schlechtesten Pöbel ä). Diese Betrüger be-

kiffo. dienen sich verschiedener Ceremonien, die Einfältigen zu blenden. Der Verfasser gerieth, bey

seiner Reise durch Angoy nach Aongo, auf einen Platz, wo sie ihre Mokisjos anriefen /).Dieß war eine armselige Hütte, auf einer kleinen Anhöhe. Auf einer Seite hingen zwogrobe schmutzige Schürzen, die so arg stunken, daß man hätte dabey umfallen mögen. Inder Mitte war eine Wand, etwa einen Fuß hoch, von Schlamm und Morast aufgeführt,hinter welcher der Zauberer stund, seine betrügerischen Orakel zu geben. Auf dem Kopfehatte er einen Busch von Federn, die auf mancherley Art durch einander geflochten waren,und in der Hand ganz lange Messer, ohne Scheiden. Als Merolla in den Tempel gehenwollte, sah er ein großes Feuer vor sich, und empfand einen solchen Gestank, daß er fastalle Empfindung verlohr. Er beschloß gleichwohl fortzugehen, bewaffnete sich dabey oft mitdem Zeichen des Kreuzes, und befahl sich Gott. Als er aber weiter gieng, kam eine große

Menge

Purch. Pilgr. V Band, auf der 770 S. Götter der Erde sey der Name, den sie ihren/) In der Grundschrist Scinghili. Zauberern beylegten- Vielleicht giebt es Zauberer,

Ah Merollas Reise aufdcr 617 Seite. die keine Priester sind.

Derselbe auf der 619 Seite. §) Merolla auf der 617 Seite,

e) Er saget auf der 617 Seite Shinghilli, oder /) Zn der Grundschrift: döst Geister.