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Fünfter Band.
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Rolbe.

Beschreibung der Lander vorn Vergeb, der guten Hoffnung

Der V Abschnitt.

Ihre Krankheiten, Arzeneymittel, und Beerdigungen.

Krankheiten der Hottentotten. Ihre Arzeneykunst, Aerzte. Krankheiten der Europäer am Vorge-und Heilung der Wunden. Wie sie schröpfen; birge. Begräbnisse der Hottentotten. Wie sieAderlässen. Heilung giftiger Wunden. Ver» den Leichnam fortschaffen Die Gesellschaft wirdrenkungen. Kopfweh. Abschneidung der Glie- mit Harne besalbet. Abgelebte Leute werdender. Verderbter Magen. Wahrsagungen, zum sterben weggesetzt.

Gasterey, wenn ein Kranker wieder aufkömmt.

Krankheiten k^>ie Krankheiten der Hottentotten sind sehr wenig an der Zahl, und befallen diejenigender Hotten- selten, die sich der Speise und des Getränkes des Landes bedienen. Dergleichen Leuterotten. werden sehr alt. Dapper meldet, sie erreichten hundert und zehn, hundert und zwanzig,hundert und dreyßig Jahre. Aolbe traf einen am Vorgebirge an, der nicht viel jünger,als hundert Jahr, war, und wie ein Mann von vierzig aussah, auch Zeit seines Lebensnicht krank oder unpaß gewesen war, wie er selbst berichtete. Diejenigen aber, welche dirstarken von den Fremden eingeführten Getränke brauchen, verkürzen sich das Leben, undziehen sich zuvor unbekannte Krankheiten zu. Selbst ihre nach europäischer Art zuge-richteten Speisen sind ihnen schädlich «).

Arzeney und Die Hottenttoten verbinden die Arzeneywissenschaft und Wundarzeney mit einander,Wundarze- und ihre Geschicklichkeit in beyden ist nicht zu verachten. Die Aerzte verrichten oft erstaun-liche Euren, die unsere geschicktesten Arzcneygelehrken kaum unternehmen würden. Siekennen die Kräuter ihres Landes meist ziemlich gut, und sind in der Zergliederung nicht un-wissend. Aderlässen, Schröpfen, Abschneiden, eine Verrenkung wieder einrichten, diesesalles verrichten sie mit großer Geschicklichkeit, in Betrachtung, daß sie keine Werkzeugehaben, da sie sich nur eines Horns, eines Messers, und des vorerwähnten scharfen Vogel-beins bedienen 6).

Art zu Bey der Kolik und Magenschmerzen ist ihr ordentliches Hülfsmittel Schröpfen. Sie

schröpfen, verrichten solches folgendergestalt: Der Schröpfkopf ist ein Ochsenhorn, dessen Rand sehrglatt gemacht wird. Der Kranke liegt auf dem Rücken auf der Erde, und der Doctorzieht an dem der Hülfe benöthigten Theile die Haut mit dem Munde auf, worauf er dasHorn aufsehet, und stehen läßt, bis er urtheilet, der Theil sey fast unempfindlich geworden.Alsdann nimmt er es ab, machet zweene oder drey Einschnitte, etwan einen halben Zoll lang,sehet es wieder auf, und läßt es stehen, bis es sich mit Blute gefüllet hat, da es denn abfällt;dieses geschieht ordentlich in zwo Stunden. Darauf läßt man den Patienten ruhen. Ziehtsich der Schmerz nach einem andern Theile, so reiben sie solchen mit heißem Fette; undwenn das nicht gut thut, so schröpfen sie von neuem; fehlet dieses auch, so gehen sie zuinnerlichen Hülfsmitteln, als Pulvern oder Tränken von Wurzeln, oder Kräutern.

Aderlässen. Zum Aderlässen ist der Wundarzt, mit einem gemeinen Messer, und einer Binde versehen.

Die letzte bindet er dicht über die Ader, öffnet solche darauf, und wenn er so viel Blut, als ihmgenug zu seyn scheint, weggelassen hat, so schließt er die Oeffnung mit süßem Schöpsenfette,

und

«) Äolbe auf der 48 und folgenden Seite.

^) Siehe vorher auf der 16» Seite.