bis nach Capo Guarda Fuy. XM Buch M Cap. r6i
bet, daß sich jede Braut ein Glied vsm kleinen Finger abschnitte und solches dem Brautk- 171zgame gäbe, auch bindet er keinen Ochsen - oder Schafdarm um seinen Nacken. Boeving Lolbe.behauptet noch lächerlicher, die Mutter bisse dem Kinde ein Glied vom Finger ab, da doch' ^'
niemals einige Glieder am Finger den Männern oder Weibern, sondern nur Witwen fehlen,die wieder geheirathet haben §).
In jedem Araal wird eine Frau, welche die meiste Geschicklichkeit besitzt, zur Hebamme GebZhren.auserlesen, und bleibt solches Zeit ihres Lebens, aber ihre Besoldung besteht nur in einemGeschenke dann und wann. Wenn ihrer Patientinn die Wehen ankommen, so leget sie solcheauf einen ausgebreiteten Kroß auf die Erde, der Ehemann geht bis nach der Entbindungaus dem Hause, sonst ist er dem Araal mit einem Schafe verfallen; wenn die Geburt lang-sam geht, so kochen sie Milch und Tobak, feigen solches durch und geben das Getränke,wenn es kalt ist, der Frau, die davon alsobald gediehet.
Sobald das Kind zur Welt gebracht ist, reiben sie es gelinde über und über mit fri-schem Kuhmiste; wenn solcher trocken ist, reiben sie ihn ab, und waschen es alsdann mit Saf-te, der aus den Stengeln der hottentocischen Feige gedruckt ist. Ist auch diese Feuchtig-keit vertrocknet, so reiben sie den Leib über und über mit Schafsfette oder geschmolzener But-ter; und wenn solches sich wohl eingezogen hat, so pudern sie ihn mit Bukhu, das sichwie eine Rinde zusammen hängt; und so geht das Beschmieren an.
Ist das Kind männlichen Geschlechts, so rücket der Flecken fort; sind es Zwilling« Wegsehungmännlichen Geschlechts, so stellen die Eltern außerordentliche Freudenbezeugungen an: sind der Mägd-es aber zwey Magdchen, so richten sie ordentlich das häßlichste hin, imgleichen auch das ^>1.Mägdchen, wenn es Zwillinge zweyerley Geschlechts sind. Sie sehen es alsdann auf denAst eines Baumes oder begraben es mit Einwilligung des ganzen Araals lebendig. Manch-mal haben die Weißen am Vorgebirge solche weggesetzte Kinder gefunden und erzogen: aberwenn sie zu reifern Jahren kamen, verließen sie die europäischen Sitten, Kleidung und Reli-gion , und giengen wieder zu ihrem Volke.
Der Aroß, auf dem die Frau gebohren hak, wird sogleich verscharrt, damit nichtHexenmeister vermittelst desselben Mutter oder Kind bezaubern. Die Nabelschnur lassensie mit einer Schafsehne unterbunden, hängen, bis sie abfaulet.
Wenn das Kind auf vorbeschriebene Art gereinigt ist, so bekömmt es seinen Namen Benennungvon der Mutter, gemeiniglich nach einem Thiere, das sie lieb hat, alsHakqua, ein Pferd, des Kindes,Gammon ein Löwe, Ghoudie ein Schaf und so weiter. Der Mann darf sich zu der Fraunach ihrer Geburt und bey ihrer monatlichen Zeit nicht nahen , bis sie wieder gesund wird;sonst sieht man ihn als unrein an, und er muß sich, vermittelst eines fetten Ochsens, reinigen r).
Die Frau reiniget sich nach verflossener Zeit, durch Beschmierung ihres Leibes mit Kuh-miste, der abgerieben wird, wenn er trocken ist, da sie sich alsdann mit Fette beschmiert,und mit Buckhu gepudert, ihren Ehemann erwartet. Dieser thut eben dergleichen, eheer zu ihr kömmt. Alsdann hucket er nieder, schmeichelt ihr, und rauchet bis er dumm wirdund einschläft.
Bey der Geburt des ersten Kindes sind die Freudensbezeugungen am größten, undder älteste Sohn Hat gewissermaßen eine.unumschränkte Gewalt über seine Brüder undSchwestern <i). Man
6) Ebenderselbe auf der i;8 u. zo- Seite, c) Wie das Gesetze der Juden z B. Mos. ir Cap.
- R.olbe im l Bande a. d. 141 u. f. S-
Allgem. Reisebeschr. V Band. T