96 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,
Fische Lopez saget, der Fluß Zaire enthielte Krokodille, die bey den Eingebohmen Rap,
in Rongo. hießen ^). Merolla hingegen meldet ausdrücklich, es gäbe da keine Krocodille, wie
* " 'j„ andern Flüssen, und der Zaire liefere verschiedene Arten vortrefflicher Fische, die von den
Einwohnern auf mancherley Art gefangen würden, ob sie gleich, als Feinde allerschwerenArbeit, niemals viel fingen. Das Recht, mit Netzen zu fischen, gehöret einzig und alleindem Fürsten von Sogno, der gleichwohl allen, die ihn darum bitten, diese Erlaubniß er-theilet, und wenn er selbst Fische verlangt, seine Bedienten mit seinen eigenen Netzen sendet,welche zu sangen > ).
Gefräßige AZenn aber auch der Zaire keine Krocodille enthält, so trifft man ihrer genug in den
Kroeodile. andern Flüssen an. Dattel erzählet uns von einem in Loango, der so groß und begieriggewesen ist, daß er eine ganze Alibamba, oder eine Gesellschaft acht bis neun zusammengefesselter Sklaven verzehret hat. Das unverdauliche Eisen aber brachte den Fresser um,und ward nachgehends in seinem Bauche gefunden. Derselbe hat sie auch auf ihren Raublauren, und einen Menschen, ein Pferd, oder ein ander Thier ins Wasser schleppen sehen.Ein Soldat aber, der einst so überfallen ward, erstach das Krocodill mit seinem Messerdurch den Bauch ^).
Flußpferd, In den Flüssen von Rongo, besonders dem Flusse Zaire, trifft man das Wasser- oderFlußpferd an. Merolla meldet, es sey so groß, als zwey Landpferde, mit kurzen dickenSchenkeln, runden Füßen, und einem großen weiten Rachen, nebst einer doppelten Reyhegekrümmter Zähne, außer den langen Hauern, im untern Kinnbacken, wie an einem großenEber, mit denen es im Grimme alles, was ihm vorkömmt, zerhauet. Der Verfassersah eins von ihnen auf dem Flusse Zaire, unweit ihres Bootes schwimmen, und wie einPferd wiehern, dem es in der That sehr gleicht. Es bleibt ordentlich den ganzen Tag imWasser, und geht des Abends aufs Land zu weiden. Männchen und Weibchen sind alle-mal beysammen, und jener kämpfet verzweifelt für dieses. Ist das Weibchen trächtig, oderhat nur unlängst geworfen, (welches sie gemeiniglich in den Morästen thun, wo nur wenigWasser ist) so ist er ganz wütend, und fallt wohl aus Eifersucht die Barken an, und stürzetsie manchmal, wenn sie klein sind, mit seinen Füßen um. Daher vermeiden diejenigen, diesolches wissen, zu selbiger Zeit die Moräste.
wie man es Die Jäger verlegen ihm den Rückweg nach dem Wasser mit Booten, weil es frißt,
fängt. Bey seiner Rückkehr lassen sie einen Pfeilhagel auf das Thier fliegen, aber wehe denen, dieeinem verletzten in den Weg kommen, denn sie werden gewiß in Stücken zerrissen, wennsie nicht auf Bäume flüchten können. Diese Geschöpfe laufen manchmal wenn sie verwun-det sind, und keinen Weg zum Flusse offen finden, nach dem nächsten Abstürze und springenvon dar ins Wasser, wovon sie die Beine brechen, und leicht bekommen werden. DasFleisch wird nicht sonderlich geachtet, und dienet schlechten Leuten zur Speise, weil es dieGeistlichen für Fisch erklärt haben.
Arzneykräfte. Die männliche Ruthe, und die beyden Steine, die in des Männchens Ohren so groß alsHühnereyer gefunden werden, sind gut, den Nieren und Blasenstein aufzulösen; ein Löffelvoll vondiesen Steinen gepulvert, und in rememWasser aufgelöst, ist gut für Verstopfung des Harns.
In
-) Pigafctta auf der »8 u. f. Seite. e) Merolla heißt eS das Secpfcrd, wundert
»-) Merolla auf der 6» Seite. sich aber über diesen Namen, da das Thier nicht im
») Purchas Pilgr. H Band auf der §8; S. Salzwasser leben kann.