Band 
Fünfter Band.
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bis nach Capo Guarda Fuy. XIII Buch I Cap. uz

In dieser Landschaft befindet sich ein großer Wald, der aus verschiedenen dicken und 171zhohen Bäumen besteht, welche diesen Ländern eigen sind; der Verfasser kann aber von ihren Lo lbr.Früchten so wenig Nachricht geben, als von ihrer Natur, weil er auf denselben keine Früchte ^1gesehen hat. Es ist wegen der Raubthiere gefährlich, da durchzureisen. Er ist durch ver- Wald.schiedene Wege abgetheilt. Die Bäume auf beyden Seiten stehen so dichte, und habenihre Aeste so in einander verschlungen, daß die Wege am hellesten Tage dunkel und an eini-gen Orten so finster sind, als ob man unter der Erde gienge.

Weil die Eingebohrnen dieser Gegend von den (Holländischen^ Freybeutern ungemeinviel ausgestanden hatten, die ihnen auf die grausamste Art das Leben und ihr Vieh raub-ten: so suchten sie einen jeden Europäer, der ihnen vorkam, hinzurichten, bis man mitihnen eine ordentliche Handlung zu Stande brachte. Vor der Zeit ward eine Anzahl Hol-länder, die dahin zu handeln kamen, von ihnen im Walde überfallen. Die Hortenrorenwaren von den Aesten der Bäume so bedeckt, daß man ihnen mit Feuergewehre nicht be-kommen konnte, und fielen mit ihren Lanzen ein. Worauf die Holländer, nach Verlust:eines Todten und mit vielen Verwundeten, in Unordnung auf das freye Feld flohen, da-selbst sich wieder stellten, und unter ihren Verfolgern eine solche Niederlage anrichteten, daßdiese bald verschwanden.

Die LIarnaquas werden in die großen und kleinen getheilt; die letztem liegen an der Namaquas.Küste, und die erstem östlich von ihnen ab. Beyde Nationen sind in ihrer Regierungs-und Lebensart unterschieden; sie werden aber von den übrigen, wegen ihrer Stärke, Ta-pferkeit und Klugheit, ungemein hochgehalten. Aolbe meldet, es wäre das vernünftigsteVolk gewesen, das er unter den Hocrenrotren gefunden hätte. Sie sprechen wenig, undihre Antworten sind kurz und überlegt. Ihre Weiber sind sehr munter und künstlich. Sieselbst sind stark am Leibe, und können zwanzigtausend streitbare Mann ins Feld stellen.

Beyder Landschaften sind voller sandiger und steiniger Gebirge, die folglich kein Gras Bode»,tragen; auch ist der Boden in den Thälern nicht der beste. Es ist da nur wenig Holz, undim ganzen Lande nur eine einzige Quelle. Der Elephantenfluß aber, welcher durchgeht, ver-sorget die Einwohner vornehmlich mit Wasser.

Diese Gegend ist voller wilden Thiere, und es giebt da eine besondere Art eines sie- Fleckiqrerckigten Hirsches. Sie sind nicht so groß, als in Europa, aber ungemein schnell, und ihre Hirsch.Flecken weiß und gelb. Sie gehen nie einzeln, sondern wohl Hundertweise zusammen. DasWildpräk ist fett und Wohlgeschmäcke, aber es schmecket nicht wie das deutsche.

Unweit der vorerwähnten Quelle steht ein Felsen, der wie eine Art von Festung gebil- Ein Schloßdet ist. Er wird Miros Schloß, von einem Feldherrn der LIamaquas genannt, wel- ge.

«her dieses zu seiner Belustigung gethan hat. Allein der Verfasser glaubet schwerlich, daßein Hottemot dazu Geschicklichkeit genug besessen habe. Es stecket so vielKunst als Arbeitdarinnen; besonders sind zweene Plätze wohl angelegt, in denen sich eine starke Anzahl Leuteaufhalten kann. Kurz, es ist das artigste Stück Arbeit in allen hottentottischen Ländern.

Dem Leser eine Probe von der LIamaquas Geschicklichkeit zu geben, mag folgendes die- Die Hollän-nen. Als die Holländer das erstemal in ihre Landschaften kamen, redlich um Vieh zu handeln, der werdenwobey sich Claas, ein berühmter Hottentot am Vorgebirge, befand: so hielten die LTama-quas sie für Freybeuter, von denen sie sowohl, als die Chtrigriquas, vieles ausgestan-«) Oder Hungrig,ms. P 2 den