Band 
Fünfter Band.
Seite
345
JPEG-Download
 

XIV Buch IV Capitel. Z45

weil man damals keines für Geld haben konnte. Nachmittage kam ein großer Mandarin, 1667welcher die Oberbefehlshaberschaft über das Kriegswesen, und die Oberaufsicht über die kai- Ms nranu»serliche Kleiderkammer in dieser Stadt hatte, und bewillkommete den Gesandten in den Hof-' ^ '

lichsten Ausdrücken. Dieser bewirthete ihn mit Weine.

Sir chew liegt an den Ufern eines großen stehenden Flusses, welcher durch die Stadt Die Stadthindurch strömet, und sowohl für kleine, als große Fahrzeuge schiffbar ist. Die Mauer hatte, wird be,wie den Holländern berichtet wurde, vierzig Feldweges im Umfange, und, wenn man die schrieben.Vorstädte mit dazu rechnet, über hundert. Die Stadt selbst nimmt einen Raum von dreySeemeilen in der Rundung ein. Außerhalb und innerhalb derStadt sieht man viele präch-tige Brücken, welche auf verschiedenen Schwibbögen ruhen. Sie ist nicht dichte gebauet,und die Häuser sind an Masten von Fichtenbäumen aufgeführet. Viele davon sind sehrschlecht gebauet. Allein, ihre nahe Lage an der See, und an dem Flusse Ayang, machetsie zu einem großen Handelsplätze. Sie hat viele Schiffe, welche ihr zugehören; und die Ihre großeBoote stehen überall so dicht an einander, daß man kaum Platz hatte, durchzukommen. -Handlung.Verschiedene Straßen, durch welche die Holländer giengen, waren bloß von Künstlern inAmbra bewohnet. Es ist dieses einer von den berühmtesten Plätzen in ganz China, weildaselbst nicht nur Kaufleute aus allen Theilen des Kaiserthums, -sondern auch Portugiesen,

Indianer, und Japaneser, nebst andern Krämern, zusammenkommen.

Hier ist ein Zollhaus außen vor derStadt, wo die Schiffe nur nach der Schwere ihrerLadung, und nicht nach der Beschaffenheit ihrer Güter, den Zoll bezahlen. Und dieses be-läuft sich, wie man saget, jährlich auf fünfmal hundert tausend Pfund Sterling. DieAnzahl der Schiffe muß also sehr groß seyn; die kaiserlichen Fahrzeuge ungerechnet, alswelche nichts bezahlen. Verschiedene von den größten Barken des Kaisers, die man Nun«herven nennet, fuhren vorbey, als die Holländer daselbst waren.

Den zisten, des Morgens, verließen sie Su chew, nachdem sie acht Tage lang auf Sie gehe»neue Fahrzeuge gewartet hatten, und bugsierten längst dem Graben hin, welcher bis an dieStadt Chinkyang, an dem großen Flusse Ryang, reichet, und darzu dienen soll, damitdie Schiffe auf dem See Tay, an dessen östlichem Ufer er gegraben ist, der Gefahr nicht softhr ausgesetzet seyn möchten. Auf dem Wege zwischen Ukyang und Su chew ist einesteinerne Brücke von dreyhundert Bögen, durch welche der Graben von dem See Tay ab-gesondert wird. An dieser Brücke hin zieht man die Fahrzeuge mit einem Seile fort. Dennzu dieser Absicht ist dieselbe gebauet worden, damit man nicht genöthigt würde, mit denSchiffen daselbst stille zu liegen.

Etwan eine Meile von der Stadt fuhren sie vor Shu si qmrn m), einem großen Vu fi hye».Dorfe, vorbey. Nachmittage sahen sie zweyhundert von den großen Barken des Kaisersvor Anker liegen. Abends langten sie auf der südöstlichen Seite der Vorstadt von U s! «)an, nachdem sie in allem sechs Meilen zurück gelegt hatten. Dieser Name bedeutet: Man-gel an Zinn. Denn die Chinesen fanden ehemals, an dem Berge Sye, nahe bey Fu sie,eine große Menge von diesem Metalle. Zu Anfange der Regierung des kaiserlichen Hauses

Han

Wen Art, welches auch bey dem Namen diesesPlatzes geschehen ist.

Montanas in Pgilbys China, auf der »79und folgenden Seite.

Allgem. Reisebeschr. V Band.

«-) Bey dem Vgilb)? heißt dieser Ort Xusiguan.Dieses ist die portugiesische Schreibart.

«) Auf der Karte der Jesuiten: Vu si b/en.

Xx