Band 
Fünfter Band.
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bis nach Capo Guarda Fuy. XIII Buch III §ap. izz

wenn aber ein Schaf oder eine Kuh umfällt, so essen sie das Fleisch ohne Bedenken, und 171zhalten es für gesund. Sind die Männer mit den Früchten, Wurzeln und Milch, damit Rolbe.die Weiber sie versorgen, nicht zufrieden, so gehen sie auf die Jagd, oder wenn sie nahe am * '

Meere wohnen, fischen. Sie jagen allezeit in starken Gesellschaften. Das Eingeweide desViehes oder Wildes sehen sie für das beste Essen an, wenn es in Thierblute mit Milche ver-menget gekocht ist. Manchmal braten sie solches auch, essen es aber ordentlich in beydenFällen halbroh. Sie fressen ihre Speisen sehr begierig und wie rasend auf, ohne sehr aufden Wohlstand zu sehen. Die Weiber kochen beständig, außer wenn sie ihre monatlicheZeit haben, da die Männer entweder bey ihren Nachbarn das Essen zurichten lassen, odersich selbst kochen. Sie kochen ihr Fleisch wie wir; zum braten aber legen sie es zwischenzween flache Steine.

Sie haben keine ordentliche Mahlzeiten, sondern essen, wie sie Lust und Hunger an- Verbothen»treiben, bey Tage und bey Nacht. Bey schönem Wetter essen sie unter freyem Himmel, Specken,bey Winde oder Regen aber in ihren Hütten. Gewisse Speisen sind ihnen durch das Her-kommen verbothen. Schweinefleisch und Fische ohne Schuppen sind beyden Geschlechternuntersagt. Hasen und Kaninchen dürfen nur die Weiber, und Maulwurfsfleisch nur dieMänner esien.

Die Unreinlichkeit der Hottentotten machet sie voller Läuse, von denen manche sehr groß Fressenkäuse,sind, die sie auch essen. Fraget man sie: wie sie so ein abscheuliches Gewürme essen können?so berufen sie sich auf das Wiedervcrgeltungörecht, und sagen, es sey keine Schande, das zu» fressen, was sie frißt. Sie schämen sich auch nicht, wenn man sie gleich bey ihrer Lausereyantrifft, und dergleichen Ungeziefer haufenweise auf ihnen herumkriecht.

Die Europäer am Vorgebirge haben eine Art von Feldschuhen, aus der rohen Haut und Schuhe,eines Ochsen oder Hirsches, mit der haarichten Seite auswärts geschnitten. Wenn sie sol-che wegwerfen, werden sie von den Hottentotten aufgelesen, und auf einen regnichken Tag,wenn ihre Lebensrnittel ausgehen, aufgehoben, da sie solche mit großer Lust verzehren. Siesengen erst das Haar ab, weichen sie alsdann in Wasser, und kochen sie darauf über demFeuer.

Die Hottentotten unter sich essen nie Salz, auch thun sie kein Gewürze an ihreSpeisen. Aber solche gewürzte Gerichte schmecken ihnen bey den Europäern sehr wohl, undsie essen stark davon, ob sie gleich darauf oft krank werden, und diejenigen, die sich an un-sere Speisen gewöhnen, nie so gesund sind, noch so alt werden, als ihre andern Landsleute.

Männer und Weiber essen bey ihnen allezeit abgesondert /).

Der Hottentotten ordentliches Getränk ist Milch oder Wasser, vermengt oder allein; Ihr Gerdie Männer aber kosten keine Schafmilch. Sie sind große Liebhaber von Wein, Brandte-wein und Arrack, besonders dem letztem, weil solcher am Cape am wohlfeilsten ist. ImWählen sind sie auch nicht ekel; denn wenn der Wein gleich dick oder sauer ist, so geht erihnen doch so gut, als der beste, hinunter.

Sie brauchen gewisse Sachen sowohl zur Ergötzung, als andere Leute. Beyde Geschlechter Ihre ErgL-haben eine außerordentliche starke Neigung zum Toback. Ein Horrenroc wird lieber einen hangen.Zahn, als ein Korn Toback hergeben; und die Holländer am Vorgebirge trauen dem Ur-theile der Hottentoten am Cape vom Tobacke mehr zu, als dem Europäer von dem besten

Geschmacke.

e) Derselbe auf der 49 u 187 Seite. /) Ebenderselbe n. d.47 S. imgl. a. d. 222 u. f. S.

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