XIV Buch I Capitel. 267
neu Geschenke, aus der obgedachten Ursache, nicht annehmen wollte: so machte er sich doch i6;6kein Gewissen, einige Gläser Rosenwaffer zu fordern, die ihm geschickt wurden. Neuhof.
Den folgenden Tag giengen sie bey Lo chew c), die von einigen Duo genannt wird,' ^
einer Stadt vom dritten Range unter Peking, vorbey. Sie liegt an der linken Seite des Hen».
Flusses, ungefähr fünfzehn Meilen von Io sr wo, in einer sehr anmuthigen Gegend.
Dieser Ort ist nicht sehr groß, aber wohlgebaut, und voller schönen Gebäude, unter wel-chen verschiedene Triumphbogen sind. An der Ostseite, außerhalb der Mauern, welchehoch und mit Bollwerken und Wachthürmen verstärket sind, steht ein sehr schöner Tempel,mit einem künstlichen Thurme von neun Absätzen.
Den röten kamen sie nach Sän rsyan wey, oder Gan ho, ungefähr zwölf Meilen Sän tsyanvon Fo ct)ew, und viere von Peking, wozu dieser Ort gehöret. Er ist eine Stadt vom wey.dritten Range, an der linken Seite des Flusses, sehr volkreich und wohl befestiget, und hatein starkes Castell. Mitten in der Stadt steht ein künstlicher Triumphbogen von grauenSteinen, und an der Südseite eine breite steinerne Brücke von fünf Bogen, zwey undvierzig Schritt lang, mit Häusern an jeder Seite.
Hier giengen die Gesandten ans Ufer, um die Reise vollends zu Lande zu thun. Undgemeiniglich werden alle nach Peking bestimmte Güter hier, oder auch bey der nächstfolgen-den Stadt, Namens Tong chew, ausgeladen ^), und entweder auf der Achse, oder aufMaulthieren, oder auch aufEseln r), zu Lande fortgeschafft. Diese werden von den Eigenthü-mern stets in Bereitschaft gehalten, und ist dieses der einzige Unterhalt von vielen armen Leuten.
An eben dein Tage kam der Mandarin, welchen die Gesandten nach Peking voraus Reise zugeschickt hatten, wieder zu ihnen zurück, und den Tag darauf langten vier und zwanzig Pferde Lande,mit verschiedenen Wagen und Karren an, die ihnen von dem Rathe geschickt wurden, ihrGeräthe und die Geschenke zu führen. Als alle Sachen fertig waren, so singen sie ihre Reiseauf folgende Art an. Zwcene Trompeter ritten eine Ecke vorher; darauf kam der Fahnen-träger mit des Prinzen von Oranien Fahne; dicht hinter ihm die Gesandten, in Begleitungvieler tartarischen Herren und Edlen zu Pferde, darauf die Officier und Soldaten, welchesie bisher begleitet hatten, und deren auf fünfzig an der Zahl waren, in guter Ordnung mitden Geschenken und Gütern. Der Weg nach Peking war ungemein schlecht, sehr tief unduneben, so daß die Pferde bey jedem Tritte fast bis an den Bauch hinein sanken. Dochwar die Straße so voller Volk, Pferde und Wagen, als wenn ein Kriegesheer auf demMarsche wäre /).
Den i?ten ritten sie durch Tong chew, welches in einem niedrigen und sehr tiefen Tong chewLande liegt. Es ist sehr groß und mit starken Mauern umgeben. Es wird auch von einerMauer in zweeneTheile getheilet. Die Straßen sind nicht gepflastert, doch haben sie vieleschöne Gebäude. Das Land ist sehr unmuthig und fruchtbar. Nachdem sich die Gesandtenin einem Tempel am Wege erfrischt hatten: so giengen sie weiter, und kamen den Nachmit-tag zu den Vorstädten von Peking, die von Kanton ein tausend fünfhundert und dreyßigMeilen entfernt liegen. Ll 2 Sie
6) Beym Ogilby: Ioeswoe; beymThevenot:Goestwol; vermuthlich Ho si u in den Kartender Jesuiten; sie wird daselbst aber nicht als einHyen, oder eine Stadt vom dritte» Range, bemerket,c) Beym Thevenot: Lo been.
Beym Ogilby Tongsiou; und beym The-venvt Tongsieu.
e) Carpcirtiers Abschrift saget, man könne zr>Wasser nach Peking gehen: der Kaiser aber habees wegen der armen Leute alkhier verbothen, welchevon diesen Landreisen leben.
/- Neuhof inGgilb)-'« China auf der ioz undfolgenden Seite.