Band 
Fünfter Band.
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und den angränzendeli Landern. XII Buch VN Cap. 6z

und die Kirchensachen wegzuschaffen. Allein, durch ihr ungestümes Anhalten und das Ver- Religionlangen des Grafen selbst, ließ er sich bereden, da zu bleiben. Er machte auch, daß Bruder in Longo.Thomas zurück kam; und von der Zeit an, saget der Verfasser, hat unser Orden ohne diegeringste Beschwerniß im lande gelebt.

Diese Grafschaft ist groß und erfordert viele Missionarien. Sonst befanden sich etwan DasigePrie,fechse daselbst; zuletzt aber sind nicht mehr, als einer oder zweene, da gewesen. Der Ver- ster und Kir-faffer saget, sein Gehülfe, hätte fünfhundert Leute von allerley Art in einem Tage gekauft,und er wüßte, daß Mütter, mit ihren Kindern auf den Aermen, vier bis fünf Tagereisen ge-kommen wären, solche taufen zu lassen, oder auch selbst zu beichten.

Die neugepflanzke Religion, so gut als möglich, zu erhalten, ist die Einrichtung ge-macht worden, daß wenigstens eine Kirche in jeder Stadt, oder an jedem Orte von einigerWichtigkeit, seyn sollte, und zu des Verfassers Zeiten waren etwan achtzehn in des GrafenLändern. Eine jede davon wird mit einem Menschen versehen, der in dem Capucinercon-vente erzogen ist, und wöchentlich dreymal den Leuten den Rosenkranz vorsagen, und jedenSonntag sie unterrichten muß. Alle Festtage wird an statt der Messe nur die Litaney ge-sungen , und die Lehre der römischkatholischen Kirche erklärt; wie auch den ersten Sonntageines jeden Monats eine Proceßion des Rosenkranzes ist r).

Dapper meldet, es befänden sich unter den Gdgneserir verschiedene Schulmeister, Unterrichtdie außer dem Lesen und Schreiben, auch ihre Schüler in dem Catechismo vollkommen mach- und Lieb««-ten; er setzet aber hinzu, obgleich die meisten gemeiniglich sich zur römischkatholischen Re-- *ligion auf gewisse Art bekennten, so behielten doch noch viele ihre alte Abgötterey; und an-dere, die sich Christen zu seyn rühmten, thäten nichts, das dem Christenthums gemäß wäre,als in Gegenwart der Weißen, und wo es zu ihrem Vortheile gereichte ä).

Jede Stadt und Provinz in Gogno hak, nach des Merolla Berichte, einen beson-dern Platz, mit einem Kreuze in der Mitten, wo diejenigen, die das (Ostergeboth nichtbeobachtet haben, oder ungebeichtet gestorben sind, von ihnen selbst begraben werden, ohnedaß sich die Missionarien darein mengen. Diejenigen aber, die alle Sakramente empfan-gen , und bey der letzten Fasten sich gehörig aufgeführt haben, bekommen, ohne einige Un-kosten, ein christliches Begräbniß. Auch werden sie währender Krankheit, und nachdem siegebeichtet haben, von den Missionarien, aus christlicher Liebe, mit Erfrischungen, als Tama-rindenconfection und dergleichen, versehen, bekommen auch herzstärkende Julepe und Küh-lungen. Ueberdieß haben sie verschiedene zu ihrer Kirche gehörige Sklaven, die in derWundarzeney-und Heilungskunst erfahren sind, und das Volk bey vorfallenden Krankhei-ten besorgen. Dieß geschieht umsonst, damit sie keine Ursache haben, Hülfe bey den Zau-berern zu suchen. Für die Armen, Alten, Vaterlosen, Blinden, Lahmen und dergleichen, istein Spital unweit dem Kloster erbauet, welche Liebeswerke die neue Religion in diesen Ge-genden nicht wenig befördern /).

Der Graf, der zu Merollas Zeiten regierte, war ein andächtiger Sohn der Kirche.

Wenn Messe gehalten wurde, so ließ er sich beym Lesen des Evangelii eine brennende Fackel

bringen,

Verfolger ihr keßen so endigen; aber es ist noch ,') Merolla auf der Srz Seite,nicht ausgemacht, daß der Graf ein Verfolger ge- Mgilby auf der 14; Seite.

Wesen ist. /) Ngerolla auf der 67; u. f. Seite.