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Reisen nach dem Reiche Chiiick
1656
Neuhaf.
Ankunft zuPeking.
Sie werdenvon denGroßen be-sucht.
Sind alsRäuber ver-dächtig ;
werden ge-nau unter-sucht,
Sie gierigen durch zwey prächtige Thore in die Stadt, und stiegen bey einem prächti-gen Tempel ab, in welchen sie eingeladen wurden, ein wenig auszuruhen und auf ihr Fuhr-werk zu warten. Sie waren kaum hineingetreten, als sie von des Kaisers Rappads, dereinen Falken auf der Hand trug, von den allhier sich aufhaltenden Agenten der Unterkönigezu Kanton, und von verschiedenen Großen des Hofes bewillkommet wurden. Nachdemsie sich mit Lebensmitteln und verschiedenen Arten von Früchten erfrischt, und ihr Fuhrwerkvon dem Axappado war untersucht worden, welcher alle Wagen zahlte: so wurden sie ingroßer Pracht nach ihren Wohnungen geführet, die ihnen von dem Kaiser angewiesen waren.
Dieses Haus war nicht weit von dem Pallaste, und hatte eine hohe Mauer umher, mit dreyprächtigen Thüren, zwischen welchen sehr große Höfe waren. ^'
Gegen Abend kamen zweene tartarische Officier mit zwölf Soldaten, die Thüren zubewachen, und Sorge zu tragen, daß die Gesandten mit allen nöthigen Sachen versehen würden.
Den folgenden Morgen wurden sie von einigen Herren des kaiserlichen Raths besuchet, ^
die von dem vornehmsten Secretär, Tong Lau ya F), einem Chinesen, und zweenen an- ^
deren Mandarinen, (Lluan Lau ya und Hu Lau ya begleitet wurden. Dieser letztewar Secretär bey dem Rathe, ob er gleich kein chinesisch verstund /'). Diese kamen, die ^
Gesandten im Namen des Kaisers und seines Rathes zu bewillkommen, sich nach ihremWohlseyn zu erkundigen, und sie zu fragen, wie zahlreich ihr Gefolge wäre, wie ihre Ge-schenke beschaffen wären, wer sie schickte, und woher sie kämen. Sie fragten auch nach ^
ihren Gebräuchen; und nachdem sie solche sehr erhoben, so thaten sie noch andere Fragen,ihre Reise, ihr Land, und ihre Regierung betreffend, so wie ihnen solche schon zu Danton ^
vorgelegt worden. ^
Weil die Chinesen nicht konnten beredet werden, zu glauben, daß die Holländer einenSih auf dem festen Lande hätten, sondern' in der Meynung blieben, daß sie auf der See ^ ^
oder in Eylanden wohnten: so verlangten sie eine Karte von ihrem Lande zu sehen. Nach- > ^
dem ihnen nun die Gesandten solche vorgelegt: so nahmen sie dieselbe mit sich, um sie demKaiser zu weisen. Weit auch diese Abgeordneten die Natur und Beschaffenheit einer Re-publik nicht wohl einsehen konnten, indem die Tartarn und Chinesen keine andere, als diemonarchische Regierung kennen: so waren sie genöthiget, sich des Namens des Prinzen vonOranien zu bedienen, als wenn sie von Seiner Hoheit geschickt wären. Hierauf thaten die ^Chinesen seinetwegen verschiedene Fragen an sie, und unter andern, ob die Gesandten mitihm verwandt wären. Denn man giebt nicht zu, daß einige fremde Gesandten ihreHäupter _vor dem kaiserlichen Throne beugen, wofern sie nicht Anverwandten von dem Fürsten sind,der sie schicket, (wie die von 2>orea und den liquestschen Eylanden, welche das Jahr vor- ;her nach Peking kamen) indem sie sich einbildeten, es würde die Majestät des Kaisers gar ^zu sehr erniedriget, wenn sie Personen von geringerm Stande Gehör gäbe.
Die Gesandten versetzten, sie wären mit ihrem Prinzen nicht im geringsten verwandt,und es wäre in ihrem Lande nicht gebräuchlich, daß seine Anverwandten in solchen Verrich- 'E:tungen auswärts geschickt würden. Darauf wurden sie befragt, was für Stellen sie amHofe hätten, was sie für Titel im Holländischen führten, wie viele Leute unter ihrer Both- ^
Mäßigkeit
L) BeymThevenot: Tang louwi'a, und beym Militarbedienten gegeben wird, welche von denOgslby: Thoug lovra. Lau ya heißt Herr, oder Portugiesen Mandarinen genannt werden.Meister, ein Titel, der den chinesischen Civil- und
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