53 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,
Religion der Nacht einen Theil vom Dache der Kirche auf, zogen ihn mit einem schrecklichen Lärmen,in Rongo. her durch die ganze Stadt gehört wurde, aus dem Grabe, und führten ihn fort. Den' ^ ' Morgen darauf (wer es glauben will) fand man die Kirchthüren verschlossen, das Dach
aufgerissen, und das Grab ohne den Leichnam. Gleichwohl wirkte dieß außerordentlicheBeyspiel bey dem Könige keine Besserung.
Die Jag- Nicht lange darauf, drangen die Iaggaer, die alles benachbarte Land geplündert undfallen hatten, durch die Provinz Bacra in Ixongo. Sie warfen diejenigen, die wider
n^Kougo ^ geschickt wurden, über den Haufen, und zogen darauf gegen die Stadt Rongs H.
Der König zog, obgleich in großer Verwirrung, mit so viel Soldaten, als er harre, aus,und traf den Feind auf eben dem Platze an, wo vormals Nstam pango mit dem KönigeAlfonso geschlagen hatte. Weil er sich aber zu schwach befand: so zog er sich zuerst in dieStadt, und floh darauf mit etlichen von den Vornehmsten, und portugiesischen Priestern,nach dem Eylande dcl Tavallo, oder der pferdemsel, im Flusse Zaire. Die Einwohnerflüchteten auf die Gebirge, und in die Wüsten. Darauf drang der Feind in die Stadt, legtesie mir allen Kirchen in die Asche, und tödtete alles, was ihm vorkam, theilte sich nachgehendsin zwey Heere, und durchstreifte, das ganze Königreich, bald in diese, bald in jene Provinz.
Schreckliches Das arme Volk, das überall herumirrte, kam meist vor Elend, Hunger, und Man-Elend. gel an Nothwendigkeiten um, da die meisten, welche dem Könige auf das kleine Eylandgefolgt waren, von Mangel an Lebensrnitteln und der Pest hingerissen wurden. Ein kleinesbischen Speise galt einen Sklaven, zehn Kronen werth; so daß der Vater aus Hungerseinen Sohn, und der Bruder seinen Bruder verkaufen mußte. Die Portugiesen r), dievon Gc. Thomas mit Schissen voll Lebensmittel kamen, kauften solche. Die Verkäufersagten, es wären Sklaven, und die Verkauften bekannten sich dafür, um nur von ihrer Hun-gersnoth befreyt zu werden. Es befanden sich einige der Vornehmsten, und selbst Prinzenvom Geblüte darunter -ch.
Die übele Luft, das schlechte Essen, und die Unreinigkeit des Eylandes, verursachtenbey dem Könige eine außerordentliche Geschwulst in den Füßen, die er bis an sein Ende behielt.Er schicket um Wah^nd dieses Elendes bereute er seine Sünden, und that Buße dafür. Darauf schickteHülfe nach er, auf Anrathen der Portugiesen, einen Abgesandten, den Don Sebastian um Hülfe zu^vrtuga . ^suchen, der nur unlängst zur Krone gekommen war, und dieser schickte sogleich den Fran-cisco dr Govea mit sechshundert Soldaten, und viel Freywilligen von Adel, ab.
Die Jaggaer Er hatte Befehle an das Eyland von Gc. Thomas , ihn mit fünf Schiffen , Lebens-werden ver- Mitteln, und allem, was zur Unternehmung nöthig wäre, zu versehen. Sobald er auf dernie e«. Pstrdeinstl angelangt war, gieng er wieder mit den andern Portugiesen, die sich bey demKönige befanden, ab, und zog mit allen gewaffneten Männern, die er im Lande zusammenbringen konnte, wider die Feinde. Er schlug solche in verschiedenen ordentlichen Treffen,mehr vermittelst des Feuergewehrs, vor welchem die Jaggaer sich außerordentlich fürchten,al/durch die Tapferkeit seiner Soldaten; und setzte in anderthalb Jahren den König und dasReich wieder in vorige Umstände. Von den Jaggaern kamen wenig wieder in ihr Va-terland zurück. Govea blieb vier Jahre da, ließ darauf einige von denen, die mit ihm ge-kommen waren, zurück, und gieng wieder nach Hause, mit Briefen an den König, ihn zu
ersuchen,
c) Dieß war sicherlich ein barbarischer und unge-rechter Hansel.
Das ist Sr. Salvador.