Band 
Fünfter Band.
Seite
67
JPEG-Download
 

und den angrenzenden Landern. XII Buch VII Cap. 67

hemm tragen dürfen rr), welches hier nicht gewöhnlich ist, werden sie mit Lebensmitteln Religiondergestalt versorgt, dafi wer Liebeöwerke gegen sie ausüben will, solches bey Zeiten thun ch^oiigo..muß, oder es wieder zurück bekömmt. Diese guten Leute erhalten, wie es scheint, nichtnur das Capucinerkloster in ihrer Stadt, sondern auch verschiedene Missionen in verschie-denen Königreichen, die sonst nicht würden bestehen können.

Merolla laßt an sich nichts ermangeln, die italienischen Capuciner, auf Unkostender Missionarien aus andern Orden und Ländern zu erheben. Er meldet uns, Joh. deSsllva, Statthalter von Loanda , habe bey seinem dasigen Aufenthalte, eine so vollkom-mene Gewogenheit gegen sie bezeugt, daß er sie aller ihrer Bitten gewährt habe. Als DonJohann einst einem Priester, von seiner eigenen Nation, eine Bitte abgeschlagen habe, seydieser in die Worte ausgebrochen : Ihr erzeiget den Capucinern, die doch fremdesind, alle Gewogenheit, so bald ihr ihre Bittschreiben gelesen habet, und uns,euren Landesleuten, schlaget ihr alles ab, was wir bitten. Sylva antwortete hieivauf: Ich öffne und lese der Capuciner Bittschreiben nicht einmal, weil ichweis, daß sie mich um nichts ersuchen, als was ich ihnen zugestehen kann, undwas sie mich um anderer Leute willen bitten, muß, wie ich weis, bloß aus christ-licher Liebe, und ohne Hoffnung einer Vergeltung, geschehen.

Die römischkatholischen Priester vermahnen die Layen, der Geistlichen Fehler zu ver- Schlimmesbergen; die Geistlichen von verschiedenen Orden aber decken einer des andern Heuchclcy und Beyspiel.Betrug sehr gern auf. Doch entschuldiget der Verfasser die Mitglieder seines Ordens nichtvöllig; denn er meldet uns, eine Mission in diesen Gegenden sey einige Jahre vor seinerAnkunft, durch die Schuld des Obern, der kein gutes Exempel gegeben hatte, fruchtlos ab-gelaufen; daher nur sehr wenige von den Schwarzen bekehrt wurden, und die Bekehrtenauch aufdaö, was man sie lehrte, sehr wenig aufmerksam waren, unter dem Vorwande,wenn das Gesetz Gottes von den Weißen so schlecht beobachtet würde, so könnte man vonihnen nicht fordern, daß sie es besser in Acht nehmen sollten n).

Die beyden letzten Mönche, die sich damals daselbst befunden haben, sind, wie exmeldet, als Märtyrer ihrer Gelindigkeit gestorben; denn da sie einen gewissen großen Mann,wegen seines ärgerlichen Lebens, erinnerten und vermahnten, an statt ihn zu strafen und zuzüchtigen, starben sie innerhalb acht Tagen an beygebrachtem Gifte n). Vielleicht waren sieaber noch eher aus der Welt geschickt worden, wenn sie sich strenger aufgeführt hätten.

Wir wollen diese Nachricht von der Mission zu Rongo mit einer seltsamen Geschichte Seltsamebeschließen, die Merolla von einem Barfüßermönche, Franz Lycodia , erzählt. Es Geschichte,sollten zweene gehenkt werden, und Franz gieng, aus lauter Menschenliebe, wie der Ver-fasser meldet, zum Statthalter, mit der Erklärung, an des einen Stelle den Tod zu ertra-gen , wenn solchem das Leben geschenkt würde. Der Statthalter antwortete: wenn er seinWort halten wollte, so sollte einer von den beyden sogleich freygelassen werden, und demandern eben das wiederfahren, wenn er jemanden finden könnte, der eben so an dessen Stelletreten wollte, obwohl beyde große Verbrecher waren. Es fand sich aber niemand mehr,der so gutwillig gewesen wäre. Als sie an den Hinrichtungsplatz kamen, ließ der Statthalterden Strick von Franzens Halse abnehmender von keiner ihm bestimmten Verzeihung etwas

I 2 wußte,

e) Llreeolla am oben angef. Orte a d. 676 S. LNerolla auf der 670 Seite.

«O Wie die Dettelorden in Europa pflegen. a?) Ebenderselbe auf der 626 Seite.