Band 
Fünfter Band.
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172
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172 Beschreibung der Lander vorn Vergeb, der guten Hoffnung

r 71z worauf es zu ihrer Kleidung zubereitet ist. Bey Kuh - oder Ochsenhäuten reiben sie Hokz-Rolbe. asche häufig ins Haar, besprengen sie darauf mit Wasser, rollen sie auf, und lassen sie einen

^^-' oder zween Tage in der Sonne trocknen. Wenn dieses das zweytemal wiederhohlet wird, so

geht das Haar gewißlich alles herunter; nachgehends beschmiert man es wacker mit Fette;und daraufkömmt das hottentottischeGerben an.

Schneider. Die Gerber sind ordentlich zugleich Schneider, und in ihrem Handwerke nicht uner-fahren. Vorerwähnter Vogelknochen H ist ihre-Nadel , und die Sehnen, die längst demRückgrade der Thiere herunterlaufen, und an der Sonne getrocknet werden, sind sein Zwirn;damit schneidert und verfertigt er einen Arsß eher und vielleicht besser, als es ein europäi-scher Schneider thun würde. Sie schneiden auch die großen Häute in lange Riemen zweenZoll breit, damit die Hottentotten das Bauzeug ihrer Hütten und andern Hauörath zusam-menbinden , wenn sie ihre Rraale fortrücken, oder es sonst nöthig haben. Dieses verrich-tet er ungemein schnell und richtig, nur nach dem Augenmaße, da die Haut mit Pflöckenauf der Erde ganz ausgedehnt ist. ^

Elfenbein- Der nächste hottentottische Künstler ist der Elfenbeinarbeiter, der die ArmringearbeNer. machet, die von ihnen zum Zierrathe getragen werden; und obwohl sein ganzes Handwerks-zeug nur in einem Messer besteht, welches die Arbeit verdrießlich machet, so sind doch solchevollkommen rund, glatt und glänzend, als ob sie der geschickteste Drechsler gemacht hätte.Mattenma- Ihre Matten werden von den Weibern aus Binsen und Schilfe, die an der Sonne sind«herinnen. getrocknet worden, gemacht. Sie weben solche sehr künstlich mit den Fingern, und so dicht,daß weder Wind, Licht noch Regen durchdringen können; sie sind aber nicht dauerhaft.Seiler. Ihre Stricke werden aus eben solchem Zeuge gemacht, und sind so stark und dauerhaft,

als hänfene. Selten sind sie über vier Ellen lang, ob sie wohl dergleichen manchmal längermachen, und sie an die Europäer am Lape verkaufen c). Man kann hieher die Strängeder Hottentotten rechnen, die sie zu Bogen und musikalischen Instrumenten brauchen.Die letztem sind mit gespaltenen Sehnen und Därmen von Schafen, und die Bogen mirDärmen allein bezogen. Zwo Personen ergreifen jeder an einem Ende einen Darm, undwinden ihn so lange, bis er so rund und dichte wird, wie eine europäische Geigensaite: als-dann legen sie solche an zwcene Pflücker ausgespannt in die Sonne. Wenn sie trocken ist,so beschmieren sie dieselbe mit Schafsfette, und lassen sie noch einige Zeit liegen, worauf siezum Gebrauche von den Pflöcken genommen wird A).

Töpfer. Alle Hottentotten sind Töpfer, und eine jede Familie verfertigt sich ihr eigenes irde-

nes Zeug, bloß aus der Erde der Ameisenhaufen. Nachdem sie solche vom Sande undGrieße gereinigt haben, so kneten sie dieselbe wohl, und mengen die Ameisen, die sie hie undda darinnen finden, darunter. Diese Erde treiben sie auf einem Steine, wie einen Teig,in die Gestalt der römischen Todtenkrüge, welche Forme alle hottentottische Töpfe haben,und machen die innere und äußere Seite sorgfältig mit der Hand glatt. Nachgehends lassensie es zween Tage in der Sonne trocknen, und schneiden es alsdann vermittelst einer getrocknete»Sehne, die sie wie eine Säge zwischen des Gefäßes Boden und dem Steine durchziehen, vomSteine ab, und brennen selbiges hernach ben lebendigem Feuer in einem gegrabenen Loche. Da-durch bekömmt es eine wunderbare Festigkeit und eine dauerhafte kohlschwarze Farbe, welchedie Hottentotten einer verbindenden Kraft der Ameiseneyer zuschreiben.

Der

Siehe oben a. d. 162 S. c) Rolbe im I Band aufder 22« und folg.Seite.