-4o Beschreibung der Lander vom Vergeb, der guten Hoffnung
171 z gestoßen werden; sie wohnten in viereckichten leimernen Häusern, dergleichen Bauart manRolbe. unter den ^>ortenroren nicht sieht; sie trügen Kreuze an einem Stricke, der ihnen über den' " Hals hängt, welche Zierrath man ebenfalls bey den Hottenroren nicht findet; sie bestellten
ihr Feld ganz anders, als die Hoctemocen, säeten eine Art türkisch Korn, und brautendaraus, da die Horrencocen weder säen noch brauen.
Ihr Handel. Diese Aasren handeln mit den Seeräubern auf dem rothen Meere, die ihnen seiden«Zeuge für Elephantenzähne vertauschen, die sie wiederum bey den Schiffern, die bey Tierrade L^atal einlaufen, für europäische Waaren, und oft für Theer, Anker, und Tauwerkgeben, und solches von neuem an die Seeräuber überlasten. Die Seide, die sie nicht andie Europäer absetzen, lassen sie den Aasren von Monomorapa. Die Portugiesen vonMozamdik haben viel mit ihnen zu thun.
Vorerwähnter Hauptmann traf zu Tierra de i77atal einen Engländer an, der seinSchiff verlassen und sich unter den Aafren gesetzt hatte; er hatte zwo Weiber von ihnen,und verschiedene Kinder. Er war wie ein Aafr gekleidet, und lebte vollkommen so.
Geschichtevon einemEngländer.
Nachrichtvon derKarte.
Er zeigte dem Hauptmanne viel Stöße Elephantenzahne, und viele Zimmer voll Sei-denwaaren, und sagte, er wolle mit solchen nach dem Vorgebirge zugehen, und seineWohnung und Familie auf immer verlassen. Als der König des Landes von seinem Unter-nehmen Nachricht erhielt, so ließ er ihn zu sich kommen, und verwies ihm seine treuloseUndankbarkeit, gegen ein Volk, das ihn so großmüthig aufgenommen, und ihm geholfenhatte; er stellte ihm das Elend vor, in welches seine Abreise seine Familie versetzen würde,denn er, der König, würde nicht für sie sorgen, und vermuthlich auch niemand anders.Endlich ermähnte er den Engländer so beweglich, seinen Weibern und Kindern die schuldigeGewogenheit und Zärtlichkeit zu erzeigen, und sie nicht so grausam zu verlassen, daß desKerls Herz erweicht wurde. Des Kafrkönigs Beredsamkeit besiegte ihn; er fiel ihm zu Füßen,bath um Verzeihung, und ließ sein Vorhaben fahren. Er erzählte dieses selbst hernachdem Hauptmann, und beredete einen von dessen Leuten nachgehends, gleichfalls das Schiffzu verlassen, und sich mit ihm unter den Aafren zu setzen ä).
Es wird nicht unnütz seyn, ein Wort von unserer Karte zu sagen, die wir aus demAolbe genommen haben, und die vorstellet, was die Holländer am Vorgebirge der gutenHoffnung besitzen. Aolbe meldet uns, diese Vorstellung sey vollkommen richtig r); gleich-wohl saget er nicht, daß er sie selbst gemacht habe, und wie er dazu gekommen sey. Ver-muthlich hat er eine Karte der Holländer auf dem Vorgebirge abcopirt, und ob sie wohl vonandern Karten sehr unterschieden ist, auch mehr besondere Umstände angiebt, und imHaupt-werke richtig genug seyn mag: so stimmet sie doch, wie wir in unsern Anmerkungen etlichemale erinnert haben, nicht durchgängig mit Aolbens Beschreibung überein. Das Cape,oder die Stadt selbst, liegt nicht in der Länge oder Breite, die der Verfasser angegeben,welches zeiget, daß die Karte nicht von ihm selbst gemacht worden. Tachards Karte vomHvttenrotenlande, welche von den Holländern am Vorgebirge soll gemacht seyn, ist einsehr schlechtes Werk, und sieht einer abgezeichneten Aussicht ähnlicher, als einer Karte.L77euhof hat, von dem Vorgebirge selbst, eine große Karte geliefert, und eine andere be-findet sich im englischen Piloten.
Der
S) Rokbe I Band auf der 8l und folgenden Seite.