Band 
Fünfter Band.
Seite
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und den angranzenden Landern, xn Buch vm Cap. -oz

Wenn der große JaggaRalandola r) etwas Wichtiges unternahm, so opferte er dem Iaggaee.Teufel des Morgens vor dem Aufgange der Sonnen. Er saß in großer Pracht auf einem Stuh- —

le, mit einer Kappe, die mit Pfauenfedern geziert war, und hatte auf jeder Seite einen Zau-derer, rings um sich aber vierzig oder fünfzig Weibsbilder, von denen eine jede eines Zeverasoder wilden Pferdes Schwanz hielt, und solchen schwang, auch zugleich sang. Hinter ihnenbefanden sich verschiedene petes, ponges und Trummeln, welche spielten, und in der Mitteein großes Feuer, auf dem sich ein irdener Topf mit weißem Pulver befand. Mit demsel-ben bemalten die Zauberer den großen Jagga an der Stirne, den Schläfen, der Brust unddem Leibe, unter langweiligen Beschwörungen und Ceremonien. Darauf brachten sie seineAastngala, (ein Gewehr wie eine Axt), gaben sie ihm in die Hand, und befohlen ihm,tapfer gegen die Feinde zu seyn; denn sein Mokisso wäre bey ihm. Gleich darauf wardein Knabe vor ihn gebracht, den er tödtete, worauf vier Männer kamen, von denen er zwee-ne, wie ihm der Schlag ungefähr gerieth, hinrichtete. Die andern beyden befahl er außer-halb des Lagers niederzumachen.

Als dieses Blutbad angieng, befahlen die Zauberer Datteln wegzugehen; weil er einChristwäre: denn, wie sie sagen, so erscheint ihnen alsdann der Teufel. Darauf ließ der Jaggafünf Kühe im Lager, und sünfe außer demselben schlachten, auch eben so viele Ziegen undHunde. Das Blut ward aufs Feuer gesprengt, und die Leichname verzehrten sie mit großenFreuden. Andere Feldherren bey dem Heere bedienten sich oft eben dieser Ceremonie.

Wenn sie ihre Todten begraben, so machen sie eine Grube in die Erde, und einen Sitz Begräbnisse,für den Todten hinein. Dem Verstorbenen werden die Haare ordentlich aufgeputzt, seinLeib wird gewaschen und mit wohlriechenden Pulvern bestreuet: darauf legen sie ihm seinebesten Kleider an, und zweene Männer setzen ihn ins Grab. Zwo seiner Weiber werdenzu ihm gesetzt, und solchen die Aerme zerbrochen -<), worauf sie das Grab zufüllen. DieEinwohner werden, wenn sie sterben, auf eben die Art, und mit ihnen ihr Meister Hausrath,begraben. Monatlich drey Tage versammeln sich die Verwandten bey dem Grabe, klagen,und gießen Ziegenblut und Palmwein auf das Grab. Dieser Gebrauch wird so lange ge-halten , als jemand von des Verstorbenen Verwandten am Leben ist. Diese Leute sind beygesunden Tagen sehr gutthätig gegen einander, bey Krankheiten hingegen haben sie keinMitleiden x).

Die Erdbeschreiber setzen zwischen Benguela und das Land der Hottentotten einengroßen Landstrich längst der See, unter dem Namen des Königreichs Maeama oder Ma-raman, oder des Landes der Simbebas. De l'I sle aber erkläret in seiner Karte die Lagefür sehr ungewiß. Eopez meldet, es erstrecke sich südwärts bis an den Fluß Braver-gal ^), und bald an die Mondengebirge. Gegen Osten aber werde es durch den Fluß Ba-rzamidri, der durch den Fluß Aoari durchsetze, von dem Kaiserthume Monomotapaabgesondert.

Die

r) Oder Äalanvula.

«) Der Verfasser befand sich damals in Angola,a) Pucehas Pilgr. II Band auf der 977 Seite,

und V Band auf der 77z Seite.

Welcher fast unter deinWendezirkel des Stein-bocks im aasten Grade der Breite in die See fällt.

Allgem. Reisebeschr. V Band.

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