>92 Beschreibung der Länder vom Vergeb.der guten Hoffnung
171z hoch F). Dieß letzte Horn hat die Gestalt einer halben umgekehrten Kugel, ist hohl, undRolbe. sieht wie eine Kuppel auf seinem Kopfe. Seine Ohren sind klein, und die Füße kürzer, als'-^-beym Elephanten. Es hat einen ungemein scharen Geruch. Es riecht ein Thier wind-
wärts auf eine sehr große Weite, und geht gerade darauf zu, wobey es alle Baume undBüsche, die ihm im Wege sind, umreißt.
Es fällt keine Wenn es nicht gereizt wird: so fallt es keinen Menschen an, außer wenn er roth qeklei-Menschen an<det ist; da es wütend auf ihn zurennt, und ihn, wenn es ihn bekömmt, mit solcher Ge-walt über den Kopf wirft, daß er vom Falle liegen bleibt. Darauf lecket es mit seinerrauhen und scharfen Zunge das Fleisch von den Knochen /-). Die Augen sind zu seiner Größesehr klein, und es sieht nur vorwärts: ob eö also gleich sehr schnell ist, so wendet es sichdoch langsam, und wenn man acht oder zehn Schritte von ihm ist, so kann man ihm ent-gehen, wenn man sich ein wenig auf die Seite wendet, da eö viele ungeschickte Mühe an-wenden muß, eilten wieder ins Gesicht zu bekommen. Aolde hat dieß oft erfahren.
Ist ein Tod- Es liebet da« Gras nicht sehr. Gesträuche, Dornen und Disteln hat es lieber, beson-
femd desLle- ders einen Strauch, der fast dem Wachholderbeerstrauche ähnlich, und am Vorgebirge gemeinphamen. ist, wo er der N-.shornbusei) heißt. Es ist des Elephanten Todfeind, und wenn eres entdecket, so machet er sich sobald fort, als er kann; aber wenn es ihn überfallt, reißtes ihm mit dem Home an seiner Schnauze den Bauch auf. Aolbe hak oft sein Fleischgegessen, und es sehr wohlschmeckend befunden. Seine Haut r), sein Horn und sein Blut,werden in der Arzney gebraucht. Viele am Vorgebirge haben Becher von dem Hörne, inSilber oder Gold gesetzt. Wenn Wein in einen solchen Becher gegossen wird, so steigt erauf und wirft Blasen, als ob er kochte, und wenn Gift darinnen ist, so bekömmt der Becherso gleich Risse; wenn aber Gift bloß in ihn gelegt wird, so zerspringt er in Stücken. DerVerfasser hat dieß oft mit angesehen. Die Späne, die beym Drehen der Becher abgehen,werden aufgehoben, und den Besitzern der Hörner zugestellt. Weil man sie bey Verzückun-gen, Ohnmachten und andern Zufällen für gut hält, wie das Blut Verstopfungen öffnet,und innerliche Schaden heilet. Aolbe hält den Rhinoceros für den Eeviarhan.
WildeHunde. Die wilden Hunde ziehen hier in großen Heerden mit einander, und machen den Ortwohin sie kommen, von allen wilden Thieren oder Heerden Vrehe rein, ehe sie sich wegbe-geben. Was sie tödten, schleppen sie an einen Sammelplatz, und lassen die Europäerund Hottentotten, die ihnen folgen, nehmen, was sie wollen, ohne darüber unwillig zuwerden. Die Hottentotten essen das Fleisch, das sie ihnen nehmen, die Weißen salzenes für ihre Sklaven.
Tygerwolf. Sie haben zweyerley Wölfe. Einer gleicht unsern europäischen vollkommen, der an-dere heißt der Tygerwolf. Diese letzte Art ist von der Größe eines gemeinen Schafhun-des, und wohl noch größer. Sein Kopf gleicht den englischen Bullenbeißern. Sein Haarist lockicht und tygerfleckicht: an den Klauen gleicht er der Katze; sein Schwanz ist kurz.
Des
F) kNartial hat allo im Ersten Sinngedichtedes 4ken Buchs nicht unrecht, wo er dem Rhinoce-ros zwen Hörner giebt, deinen Tadlern ist bloßdas asiatische bekannt aewucn, das nur ein Hornhat. Die Figur inRolbens Bliche sehet dasHorikauf des Thieres Nacken^ woraus man abnehmen
kann, daß sie nicht vom Verfasser gezeichnet, sondernvielmehr aus Dürers Abbildung nachgestschenworden.
ü) Die Zunge des Nashorns, das im Jahre 17Vnach England gebracht ward, war wegen der Ju-gend dieses Thieres sehr glatt. Siehe die Philosoph.
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