162 Beschreibung der Lander vorn Vergeb, der guten Hoffnung
171Z Man hat in Europa durchgängig geglaubt, die Hottentotten kämen mit platten Na-
Rolbe. sen auf die Welt: allein das ist ein Irrthum. Die meisten werden mit Nasen wie dieunsrigen gebohren: allein die Hottenroren sehen eine hoheNase, als einen großen Uebelstand an;EÜeMt. daher ihre Weiber, gleich nach der Geburt, die Scheidewand der Nase mit dem Daumeniederbrechen §).
Den Knaben Es ist auch bey ihnen die Gewohnheit, daß sie, wenn ein Mannsbild acht bis zehnwlrb emeHo- Jahre alt ist, solchem die eine Hode benehmen: wenn aber die Eltern arm sind, so wird sel-be genommen, ches aufgeschoben, bis sie die Unkosten kragen können. Der zu verschneidende wird mitdem Fette eines nur erst geschlachteten Schafes beschmiert, auf die Erde die längelang hmauf den Rücken gelegt, und Hände und Füße werden ihm zusammen gebunden. SeineFreunde liegen auf ihm, daß sie ihn ganz unbeweglich erhalten. Darauf ergreift derVer-Wie solche« schneider mit einem ordentlichen Tischmesser seine linke Hode, und schneidet in den Hoden-geschiehk. sack eine Oeffnung, von etwan anderthalben Zoll lang. Er drücket alsdann die Hedeheraus, bindet die Gefäße in einem Augenblicke zusammen, und stecket einen kleinen Ballaus Schafsfette und verschiedenen gepülverten Kräutern gemacht, von eben der Größe hinein,worauf er die Wunde zumachet. Seine Nadel ist ein Knochen von einem kleinen Vogelwie eine Ahle, und sein Faden eine abgeschnittene Schafssehne; alles dieses verrichtet er miteiner Geschicklichkeit, darüber unsere Zergliederet' erstaunen würden, und die Operation lauftallemal glücklich ab, ohne einige Übeln Folgen.
Wie er nach- Wenn die Wunde zusammengeneht ist, und die Bande gelöset sind: so salbet ihn dergehend« ge- Verschneidet wieder mit dem warmen Fette eines Schafes, das zu seinem Andersma-wartet wird. ist getödtet worden; er wendet den Knaben dabey bald auf den Rücken, bald auf denBauch, der vor Schmerzen schwitzt, wie ein Schwein, das gebraten wirb. Nachgehend«bepißt er ihn über und über, und reibt die Feuchtigkeit ein, wie bey andern Gelegenheiten.Wenn die Ceremonie zu Ende ist, so wird der Patient allein gelassen, der wie ein todtkran-ker Mensch zittert und sich ausstrecket, und endlich in eine kleine dazu errichtete Hütte kriecht,da er in zween oder dreyen Tagen wieder zurechte kömmt, und so munter als zuvor davon lauft.
Die jungen Hottentotten ertragen solches mit unglaublicher Geduld und Standhaslig-keit: aber es darf niemand von der Jugend zu sehen, der nicht schon unter dem Messer ge-wesen ist. Die Beystehenden begeben sich in der Eltern Haus, und schmausen von dem ge-schlachteten Schafe. Den Weibern schicken sie die Brühe, aber der Kranke bekömmt nichteinen Bissen. Den übrigen Tag und die Nacht bringen sie mit Singen und Tanzen zu.Sind die Eltern reich, so hat der Verschneide:- ein Lamm oder Kalb für seine Mühe.Ursachen da- Die meisten Schriftsteller melden, die ganze Operation geschehe deswegen, damit sievon. desto schneller laufen könnten, und viele Hottentotten geben selbst eben diese Ursache an. Aolbeaber ward von einigen der Klügsten, die er genau hierum befragte, versichert, es sey beyihnen ein Gesetz seit undenklichen Jahren gewesen, daß niemanden, vor Beraubung seinerlinken Hode, sollte verstattet werden, einem Weibsbilde beyzuwohnen. Sollte sich einerohne diese nothwendige Verstümmelung verheirathen, so würden sich beyde Parteyen bloßder Barmherzigkeit der Obrigkeit überlassen müssen, und das Weibsbild würde vielleichtvon ihrem eigenen Geschlechte in Stücken zerrissen werden, weil diese die Einbildung haben,
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e) Rolbe im l Bande auf der zrr Seite. F) Ebendaselbst auf der iro u. f. Seite.
Daselbst auf der uz u. f. Seite. Gleichwohl saget der Verfaßer a. d.up S.
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