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Fünfter Band.
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und den angranzenden Landern. XH Buch VU Cap. 57

Damals befand sich der dritte Bischof von Gt. Thomas und Aongo daselbst. Es Religion,war ein Portugiese, und es entstund ein großerZwist zwischen ihm und den andern Geistlichen, "i R,o„go .Dieses rührte von der Freyheit her, in der sie zuvor ohne ein Oberhaupt so viele Jahre ^ .

gelebt hatten, daher sie sich jetzo keines Prälaten Gehorsam unterwerfen wollten. Es enk- Geistlichkeitstund viel Aergerniß bey dem Volke daraus; der König aber nahm allemal des BischofsPartey, und schickte, zu Unterdrückung dieser Unruhen, einige Priester gefangen nach Por-tugall, und andere in die Insel St. Thomas; da indeß auch viele mit dem Ihrigen frey-willig fortgiengen, und also die neue Religion, durch den Fehler der Geistlichen, in großesAbnehmen gerieth.

Die Unruhen, die sich bald darauf im Staate erregten, schwächten die Religion eben- Verwirrungfalls. Denn nach des Don Diego Tode gaben sich drey Prinzen zugleich zur Nachfolge an. Staate.Der erste war des Königs Sohn, der aber durchgängig verhaßt war, und sogleich nieder-gemacht ward. Die beyden andern waren vom königlichen Geblüts. Einer hatte das Volk ,meistens auf seiner Seite; der andere aber die Portugiesen, und verschiedene Vornehme,die hingiengen, und seinen Gegner selbst in der Kirche umbrachten, in der Meynung, der-jenige, dem sie gewogen wären, würde alsdann nothwendig auf den Thron kommen: alleindie gegenseitige Partey verfuhr, nach eben dem Grundsätze, mit diesem auf eben die Art,und zerstörte also ihre Einrichtungen.

Als solchergestalt alle Kronerben hingerichtet waren, so fiel das Volk über die Portu- Die Portu-giesen her, die es als die einigen Urheber dieses Elendes ansah, und machte so viele von Diesen wer-ihnen nieder, als sie antrafen; nur verschonten sie die Priester, und beschädigten keinen vondenen, die sich an andern Orten aufhielten. Nach diesem wählten sie Don Diegos Bru- „iederge-der, Don Henrico, der wider die Anzikhi zu Felde zog, und einen jungen Mann, Don macht.Alvaro, seinen Stiefsohn, als Regenten, mit dein königlichen Titel, zurück ließ. DonHenrico starb bald nach geendigtem Kriege; und da der alte königliche Stamm mit ihmausgieng, so ward Don Alvaro einmüthig zum Könige gewählt <?).

Don Alvaro war ein Mann von gutem Verstands und gelinder Gemüthsart, wo- Sie kommendurch er bald alles beruhigte. Er ließ die Portugiesen, sowohl Weltliche als Geistliche, die wieder indurch die letzten Kriege waren zerstreuet worden, wieder zusammen kommen, begegnete ihnen Gunst,sehr leutselig, und erklärte sie, wegen der ihnen beygemessenen Sachen, für unschuldig.

Hierauf schickte er Briefe an den König von Portugall, und an den Bischof von Sr. Tho-mas, der sogleich nachRongo segelte, wo er sich zuvor nicht hingewagt hatte. Durch seinAnsehen wurden daselbst die vorigen Zwistigkeiten beygelegt, und unter den Priestern dieOrdnung wieder hergestellt. Kurz darauf starb er zu Sr. Thomas.

Dieß war das drittemal, daß diese Gegenden ohne einen Bischof blieben, welches ver- Die Neli-tirsachte, daß die Landeseinwohner, von allen Ständen, in der neuen Religion kaltsinniger gwn gerächwurden, und ihre alten Gewohnheiten wieder annahmen; besonders that dieses der König, Verfall,der von verschiedenen jungen Leuten von seinem Alter gelenket ward. Unter andern beschwertesich Franz Bullaniatare, ein Verwandter des Königs, öffentlich, über das Verboth,mehr als eine Frau zu nehmen, welches eine sehr übcle Wirkung hatte. Endlich ward dochFranz nach seinem Tode feyerlich in die Kirche zu Sr. Trux begraben, ob er wohl der rö-mischen Religion abgesagt hatte: allein, gewiffe böse Geister, wie es scheint, deckten bey

der

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