Band 
Fünfter Band.
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»54 Beschreibung der Lander vorn Vorgeb.der guten Hoffnung

17 rz Geschmacke. Wenn sie sich zu einem Weißen vermischen, so ist Toback allezeit ein Artikel der

Rolbe. Besoldung. In Ermangelung des Tobacks brauchen sie Dakha, welches den Kopf eben so^^' einnimmt, und mengen es manchmal unter den Toback, welches Mengsel sie Buspaschnennen. Eine gewisse Wurzel, Aanna genannt, die trunken machet, wird von ihnenebenfalls sehr hoch geschätzt. Man wird sie bey den Pflanzen nachgehends weitläuftigerbeschreiben F).

Dörfer und Sie wohnen, wie die Tartarn, in Dörfern, mit denen sie von einem Orte zum an-Hüttm. dem rücken. Sie heißen solche Araale. Ordentlich bestehen dieselben aus wenigstenszwanzig Hütten, welche so dichte, als möglich, an einander gebaut sind. Man hält es füreinen schlechten Araal, wenn nicht mehr, als hundert Personen, darinnen sind. Mcisim-theils haben sie zu drey - bis vierhundert Einwohnern, ja manche zu fünf Hunderten. Ineinem jeden Dorfe ist nur ein einziger und sehr enger Eingang. Die Hütten sind in einenKreis, an den Ufern eines Flusses, wie sichs am bequemsten thun läßt, gesetzt, und Oefenähnlich. Das Bauzsug sind Stäbe und Matten. Die erstem sind von der Stärke einesGriffes an einer Harke, aber viel länger. Die Matten werden von den Weibern ausBinsen gemacht, und so dichte gewebt, daß kein Regen durchdringt. Der Boden dieserHütten ist länglicht rund, seine größte Länge etwan vierzehn Fuß, und die kürzeste zehn Fuß.Queer über diese letztem befestigen sie einen Stock bogenweise, so, daß seine beyden Enden inder Erde stecken, und der Gipfel dieses Bogens ist zugleich der Gipfel des Hauses. DreyBogen, die'mit diesem parallel sind, stehen vor ihm nach dem Eingänge zu, und fünfe hin-terwärts, schließen die Hütte. Sie bedecken solche nicht, wie Vogel saget, mit Strohs,sondern mit Matten, deren Ecken so dicht über einander liegen, daß weder Wind noch Re-gen durchdringen können. Die reichern Hottentotten haben noch über dieses über ihren Hüt-ten eine Bedeckung von Häuten. Der Eingang ist etwan drey Fuß hoch, und zween Fußbreit, so daß die Hottentotten auf allen Vieren hineinkriechen. Inwendig oben an dieser Thüreist ein Fell befestigt, das sie wie einen Vorhang erheben und niederlassen können, und sichdadurch vor dem Winde verwahren. Wenn ihnen aber solches zu lange währet, so öffnen siedie Thüre auf der andern Seite. Da weder Männer noch Weiber in diesen Hütten stehenkönnen, so hucken sie platt auf den Hinterbacken; welchen Sitz die Gewohnheit ihnen leichtgemacht hat.

Familie und In diesen großen und kleinen Hütten hält sich nur eine Familie auf einmal auf, die ausHausrattz. zehn oder zwölf Alten oder Jungen besteht. In der Mitte der Hütte ist ein großes Loch,etwan einen Fuß tief, als der Feuerplatz. An den Seiten sind kleine Löcher, darinnen zuschlafen; eine jede Person von einem jeden Geschlechte hat ihre besondere Schlafstätte, dar-ein legen sie sich zur Ruhe, und breiten ihre Aroffen oder Mäntel unter sich; die Aroffcn,die sie übrig haben, nebst ihren Bogen und Pfeilen, hängen an der Seite. Zween oderdrey Kochtöpfe, einer oder zweene zum Trinken, und einige irdene Gefäße zu Milch undButter, machen ihren ganzen Hausrath aus. Weil der Rauch aus diesen Hütten keinenAuSgang hat, als durch die Thüre, so kann kein Europäer in denselben bleiben, wenn Feuerdarinnen ist; und man muß sich verwundern, daß so kleine und aus so verbrennlicher Ma-terie erbaute Hütten nicht anbrennen.

F) Rolbe im I Bande a. d. rio u. f. S- ä) Ebenderselbe auf der 217 u. f. S.

Eine