Band 
Fünfter Band.
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i6a Beschreibung der Länder vorn Vergeb, der guten Hoffnung

I -sIz gen Nägeln in das Fett Furchen macht, damit der Harn desto tiefer durchdringe. AlsdannRolbe. thut er der Braut eben diese Gefälligkeit, und keh.et von einem zum andern, bis alle sein

'-"-'Vorrath erfthöft ist, wahrend welcher Zeit er kurze Segenssprüche, etwa folgenden Inhalts

hersaget: Leber glücklich zusammen, Haber einen Sohn ehe das Jahr aus ist'; seyHochzeitfest. du ein gurer Jäger oder Rrieger. Darauf machen sie sich zum Hochzeitfeste fertig. DieDchsen werden in viel Stücke zerhauen, und alle auf einmal zugerichtet, zum Theile gekocht,zum Theile gebraten. Sie kochen wie die Europäer: aber ihr Braten ist ganz ein ander Ding.Sie machen auf einen großen flachen Stein ein Helles Feuer, bis er durch und durch heißist, alsdann wischen sie die Asche mit einer Handvoll Gras ab, legen das Fleisch darauf,und bedecken es mit einem andern solchen Steine. Endlich machen sie rund herum und auchoben auf dem Steine Feuer, und st wird es bald gebraten.

Männer und Weiber werden in besondere Kreise gestellt. Der Bräutigam sitzt fürdas-mal bey den letztem, kostet aber von ihren Speisen nichts, weil er sein besonderes Essenhat. Die Speisen werden in Töpfen aufgetragen, die von Schmeere fein glänzen. Manchehaben Messer, andere zerreißen das Fleisch mit den Fingern, und alle essen erstaunlich ge-schwind. Die Zipfel ihrer Grossen dienen statt der Schüsseln; ihre Löffel sind Perlen-mutter und andere Seemuscheln, ohne Handgriffe; ihr Getränk ist Wasser und Milch,starke Getränke werden bey solchen Festen feiten gebraucht.

IhrRauchen. Nach dem Essen rauchen sie Tobak oder Dakka , und jede Gesellschaft hat eine Pfeift.

Derjenige,der sie füllet, thut zweene oder drey Züge, giebt sie alsdann einem andern, und sogeht es herum. Manche schlingen den Rauch hinunter, und je mehr ihnen solcher den Kopfeinnimmt, desto größer wird der Lärmen und das Geschwätze. So bringen sie den meistenTheil der Nacht zu, und gegen den Morgen eilet der Bräutigam in seiner Braut Arme; dirübrigen legen sich schlafen. Dergleichen Fest halten sie zween oder drey Tage, bis ihre Le-bensmitkel verzehret sind, und alsdann ist die Hochzeit aus. Es ist seltsam, daß sie so großeLiebhaber von Musik und Tanzen sind, und doch keines von beyden bey ihren Hochzeitenverstatten. Sie erlauben die Vielweiberey: aber selbst die Reichen haben selten mehr, alsdrey Weiber. Zwischen ersten und andern Geschwisterkindern, verstatten sie weder Ehe nochHurerey, und nach einem alten Herkommen, werden die Verbrecher, ohne auf ihren Rangund ihr Vermögen zu sehen, zu Tode geschlagen.

Ein Vater giebt seinem Sohne selten mehr mit, als ein Paar Kühe und soviel Scha-fe; die Töchter bekommen selten etwas, als eine Kuh und zwey Schafe, die gleichwohl derVater oder ihre Familie wieder bekommen müssen, wenn sie ohne Kinder stirbt. Ben ih-ren Heirathen sehen sie nicht auf Reichthum, sondern auf Witz, Schönheit und Annehm-lichkeit, daß öfters die Tochter eines armen Mannes das Oberhaupt eines Araals oder ei-ner Nation bekömmt s).

Der Ehebruch wird bey ihnen allezeit mit dem Tode bestraft: sie verstatten aber dieEhescheidung, wenn der Mann» Ursache anzugeben vermögend ist, die den Männern seinesFleckens gültig zu seyn scheinen. Alsdann mag er wieder heirathen: aber eine abgeschiedene Fraudarf solches bey Lebzeiten ihres Mannes nicht thun. Ein besonderer Gebrauch ist, daß eineWitwe, die wieder heirathet, sich ein Glied vom Finger für jeden Ehemann nach dem ersten,abschneidet, und von dem kleinen Finger anfangt. Aber das ist falsch, was Vogel mel-det,

Rolbe im I Bande auf der 150 «. f. S. imgk. auf der H8,127 «nd Zop Seite.

Ausstattungder Kinder.

Ehebruch.

Zweite Hei-rat!).