und den angränzenden Ländern. XII Buch VH Cap. 65
. Im Königreiche Loango pflanzte ein CapucinerBernardino Ungaro die römischkatho- Religionlische Religion zuerst im Jahre 166z. Dieser Mönch war verschiedene Länder durchreist,und kam Rongo.zu Gogno im Kloster, mit einem portugiesischen Reisenden zu sprechen, der ihn bey seiner An- ^lsson zuWesenheit dem Könige zu Loango anpries. Seine Viajestät sendeten darauf zweene ihrer jüngern Loango an.Söhne nach Gogno, von ihm daselbst im römischkatholischen Glauben unterrichtet zu werden, gefangen,Bey derselben Rückkehr entstund beym Könige ein Verlangen, den Ungaro nahe um sichzu haben, und er schrieb deswegen an den Statthalter von Angola, der ihm bey dem Su-perior Erlaubniß auswirkte, ngch Loango zu gehen. Daselbst unterrichtete er den Königund die Königinn eine Zeitlang, taufte sie darauf und verheirathete sie nach Kirchengebrauche.
Nach diesem taufte er des Königs ältesten Sohn, und nach und nach den ganzen Hof,von mehr als dreyhundert Personen; kurz, in einem Jahre, da er sich hier aufhielt, kaufteer gegen zwölf tausend Personen.
Endlich ward er gefährlich krank, und schickte nach dem vorerwähnten Leonard: die aber inser starb aber eben den Morgen, da dieser anlangte. Um die Mission im Schwange zu erhal- Stecken ge-ten, schickte der König den Leonard zum Superior, ihm einen andern Missionär zu schi-cken. Ehe dieß aber geschah, empörte sich ein Verwandter von ihm, und beraubte, mit Hülfeeiniger abgefallenen Katholiken, den König des Lebens. Dieser unrechtmäßige Besitzerdes Throns starb bald darauf plötzlich; und sein Nachfolger suchte, durch Hülfe eines Ca-puciners, dasjenige fortzusetzen, was Bruder Ungaro angefangen hatte. Aber aus Man-gel mehrerer Missionarien, bleibt dieses Königreich noch meist wie zuvor in seiner alten Ab-götkerey stecken. Zu Ngerollas Zeiten that man verschiedene Versuche, die Religion wiederin Aufnehmen zu bringen. Indeß bildete er sich ein, eö sey damals mehr Hoffnung dazu vor-handen gewesen, als zu einiger andern Zeit, weil der König den Ketzern s den Engländernund Holländern nämlich ^ verbothen hatte, in seinen Ländern zu handeln. Sie hatten aberseinen Unterthanen Feucrgewehr verkauft.
In dem Königreiche von Angoy ist dem Verfasser kein christlicher Rezente bekannt. Mission vonDas Land ist, wie er saget, allezeit von einer Art Leute bewohnt worden, die dem Wahrsagen Angoy.und Zaubern ungemein sind ergeben, und zugleich der Leute von Gogno und Aakongoabgesagte Feinde gewesen. Ehe er diese Länder verließ, meldeten ihm die Missionarien vonGogno, der Graf hätte den König von Angoy besiegt, und alle sein Geschütz, Gewehrund seinen Vorrath weggenommen; dabey auch ein Gelübde gethan, daß niemand ein Amtoder eine Ehrenstelle im Königreiche besitzen sollte, wenn er nicht römischkatholisch wäre. UnserCapuciner glaubet, die,'vornehmste Ursache, warum der König von Rakongo des Gra-fen Freundschaft gesucht habe, sey gewesen, das Volk von Angoy unterm Fuße zu behal-ten, wozu ihm der Graf allemal behülflich seyn konnte ^).
Alle Missionarien klagen sehr über das Elend, das sie hier ausstehen, und dem Leser WasdieMif-werden hin und wieder in vorigen Reisen Beyspiele davon vorkommen. Niemand aber be- ü°narimschwert sich hierüber mehr, als Merolla. Die.Missionarien, saget er, müssen hier ungemein ^^myen.viel ausstehen: sie haben lange Reisen zu thun, oft fehlet es ihnen an Nothwendigkeiten;sie reisen durch sehr abwechselnde Landstriche, in erstickender Hitze, die besonders für Euro-päer unerträglich ist,, dabey sie in ihren wollenen Kleidern fast zerschmelzen; oft müssen sie
- über
0 ) Die Schwarzen hatten eben dergleichen Ge- />) LNerolla auf der 6r,? Seite,bräuche zuvor. Ebenderselbe auf der 6;e u. f. Seite.
Allgem.Reistbeschr. V Band. I