Band 
Fünfter Band.
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156 Beschreibung der Lander vom Vergeb, der guten Hoffnung

! 71z Brummeisen oder der Maultrommel thun, und die verschiedenen Töne des Gomgom kom-

Rolbe. men von der verschiedenen Regierung ihres Athems her.

Das große Gomgom ist von dem kleinern nur durch eine Kokosschale unterschieden,

Gomgom. von der das obere^Theil abgeschnitten, und sie vermittelst zweyer Löcher an dem Stricke befe-stigt ist, ehe solcher an den Bogen kömmt, daß sie also beym Spielen die Schale hin undHerbewegen, und dem Kiele nähern oder davon entfernen, nachdem sie den Schall ver-ändern wollen.

Topftrum- Ein ander hottentottifch Instrument ist den Weibern eigen, und besteht aus einem ir-

mel. denen Topfe, mit einem plattgemachten Schaffelle bedeckt, das dichte mit Sehnen wie aufeiner Trummel angezogen wird. Sie bringen mit diesem Instrumente nur einen Ton, mitwenigen Noten hervor.

Ihr Singen. Ihre Vocalmusik besteht in dem einsylbigten Worte Ho, und zween oder drey wildenGesängen oder Falaldrums. Der erste begreift wenige Noten in sich, und wird bey allenihren zum Gottesdienste gehörigen Gebräuchen gesungen: aber überhaupt ist alle ihre Mu-sik wild, und europäischen Ohren zuwider 6 ).

Ihr Tanzen. Ihr Tanzen besteht in folgenden: die Männer des Kraals hucken sich in einem Kreisenieder, und lassen für die Weiber Plah, sich zu ihnen zu fügen. So bald man die Gom-gome höret, fangen die Weiber an, die Topftrummeln mit ihren Fingern zu schlagen;alle die übrigen singen Ho, ho, ho, und klopfen in die Hände. Alsdann stellen sich verschie-dene Paare zum Tanzen dar: es geht aber nur ein Paar auf einmal in den Kreis, und sietanzen mit den Gesichtern gegen einander gekehrt. Wenn sie anfangen, stehen sie etwazehn Schritte von einander, und sie tanzen gegen fünfzehn Minuten, ehe sie zusammen kein-men. Zuweilen tanzen sie die Rücken gegen einander gekehrt, nehmen aber einander niebey den Händen, und ein Tanz währet wohl eine Stunde. Beyde Tänzer sind sehr flüch-tig , und springen sehr hoch und rein. Die Weiber sehen währender Zeit beständig auf ihreFüße nieder, und singen Ho, ho, ho, wobey sie in die Hände klopfen. Wenn sie Manns-personen zu Mittänzern verlangen, stehen sie auf, und schütteln die Ringe an ihren Füßen,die, wenn sie beym Tanzen niederstoßen, ein Getöse, wie das Geschirr eines Kutschpferdesmachen, wenn es sich schüttelt. Die Tänzer ermüden meist die Spieler, weil die Lust sel-ten ein Ende hat, bis alle Einwohner durch sind; außer dem Tanzen bey ihrem Gottesdien-ste, verrichten sie dergleichen auch bey andern Gelegenheiten, als wenn zwischen zwo krie-genden Nationen ein Gamsirm oder Friede gemacht ist; wenn die Einwohner eines Fleckensein wildes Thier getödtet haben, einem drohenden Uebel entgangen sind, oder sonst ein be-sonderes Glück erhalten haben c).

Ihr Jagen. Die Jagd ist eine andere Ergöhung der Hottentotten, in der sie erstaunliche Geschick-lichkeit, so wohl im Gebrauche der Waffen, als im schnellen Laufen zeigen. Es ist in derThat zu verwundern, daß sie ihre schnellen Füße nicht öfterer misbrauchen, ob wohl bis-weilen dergleichen Vorfälle sich ereignet haben, von denen einer verdient zur Belustigungerzählt zu werden.

Ein lustiger Ein holländischer Bootsmann landete am Vorgebirge, und gab einem Hottentotten eine

' "M. Rolle Tobak, etwa zwanzig Pfund schwer, solche ihm in die Stadt nachzutragen. Als sieauf einige Entfernung von der Gesellschaft gekommen waren, fragte der Hottentotte den

Boots-

6) Rolbe im I Bande auf der 27z und folgenden Seite.