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liches Gewächse, das solche wie eine Schürze bedecket. Kein Geschlecht schneidet die Nä- 171 zgel von Fingern oder Zähen ab. Sie sind selten bucklicht oder sonst verunstaltet §). Lolbe.
Sie sind stark, gelenke, und erstaunlich schnell. Ein wohlberittener Reuter kann Leibesbeschaf-schwerlich den Hottentotten gleich fortkommen. Daher halt der holländische Statthalter ftnheit.am Vorgebirge beständig eine Zahl guter Pferde fertig, fte im Nothfalle zu verfolgen. Siesind gute Jäger, und im Gebrauche ihrer Wurfspieße und Pfeile, auch der Rttri oderRak-kum-Stöcke so erfahren, daß sie sich mit den erstem vertheidigen, und auf eine bewunderns-würdige Art Pfeile und Steine ausschlagen.
Was ihre Gemüthseigenschaften betrifft, so haben sie zwar einige Schriftsteller als Gemüthiei-allen Lastern ergeben abgeschildert, aber neuere und bessere Nachrichten versichern uns, genschasten.daß solches zuviel, wo nicht gänzlich falsch ist. Ihr vornehmstes Laster ist die Faulheit,die über ihre Leiber und Seelen herrschet. Nachdenken ist eine Arbeit für sie, und Arbeitist die größte Plage ihres Lebens. Ob sie wohl die Vortheile und Ergöhungen, die aus derArbeitsamkeit entstehen, beständig vor Augen haben, so kann sie doch nichts, als die äußersteNoth zum Arbeiten bringen. Diese Liebe zur Nachläßigkeit und Freyheit ist ihr höchstesGut. Zwang ist ihr Tod. Wenn die Nothwendigkeit sie zu arbeiten treibt, so lassen siesehr wohl mit sich umgehen, sind gehorsam und treu: aber wenn sie so viel haben, als sieseht brauchen, so sind sie zu allen fernern Vorschlägen taub. Es ist unmöglich, ihre herr-schende Faulheit auszurotten.
Ihr nächstes Laster ist die Liebe zum Trunke. Man gebe ihnen Brandtewein oder star- Liebe zumkes Getränke und Tobak, so werden sie-trinken, bis sie nicht mehr können, schmauchen bis sie Trunke.nicht mehr sehen, und brüllen bis sie taub sind. Die Weibsbilder sind ordentlich diesemFehler unterworfen, aber sie können viel vertragen, ehe sie trunken werden, und alsdannsind sie sehr närrisch und ganz rasend So sehr sie aber auch starke Getränke lieben, sosicher kann man ihnen solche vertrauen; ohne Erlaubniß werden sie keinen Tropfen anrüh-ren. Solche Treue trifft man anderswo selten an. Ueberdieß folgen bey den Hottentot-ten auf die Trunkenheit nicht die bey uns gewöhnlichen Laster. Weder Männer noch Wei-ber führen lsich dabey unverschämt auf. Die schlimmste Wirkung ist, daß sie Händel an-fangen, die sich oft mit Schlägen endigen.
Ein anderer Fehler der Hottentotten ist, daß sie gegen ihre Mütter sehr unerkenntlich Unerkennt«sind. Nachdem ein Hottemot, vermittelst eines feyerlichen Gebrauchs, ist unter die Zahl sichten gegender Männer aufgenommen worden, so mag er seine Mutter ohne Bedenken schimpfen oder ihre Mütter,schlagen; und je übeler er mit ihr umgeht, deflo^höher schätzet man ihn. Die Weiber schei-nen diese Unbesonnenheit geduldig zu ertragen, ja zu entschuldigen. . Will man die altenLeute von dem Unsinnigen in dieser Gewohnheit überführen, so löset die gewöhnliche Antwort,es sey eine alte hottentotische Gewohnheit, alle Einwürfe auf nl).
Noch weiter beschuldigt man sie mit Recht des barbarischen Gebrauchs, daß sie ihre Die seh«»Kinder und abgelebten Eltern wegsetzen. Wir sehen aber doch, daß alte Nationen, die wegen Kinder undihrer Gelehrsamkeit berühmt sind, eben dieses Verbrechen begangen haben r). Wegen der ersten Eltern weg.Unmenschlichkeit berufen sich die Hottentotten bloß auf die Gewohnheit: daß sie aber ihre ab-
T 2 gelebten
«f) Reibe auf der z? und folg. Seite; imglei- -) Wie auch noch jetzo die Chinesrr und Zapa,chm auf der zr4 Seite. neser diese unmenschliche Gewohnheit haken.