und den angrenzenden Landern. XII Buch VII Cap. 6l
weil immer neue Mißionarien daselbst angelangt sind, und die Grafen solche beständig auf- Religiongemuntert haben; wie dieselben denn, unter allen Vornehmen und Fürsten in diesem Lande, der /"^nZo.römischkatholischen Religion am meisten ergeben zu seyn scheinen. Ihr Eifer ist aber nicht so großgewesen, daß sie nicht von Zeit zu Zeit sollten die größte Verachtung gegen die Mißionarienbezeugt haben, und sie haben solchen öfters sehr hart begegnet, oder sie, vielleicht wegen ihresStolzes und der von ihnen angestifteten Verwirrungen, gestraft. Merolla giebt unsdavon ein merkwürdiges Beyspiel.
Wir haben schon der Unternehmung der Portugiesen auf Sogno, im Mo Jahre, Der Graferwähnt s). Diese That brachte den Grafen dergestalt auf, daß er beschloß, mit ihnen, vertreibt dieund mit den Capucinern, die er als ihnen angehörig betrachtete, nichts mehr zu thun zu ^ Sogno.haben ä). Er schrieb also mit einigen flämischen Kaufleuten, die segelftrtig lagen, an desPabstes Nuntium in Flandern, ihn mit neuen Priestern zu versorgen. Der Bischof schickteihm auch zweene Franciscaner, und einen Layenbruder, mit genauem Befehle, sich den Ca-pucinern, als ihren Obern, zu unterwerfen, wenn sich dergleichen im Lande befanden.
Diese Mönche wurden mit Bezeugung aller möglichen Gewogenheit empfangen, und in dasCapucinerkloster geführt, da der Graf nun die Capuciner unter mancherley Vorwande fort-zuschicken suchte. Weil er aber, wie der Verfasser meldet, kein Verbrechen ihnen erweis-lich machen konnte: so fiel er auf das grausamste und ungerechteste Verfahren, das sich er-denken läßt. Er befahl, sie sollten aus seinen Landen, auf zwo Meilen weit, geschlepptwerden c). Dieses ward bald, mit der größten Strenge, von seinen Beamten ins Werkgerichtet. Sie rissen sie mit ihren eigenen Stricken fort, daß sie die Gesichter auf dem Sandehinschleiften, und schölten sie, den ganzen Weg durch, aus. Alles dieß ertrugen sie mitgroßer Gelassenheit, litten aber dabey so viel, daß einer von ihnen nicht lange darauf starb,und der andere, Bruder Thomas da Gistola, schwerlich wieder gesund ward.
Sie wurden auf den Gränzen von des Grafen Lande, in einer kleinen unbewohntenInsel des Flusses Zaire, gelassen. Sie bemühten sich daselbst, zweene oder drey Tage,sich zu unterhalten; Thomas, der am wenigsten beschädigt war, gieng auf die Jagd aus.
Endlich aber wurden sie unverhofft, durch einige heidnische Fischer, befreyet, die sie nach derStadt Bombangoy im Königreiche Angoy, führten. Sie »vurden hier von einemungläubigen Schwarzen sehr leutselig unterhalten. Er gab ihnen eine Abendmahlzeit, undwies ihnen ein Haus an, mit drey Weibsbildern zur Aufwartung, wie die Landesgewohnheit ist.
Weil sich aber die Mönche unter diesen Leuten nicht für sicher hielten, so schickten sie ihre Auf-wärterinnen bald'nach dem Abendessen weg, und Thomas nahm seinen lahmen Gesellenauf den Rücken, und gieng mit selbigem aus dem Hause. Er konnte aber nicht weit kom-men, so mußte er seine Last, wegen Schwachheit, unter einen schattigten Baum legen, undsie suchten mit anbrechendem Tage, aus Furcht entdeckt zu werden, in solchen hineinzukriechen.
Ihr Wirth wunderte sich den folgenden Morgen sehr, daß er sie nicht fand. Weil er aberwohl wußte, daß sie nicht weit seyn konnten, so suchte er sie auf.
Hz Er
«) Siehe IV Band auf der -oi Seite. c) Sollte wohl keine Ursache dieser Strenge
L) Vermuthlich fand der Graf, das; sie die Por- seyn vorhanden gewesen? Würde er ihnen wohltngiesen zu dieser ungerechte» tlnternehmung anfge- außerdem so begegnet haben; besonders, wenn diemuntert hakten. Denn warum hätten sie den Por- Mißivnarien in solcher Hochachtung flehen, wie »tugiesen mehr, als ein anderer Mönchsorden, an- der Verfasser vorgiebt?gehen sollen? <?) OdcrBom6NZop,disHauptstadrvonAngop.