N4 Beschreibung der Lander vom Vergeb, der guten Hoffnung
171z päern, welche der Gesellschaft Schiffe mit Lebensmitteln versorgen müssen, im Pachte gehal-"Rolbe. ten werden, aber die Rochaquas besitzen beständig noch den größten Theil des Landes.
'---Es befinden sich auch hier verschiedene schöne Salzgruben. Die Europäer halten sich hier nicht
häufig auf, weil es nicht viel Quellen giebt. Die Holländer haben hier allezeit eine Wache,so wohl die Salzbrunnen zu versichern, als die See zu beobachten , und dem Cape,welches der Name der Stadt ist, Nachricht zu geben, wenn ein Schiff zu sehen ist. Allehorcenronsche Nationen verändern ihre Wshnplätze, und rücken mit ihren Hütten undihrem Viehe fort, nachdem es ihnen wegen der Weide bequemer ist. Wenn das Gras,welches dicke und hoch wächst, zu alt und hart ist, so verbrennen sie es auf dem Boden,und kehren wieder dahin zurück, wenn eö von neuem gewachsen ist, welches nicht langeZeit erfordert, denn die Asche machet den Boden sehr fruchtbar, und es fehlet nicht an er-frischendem Regen. Die Holländer verbrennen das Gras gleichfalls, und führen Grabenrund um das Feld, wo sie es verbrennen, damit das Feuer nicht weiter um sich greift.
Suffaquas. Nordwärts der Roehaquas, sind die Suffaquas oder Gassiquas, in einigerEntfernung von der G.ridattnab.ry, und nicht hart daran, wie Tachard sie setzet. Siewaren zahlreich und hielten viel Vieh, bis sie von den holländischen Freybeutern geplündertwurden, die den verschiedenen hottentotischen Nationen, da man sich daselbst fest zu setzenanfing, unsägliches Leid zugefügt haben. Dieß Land ist nunmehr schlecht bevölkert, hatwenig Dörfer und Vieh. Ein großer Theil der Einwohner verließen es desto eher, wellman wenig oder gar keine Quelle daselbst findet. Eben deswegen sind keine wilden Thiereda anzutreffen; der Verfasser meynet aber, es würden genug Quellen zu finden seyn, wennman darnach grübe.
Ob der Boden allhier gleich bergigt ist: so giebt er doch häufiges Gras, die Gipfelder Hügel sind sowohl, als die Thäler, mit den schönsten Bluhmen und wohlriechendenKrautern bedeckt /).
Udiquas. Die (Ddiquas oder Udiquas, stoßen an die Gussaquas, und beyde Nationen
sind im beständigem Bündnisse gegen ihre Nachbarn, die Chirigriquas, mit denen sielange und blutige Kriege geführt haben. Sie waren alle drey im Jahre 1706 im Kriegebegriffen , da der Verfasser ans Vorgebirge kam, und es ward damals ein holländi-scher Officier mit Soldaten abgeschickt, einen Vergleich zu vermitteln, seit welcher Zeit siefriedlich gelebt haben. Ehe aber der Vergleich geschlossen ward, ward ein Europäer voneinem Löwen verzehrt, und ein anderer mit einem vergifteten Pfeile in den Mund geschossen,welches ihm das Leben würde gekostet haben, wenn nicht die Hortemoten die Art, ihn zuheilen, entdeckt hätten.
Chirigriquas. Die Chirigriquao, die längst der Bay St. Helena wohnen, sind ein zahlreichesVolk, und ihrer Leibesstärke und Geschicklichkeit wegen merkwürdig; denn sie übertreffen alleandere Nationen, in Werfung der Assagay. Der schöne Elephantenfluß, der daher denNamen hak, weil ihn diese Thiere so oft besuchen, läuft mitten durch ihr Land, welchesvoller Berge ist, die auf ihren Gipfeln, wie die meisten in den hotten tonischen Ländern, dievortrefflichsten Wiesen haben. Der Boden ist viel besser, als der Gussiquas und OdiquaSihrer; die Thäler sind mit mancherley Bluhmen geziert, die eine besondere Schönheit undungemeinen Geruch haben, aber auch voller Schlangen, unter denen sich die gehörnte Art,Ceraftus genannt, befindet. Man findet auch hier und dar Kieselsteine von mancherley Ge-stalt und Farben. /) Rotbens Nelle, a. d. 6z S. In