Band 
Fünfter Band.
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i66 Beschreibung der Lander vom Vergeb, der guten Hoffnung

17 r; Schaf, womit er seine Nachbarn bewirthet. Ist die gesundgewordene Person ein Mann,Stolbe. so verzehren die Männer das Fleisch, und geben die Brühe den Weibern; ist es einWeibs--"-bild, so haben diese das Fleisch und jene die Brühe ^).

Aerzte. Der Arzt ist hier die dritte Person im Staate. In großen Araalen befinden sich ihrer

zweene. Sie werden aus den klügsten Einwohnern ausgelesen, der andern Gesundheit zubesorgen. Sie bekommen dafür weder Besoldung noch Bezahlung; die Ehre wird als diezulängliche Vergeltung für alle ihre Mühe angesehen. Sie halten ihre selbsterfundenenArzeneymittel sehr geheim, und werden von dem übrigen Volke ungemein verehrt, welchesein völliges Vertrauen in sie sehet. Da die Hottentotten ordentlich ein gesundes Volk sind:so werden sie mit Arbeit nicht überhäuft.

In einem jeden Araal befinden sich auch alte Weiber, die sich eine große Geschicklich-keit in der Arzeneykunst zuschreiben. Sie sind bey den Doctoren sehr verhaßt, und, wieihre Schwestern in Europa, nur bey ihrem Geschlechte im Ansehen -).

Krankheiten Die Europäer am Vorgebirge sind nur wenigen Krankheiten unterworfen, welches dieder Europäer. gesunde Beschaffenheit des Landstriches anzeiget. Die Weiber haben bey der Geburt nicht vielauszustehen, aber bey dem Säugen bekommen sie leicht böse Brüste, welches eine durchgän-gige Beschwerung am Vorgebirge ist. Pocken und Masern sind hier ordentlich gelinde.Neue Ankömmlinge sind dem Blutfluffe unterworfen, werden aber leicht durch dazu geschickteArzeneymittel geheilt. Insgemein bekommen die Europäer am Vorgebirge böse Augen,und diese Krankheit ist ordentlich im Sommer anr schlimmsten, da sie vermuthlich von denheißen Südostwinden, und dem starken Wiederscheine der Sonne von den Bergen, verursachtwird. Böse Hälse und Schnupfen sind am Vorgebirge ebenfalls gemein, haben aber seltenübele Folgen. Niemals hat der Stein einen Europäer am Vorgebirge gequält, welchesdestomehr zu verwundern ist, da sie gut leben, und von den reichen Weinen, die das Landzeuget, stark trinken /).

Ihre Beer- Wenn ein Hottentotte krank wird, so umringen ihn sogleich seine Freunde, und schreyendigungen. abscheulich. Stirbt er, so verstärket sich das Geschrey so, daß man es auf einige Meilenweit hören kann. Ob sie auch gleich dunkele Vorstellungen von der Unsterblichkeit der Seelehaben mögen, so bethen sie doch nie füx den Kranken, und führen ihm nie die Zukunft zuGem-the. Sobald der letzte Athem ausgegangen ist, wird der Leichnam, mit dem Halseund Kopfe zusammen, wie Kinder im Mutterleibe liegen, in seinen Aroß eingewickelt,daß man nichts mehr von ihm sieht. Alsdann suchen sie einen Platz aus, ihn zu begraben,und der ganze Flecken versammlet sich zur Leichenbegleitung. Das Grab ist ordentlich eineKluft in einem Felsen, oder eine Höhle, die sich ein wildes Thier gemacht hak; denn wenndie Hottentotten dergleichen in der Nähe finden können, so graben sie selten eines. Gemei-niglich begraben sie ihre Todten sechs Stunden nach dem Absterben, wenn solches nicht desAbends erfolget, und die Nacht finster ist; denn da schieben sie es bis auf den höchsten Tagauf. Hierinnen gleichen sie den Juden, und vermuthlich werden ihrer viele lebendig be-graben.

Wenn

«l) Rolbe auf der zu und folgenden Seite. ,) Derselbe auf der »7 Seite.