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Fünfter Band.
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Reisen nach dem Reiche China.

! 6 5 7 Mitten auf diesem Platze stund ein hoher Thurm, welcher alle andere Arbeiten der Chi-

Nc»hof. ncsen an Kostbarkeit und Schönheit übertraf. Er hatte neun Absätze, und hundert und vier

-„nd achtzig Stufen bis zu der- Spitze. Ein jeder Absatz ist mit einer Gallerie voller Bilder

PoÄlan" und Gemälde, und mit sehr schönen Fenstern geschmückt. Auswendig ist das ganze Gebäudethurm. glasurt, und mit grün, roth und gelb gemalt. Die Stücke oder Materialien dieses Ge-bäudes sind so künstlich zusammen gesetzet, daß das Werk ganz aus einem Stücke zu bestehenscheint. An den Ecken der Gallerie rund herum hangen kleine Klocken, welche ein liebli-ches Getöne machen, wenn der Wind sie beweget. Auf der Spitze dieses Thurms war einFichtenapfel von gediegenem Golde, wie sie sagen. Von der obersten Gallerie kann mandie ganze Stadt und die umliegende Gegend, bis an die andere Seite von Kyang, überse-hen. Diesen wundernöwürdigen Thurm haben die Chinesen auf Befehl, und den Tartarnzu Ehren, erbauen müssen, welche ihr Land vor siebenhundert Jahren erobert hatten.

Diese Ebene ist mit Fichtenwäldern umringt, worinnen vormals die Gräber der Kai-ser gewesen, die aber iho von den Tartarn gänzlich zerstöhrct sind.

Die Holländer fanden, daß die Einwohner von Nan king alle übrige Chinesen an Auf-richtigkeit, Erkenntniß und Verstände übertrafen. Die Tartarn erlauben ihnen große Frey-heiten, welches sie für die beste Art halten, den Empörungen vorzubeugen ^).

Sie fanden hier einen Jesuiten, Namens Emanucl von Lissabon, der sie oftmals be-suchte , und sich sehr freundschaftlich und gefällig gegen sie bezeugte.

Die Gesandten hätten von hier gern nach Japan geschrieben: man berichtete ihnenaber, daß die Fahrt und Handlung dahin vor drey Jahren gänzlich verbothen worden; weilsich die geschornen Chinesen beklaget, daß einige von den ungeschornen, als des SeeräubersRoxinga Leuten in diesem Eylande, sie beleidiget hätten. Diese ungeschornen Chinesensind diejenigen, die sich der Regierung des großen Tartar Khans nicht unterworfen, nochihr Haar nach der tartarischen Art tragen wollen, wie es der Sieger befohlen hat, da ßehinten nur eine Locke lassen. Viele tausend wollen lieber den Tod leiden, als sich nach diesemGesetze richten H.

Der VI Abschnitt.

Fortsetzung der Reise von Nan king nach der Provinz Schan tong.

Sie verlassen Nanking. Ein Opfer. Je je» hyen.Starke Bettler. Des Seeräubers Koxinga An-fall. O.uanchew. BerühniteTempel. Jangsesu.Schöne Frauenspersonen. Beschreib, der Stadt.Neujahrsfest. Seltsam gestaltete aber kostbareBarken. Ka yu lsya, oder Kau yew chew be,

schrieben. Pau ing hyen. Whay »gan f».Schleusen, Flüsse und Seen. Besuch von einemJesuiten Flecken Slang pu. Der Mang hooder gelbe Fluß. Ta» hen hyen. Tsi sang. Be-schreibung schwimmender Dörfer. Sie tretenin die Provinz Schan tong.

Sie verlassen ^)ie Gesandten, welche sich bisher gemeiner Barken und Boote bedienet hatten, bekamenNanking. itzo zwey kaistrliche Fahrzeuge, die sehr groß und bequem, 'ganz vergüldet und mit

Drachen bemalet waren, und an dem einen Ende einen Ort für die Mußkanten harren.

Sie

</) Dieser Grundsatz ist ohne Zweifel billig; unk»dennoch denken die Prinzen oder ihre S taarsbedien-teu an dieser Seite der Erdkugel ganz anders, wenn

man aus ihren Thaten urtheilen darf.

e) VTeuhof in Vgilb^s China auf der 74 »"dfolgenden Seite.