Band 
Fünfter Band.
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148 Beschreibung der Lander vom Vorgeb. der guten Hoffnung

171z gelebten und unnützen Alten in einer Hütte dem Hunger oder den wilden Thieren allein überlas-L-lbe. sen, vertheidigen sie als eine Gefälligkeit, dadurch sie das Elend des Lebens ihnen verkürzten.

^— -' Man kann unter die Laster der Hottentoren, ihre Unsauberkeit in Speisen und der

Kleidung rechnen, welche von ihrer Nachläßigkeik'herzurühren scheint /).

Ähre Gut- Wir müssen nun die schönere Seite von dem Charakter der Hottemoren betrachten;Herzigkeit, die vornehmsten Tugenden, die ihnen vor andern eigen zu seyn scheinen, sind Gutherzigkeit,Freundschaft und Gastfreyheit. Sie sind gegen einander ungemein gutwillig, und suchenalle Gelegenheiten, einander gefällig zu seyn. Ein Hortemore eilet, seinem Landsmannebeyzustehen, wenn solches verlangt wird; er giebt seine Meynung auf Befragen aufrichtigvon sich, er hilft seinem Landsmanne mit allen Kräften aus seiner Noth, und eines vonden größten Vergnügen, das die Hottentoten zu genießen scheinen, ist, einander zubeschenken F).

Gastsrcphkit Ihre Gastfreyheit erstrecket .sich selbst auf europäische Fremde. Wenn man durch dieLandschaften am Vorgebirge reiset: so wird man überall willig und liebreich aufgenommen,und Redlich- Kurz, die Redlichkeit der Hottentotten, ihre scharfe und geschwinde Handhabung der Ge-keit. rechtigkeit, und ihre Keuschheit, haben bey wenig Nationen ihres gleichen. Ein liebens-würdiges und angenehmes natürliches Wesen befindet sich bey allen ihren Verrichtungen.Viele haben als die Ursache, daß sie sich nicht zum Christenthums wendeten, den Neid,den Geiz, die Wollust und die Ungerechtigkeit, die sie unter dessen Bekennern so häufigsahen, angegeben ^).

Geschichte Man darf aber doch auch nicht glauben, als ob sie von diesen Lastern ganz frey waren,vom Klar, Aolbe giebt ein Beyspiel von eines ^>ottentorenkomgs oder Oberhaupts Wollust, Unge-rechtigkeit und Gewaltthätigkeit, in der Geschichte eines reichen Glmjemans, NamensAlas. Der König hatte diesem seine Frau mit Gewalt entführt; und weil Rias darü-ber untröstbar war: so beschloß jener, ihn auch um das Leben zu bringen. In dieser Ab-sicht ließ er ihn von des Statthalters Bedienten anklagen, als ob er die ihm von den Hol-ländern anvertrauten Güter veruntrauet hätte; ob er sich gleich dabey so redlich aufgeführethatte, daß selbst seine Ankläger ihn darum beneideten. Der Statthalter war eben so un-gerecht, als die übrigen, und verbannte Rlaftn auf das Robbeneyland, zog auch seineGüter ein, ob gleich derselbe seine Unschuld völlig dargethan hatte,einem tugend- Hauptman Eheunis Gerbranz van der Sci)elling,welchemAlas bey seinem Schiff-

haften Hot- bruche auf das gutherzigste geholfen hakte, war über diese Ungerechtigkeit, die seinem Wohl-centotten. thäter wiederfuhr, ungemein empfindlich, und stellte den Directoren bey seiner Zurückkunstnach Holland die Sache für Alasen so Vortheilhaft vor, daß sie Befehl ertheilten, Ala^sen zurück zu rufen, und ihm alle seine Sachen wieder zu geben: allein die weißen Wölfehatten das meiste davon verzehrt. Alas begab sich mit dem, was er bekommen konnte,vergnügt zu seiner alten Wohnung, war aber nicht lange, daselbst, als ihn der König er-morden ließ, und sich also von dem Besitze der Frau dieses tugendhaften Mannesversicherte r).

Ihre Spra- Ihre Sprache ist ungemein verwirrt und rauh. Ein Wort bedeutet vielerley, unddie Aussprache erfordert so viel Anstoßen, Biegen und Hinundherschlagen der Zunge, daß sie

wie

/) Rolbe auf der 144 und 333 Seite. 6 ) Ebenderselbe auf der i<L 6 und 337 Seite.

L) Derselbe auf der zs, 324 und -37 Seite. r) Ebendaselbst auf der 39 u. f. S-eite.