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und bindet ein Blatt von einem heilenden Kraute darauf. Dieses brauchen sie bey Vollblü- i -1ztigkeit, und dahin gehörigen Krankheiten. Lolbe.
Wunden, die ein vergifteter Pfeil gemacht hat, heilen sie ebenfalls. Sie reiben Heilung ver»Schlangengift, mit ihrem eigenen Speichel, zwischen zweenen Steinen; und wenn solches wohl Metervermengt ist, so kratzen sie auf der Herzgrube, bis das Blut hervorkömmt; alsdann legen Wunden,sie einen Theil dieses Mengselö aufdie aufgekratzte Wunde, und das übrige wird eingenommen.
Glauben sie, das Gift sey ausgetrieben, so reinigen sie die Wunde, und verbinden sie mitBlättern, von Dakha, Bukhu, oder andern Kräutern. Dadurch verschaffen sie, läng-stens in einem Monate Zeit, Hülfe, aber die geringste Säumniß ist gefährlich. DerVerfasser erhielt diese Nachricht von Hottentotten, die durch eben dieses Mittel warengeheilt worden.
Mit zerbrochenen Gliedern umzugehen, sind die Hottentotten ganz unwissend, weil ihnen Verrenk««»dergleichen selten vorkömmt. Sie wußten sich keines solchen Vorfalls zu erinnern. Bey gen.Verrenkungen aber reiben sie das Gelenk heftig mit Fette, und bewegen alsdann das Gliedhurtig auf und nieder, wobey sie auf das Gelenk drücken, bis es sich wieder in seine Stellegegeben hak. Man kann es ihnen glauben, daß sie Hiebey heftige Schmerzen fühlen.
Bey starkem Kopfwehe bescheeren sie den Kopf mit einem Messer, das sehr scharf Kopfwehe.gemacht ist. Das Fett in den Haaren dienet ihnen statt der Seife. Sie scheeren nie allesab, sondern machen Furchen, und lassen so viel Haare stehen, als sie wegnehmen. Dieschlechtem Leute bescheeren sich auch bey der Trauer.
Glieder werden bey den Hottentotten nur den Weibern abgeschnitten, welche, wie bereits Abschnei-erwähnet worden, ein Glied vom Finger verliehren müssen, wenn sie wieder heirathen. düng derWenn solches geschieht, so binden sie das Obertheil des Gelenkes, das nächst unter dem ab- Glieder,zuschneidenden ist, fest, mit einer trockenen Sehne, und schneiden das Gelenk mit einemordentlichen Messer ab. Das Blut stillen sie mit Myrrhenblättersafte, und wickeln denFinger in Blätter von lindernden Kräutern c).
Bey verderbtem Magen nehmen sie Aloessaft, in warmer Brühe, so oft, bis er die Verderbterverlangte Wirkung thut; und da dieser Saft gut purgiert, und zugleich den Magen stärket, Magen,so fehlet solche selten.
Für andere innerliche Schmerzen brauchen sie etliche wenige und schlechte Pulver undTränke, als wilde Salbey, wilde Feigen und Feigenblätter, Bakhu, Knoblauch, Fenchel,und etliche wenige andere Kräuter, so daß ihre Materia Medica nicht viel in sich begreift.
Sie haben eine Art Wahrsagung, zu finden, ob ein Kranker aufkommen wird, oder Wahrsa-nicht. Dazu schinden sie ein Schaf lebendig, mit großer Sorgfalt, doch daß es dabey kein 5 »» 5 m.Blut verliehrt. Wenn das Fell ab, und das Schaf losgebunden ist, und es alsdann auf-springt und fortläuft, so sehen sie solches als ein gutes Zeichen an; wenn es aber liegenbleibt,so geben sie dem Patienten keine Arzeney mehr, sondern überlassen ihn der Natur.
Wenn ein Hottentotte von einer gefährlichen Krankheit aufkömmt, so giebt er ein Gafferey.Andersmaken, und schlachtet, nachdem es seine Umstände zulassen, einen Ochsen oder ein
X z Schaf,
e) Rolbe I Band auf der 503 und folgenden Seite.