Band 
Fünfter Band.
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und den angrenzenden Landern, xn Buch vm Cap. 91

es war ein Weibchen, und einen eingesunkenen Nabel; die Ellbogen hatten ordentliche Ge- RLubchierelenke; und die Hände, Finger und Daumen, die Waden und die Füße hinter dem Fee- mB-oirgo..senbeine waren plump und bräunliche ^). Es gieng oft aufgerichtet, und konnte große La- ^ '

sten erheben und tragen. Beym Trinken hob es den Deckel der Kanne mit einer Hand auf,hielt die andere unter den Boden, und wischte sich nachgehends die Lippen recht artig ab.

Es legte sich oft auf ein Küssen mit dem Kopfe schlafen, und bedeckte sich mit Tüchern sogeschickt, daß jedwedbr hätte denken sollen, es läge ein Mann da.

Die Schwarzen erzählen wunderbare Sachen von diesem Thiere, mit der Versiehe-- Er klebet dierung, daß es nicht nur Weiber und Mägdchen überwältigt, sondern auch gewaffnete Män- Weibsbilder,ner angreift. Kurz, es scheint der Satir der Alten zu seyn ?-). Vermuthlich meynerN^erolla diese Geschöpfe, wenn er meldet, es wären bey einigen Jagden in diesem Landewilde Männer und Weiber gefangen worden. Leonard hatte, wie er ihm erzählte, einesvon einem Capuciner zum Geschenke bekommen, und solches nachgehends dem portugiesischenStatthalter zu Loanda überlassen H.

Die Häuser in diesen Ländern-sind sehr mit Scorpionen, Tausendfüßen und Schlan-Embambe,ei<gen erfüllt. Es giebt eine Art außerordentlich große Schlangen, manche zu fünf und zwan- nem'geheurezig Spannen lang, und fünf Spannen breit; dieser ihr Bauch und Rachen ist so weit, daß ^sie einen ganzen Hirsch verschlingen. Sie nennen solche die große UXrsstrorrer. Siehält sich in Flüssen auf, geht aber aufs Land ihrem Raube nach, und machet sich daselbstauf die Bäume, dem Wehe, wenn ös auf die Weide geht, aufzulauren. So bald es ihrnahe genug kömmt, fallt sie ein Stück Vieh an, schlingt sich um dasselbe herum, und schlägtmit dem Schwänze an dessen Hintertheil. Wenn sie solcher Gestalt das Vieh in ihrer Ge-walt hat, beißt sie es zu Tode, und schleppet es nachgehends in ein Gehölze oder andernwüsten Platz, wo sie es nach Belieben, mit Haut, Hörnern, Knochen und allem ver-zehret. Wenn sie sich solchergestalt angefüllt hat, wird sie ganz dumm und schläfrig, daß einKind sie überwältigen kann. In diesem Zustande bleibt sie fünf oder sechs Tage, und daraufkömmt sie wieder zu sich selbst. Diese Ottern verändern ihre Haut zur gewöhnlichen Zeit, undmanchmal, nachdem sie so erstaunlich gefressen haben, welche alsdann zum Bewundern aufge-hoben werden, wenn man sie sindet. Die heidnischen Negern halten sie für eine angenehmereSpeise als Vogelwerk. Wenn diese ihre dicken Hölzer wegbrennen, finden sie eine großeMenge solcher Schlangen schon für sich gebraten rch

Larli bekräftiget diese Nachricht, und meldet, als sie eines Tags unter den Bäu- Eine ver-irren bey Aolumbo spatziren gegangen wären: so hätten sie eins große Schlange entdeckt, ^die durch den Fluß Aoanzrr gesetzt hätte. Sie suchten solche mit Schießen und Werfen mit ^Erdklösern zurückzutreiben, denn Steine sindet man da nicht: allein sie kam ihnen zum Trotzehinüber, und nahm ihren Posten in einem kleinen Gebüsche von Gartenkräutern, unweitdem Hause. Manche sind fünf und zwanzig Fuß lang, und so dicke, als ein ziemlichesFüllen. Diese nehmen auf einen Mundvoll ein Schaf zu sich; und wenn sie solches ge-than haben, legen sie sich es zu verdauen in die Sonne. Die Schwarzen geben bey solchen

M 2 Gelegen-

p) Dessen Beschreibung siehe IV Band,a.d.r6rS. O Vgilbps Afriea auf der ;;z Seite,

unter dem Namen Boggc> oder Mandvil. r) tNcrollas Reise auf der 6z? Seite.

-) Hierinnen ist er von Bacrels Nachricht um r) Pigafetta auf der ps u. f. Seite,

terschieden. Siehe das Kupfer.