Band 
Fünfter Band.
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292 Reisen nach dem Reiche China.

then nach mögen wohl die Holländer mit euch unter einer Decke liegen, und alsobloß euch zu gefallen hieher gekommen seyn. Allem, wenn man ihre Bewe-v7rIe,i.icM.gungsgründe recht untersuchen wird: so wn d man finden, daß sie auf ihrem

'-.-eigenen Vortheile beruhen. Sie rühmen sich, was für große Raufleure sie

waren: und ich glaube, daß es sowohl ihrer Natur, als ihrem Handel, gemäßist, daß sie sich selbst mir freinden Gütern bereichern.

Der tartarische Vorsitzende Rath wurde über diese Antwort so wohl aufgebracht, alsin Erstaunen gesetzt. Er war der Schwiegersohn eines von den Unterkönigen von Ranton,und durfte sich nicht unterstehen, dessen Willen zuwider zu handeln. Um also einen Versuchzu thun, ob nicht der Jesuit seine Meynung ändern würde, ernannte er drey chinesische Roll,die Sache mehr in geheim mit ihm abzuhandeln. Allein, anstatt daß diese hätten suchensollen, ihn von seiner Meynung abzubringen, bezeugten sie vielmehr eine große Freude, daßer so freymüthig gesprochen hätte. Denn weil sie selbst dieses nicht thun durften: so warensie schon entschlossen gewesen, sich vom Hofe zu entfernen. Hierauf drang der Mönch kühn-lich darauf, daß man den Befehl ändern sollte, und daß man, nach erhaltener Beystim-mung des Hofes, dieserwegen ein Endurtheil abfassen möchte. Und dieses sollte folgendesInhalts seyn: In Erwägung, daß der Raiser Geschenke von den Holländernangenommen harre, sollte man ihn ersuchen, sie wiederum zu beschenken. AlleinVerträge mir ihnen einzugehen, und ihnen einen Zurrirc bey Hofe zu gestatten,wäre den alten Gewohnheiten dieses Raiserthums nicht gemäß. Hierauf wurde allesstille. Als nun dem ungeachtet einige Tage hernach ein Befehl ausgefertiget wurde, wor-innen man nur etwas weniges geändert hatte: so wollte unser Jesuit von dem ältesten chine-sischen Roll die Ursache hiervon wissen. Als dieser sah, daß der Jesuit fest hierauf bestund:so bath er ihn, er möchte sich nur zufrieden geben, und sagte, die Handlung würde denHolländern abgeschlagen werden: nur wollte er, daß dieses durch allgemeine Uebereinstim-mung bekräftiget werden sollte, damit man allerhand nachtheilige Urtheile bey einzelnen Per-sonen vermeiden möchte.

in der Ver- An eben diesem Tage kam der Vorsitzende Rath /) zu dem Mönche Adam, um sichsammlung. mit ihm wegen der Sache der Holländer zu berathschlagen. Der Jesuit ermähnte ihn, indemjenigen, was er vornähme, sehr behutsam zu gehen. Denn er hätte eine geheime Un-terredung mit dem Kaiser gehabt, und Seine Majestät hätten den Roll Befehl ertheilet,mit ihm dieserwegen zu Rathe zu gehen; und des Kaisers Wille wäre, daß sie seiner Mey-nung auf das genaueste beypflichten sollten. Der Vorsitzende Rath erwiederte, er wollte ihnenzureden, daß sie sich zufrieden stellten. Der Kaiser sollte den Holländern Geschenke reichenlassen, ihnen aber keine Freyheit zu handeln gestatten. Die Holländer, spricht derJesuit,verzweifelten an der Genehmhalcung des Raisers zu ihrem Besten, ohne meineEinwilligung: und an dieser verzweifelten sie noch weit mehr. In wenig Ta-gen wird der Befehl bekannt gemacht werden.

Der Brief von dem Generale zu Batavia an den Kaiser, und an die Unterkönige zuRanron, langte erstlich unversiegelt, und ohne das geringste Zeichen einiges Unterschiedes,an, als ob er an einen von seinen guten Freunden, oder an seines gleichen, geschrieben wäre.Allein, die Chinesen zu Ranron putzte« und schmückten ihn dergestalt aus, daß er zu Peking

als

/) Diese« muß der ebengemeldete Tartar seyn.