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Reisen nach dem Reiche China.
1657 in einen Canal kamen, der mit dem gelben Flusse zusammen hing. Welt dieser künstlichetteuhof. Canal auf des Kaisers Unkosten gegraben worden: so wird er deswegen die kaiserliche
--*-Fahrt genannt. Es ist nichts angenehmers in der Welt zu sehen. Die Ufer an beyden
Seiten sind eben und breit, mir schonen schattichten Bäumen bepflanzet. Die umliegendeGegend ist mit fetten Weiden und angenehmen Gehölzen, (dergleichen in ganz Asien nichtgesehen werden), gezieret, und mit vielen reichen Städten und Dörfern, angenehmen Lust-hausern und prächtigen Wohnungen untermengt.
Berühmter Bey dem Eingänge in diesen Graben steht ein berühmter Tempel des Götzen RinTempel. kang; und weiter hin sahen sie einen andern großen Tempel CLuang gua myau genannt,der mit einem sehr schönen Thurme von sechs Stockwerken gezieret war. Die Chinesen undTartarn, welche die Holländer begleitet, wollten sich gern hier aufhalten, um zu Erlan-gung einer glücklichen Reise Hähne, Schweine und Ziegen zu opfern: die Gesandten aberkonnten nicht dahin vermocht werden, so viel Zeit zu verlieren; und erlaubten nur einigen,dahin zu gehen, und den Ort zu besehen, welcher rund herum mit Bildern, wie der Altarmit Lampen, besetzt ist, welche Tag und Nacht brennen r).
Jan se fu. Den 2gsten kamen sie nach Jang se fu, welches von einigen Fang chew fu K) ge-nannt wird, der siebenten Hauptstadt dieser Provinz. Sie liegt auf zwanzig Meilen vonJe jen jecn, ist viereckicht gebaut, und hat wenigstens fünf Meilen im Umfange /). Sieist mit Mauern und starken Bollwerken umgeben, und übertrifft die meisten Städte in Chinatun Vermögen und Handel, welcher vornehmlich im Salze besteht, das von hier nach an-dern Landschaften verführt wird. Sie sahen an der Ostser'te der Stadt sehr viele Pfannen,worinnen sie das Seewasser Tag und Nacht kochen.
Schöneffrau- Diese Stadt ist durch ganz China wegen ihrer artigen und leutseligen Frauenspersonenenspersonen. berühmt. Sie haben sehr kleine Füße und schöne Schenkel; so daß es ein Sprichwort iß:
wer gern eine Frau von schlanker Gestalt, schwarzen Haaren und sckönenSchenkeln und Füßen haben will, der muß nach Iang se fu gehen. Doch sind sienirgend in so schlechtem Preise; denn die Eltern pflegen so wohl ihre Mägde als Töchter zuHuren zu verkaufet:.
Beschreibung Der Kaiser hat hier ein- Zollhaus, -um die Gebühren von allen Gütern einzunehmen,»er Stadt, welche durchgehen. Die Stadt ist wohlgebaut und vollerCanäle, worüber steinerneBm-cken gehen. An der Westseite sind sehr große Vorstädte, wovon die meisten in dem letztentartarischen Kriege zerstöhret, aber hernach bald wieder aufgebauet worden. Nahe bey die-ser Stadt ist ein sehr hoher Berg, Namens Heng.
Den 2;sten sahen sie bey ihrer Abreise an dem User des Canals zwölf Ziegelofen, undnicht weit davon zur Linken lag die Begräbnißstadt eines großen Sultans m), der von denChinesen sehr verehret wird. Gegen Mittag kamen sie an ein Dorf Saw pu genannt,Neujahrsfest, woselbst die Einwohner das Neujahrsfest begrenzen, indem es eben Vollmond war, wobey
sie viel Freudengeschrey machten, Freudenfeuer anzündeten, und Lichter aufsteckten. Sie
liefen
L7eukof in Ggilbys China, auf der 79 und /) Holländische Meilen, oder siebenzehn und ein«folgenden Seite. halbe englische.
So wird sie in der Karte der Jesuiten und Wir können nicht sagen, was der Verfasser
in Larpentier« Ausgabe genannt. unter Sultan versteh«, indem ein solcher Tttel in