Band 
Fünfter Band.
Seite
399
JPEG-Download
 

XIV Buch VI Capitel. Z99

welche verlangten, die Statisen sollten ihnen ihre wahren Absichten bekannt machen. Des 16 2 zAbends gieng er fort, mit dem Versprechen, das äußerste, was er könnte, zu Beylegung dieses VanRechte-Zwistes zu thun, und brachte es wirklich so weit, daß man den Holländern verstattete, mit . *en.ihren beyden leichtesten Schiffen den Fluß hinauf zu gehen, und mit den chinesischen Beam-ten daselbst Unterhandlungen zu pflegen.

Diese Nachricht brachte ihnen eben der Kaufmann den i4ten, worauf beyde Jachten Vergleichs-nach Gwangans vorrückten, und zwischen diesem Eylande und dem festen Lande ankerten, ""ikel.Hierauf kam ebenderselbe wieder, mit dem Verlangen, es sollten zween oder drey Hauptleuteanö Land gehen, sich mit den Großen zu unterreden. Dieses aber schlugen sie aus, unter demVorwande, ihre Dollmetscher taugten nicht viel, und es würde besser seyn, wenn zweenoder drey Mandarinen zu ihnen kämen. In kurzem stellten sich ihrer drey mit Beglaubi-gungsbriefen vom To rok ein, des Inhalts, daß alles, worüber sie sich verglichen, genausollte erfüllt werden. Also ward ein Vergleich auf ein Jahr geschloffen, vermöge dessen dieChinesen den Statisen nach Tap rvan so viele Seidenzeuge, als sie verlangten, bringensollten. Während des damaligen Nordmonsons sollten vierzig oder fünfzig Junten, mitSeidenzeugen und andern Waaren beladen, unter einer Bedeckung nach Batavia gehen,und einen Mandarin zu Schließung eines beständigen Bündnisses mit dem holländischen Ge-nerale mitnehmen; der Befehlshaber Reperß, sollte in einem Schreiben, die Nothwendig-keit, die piscadoren zu verlassen, vorstellen, welche die Chinesen pe kou oder Po hou m)heißen, wenn man einen Vergleich erhalten wollte: während des Stillstandöjahres, soll-ten die Chinesen keine Junten nach den Manillen, Cochinchina, Ramboya, Gram,

Iainbi und Andriegery senden, oder den Statisen erlaubt seyn, solche wegzunehmen.

Nachdem diese Artikel ausgemacht waren: so verlangten die Chinesen, es sollten zween Treulosigkeitoder drey Hauptleute vor dem To cok dieselben beschwören, und erbothen sich, drey Manda- der Chinesen,einen als Geiseln, da zu lassen. Diesem gemäß kamen den i?ten drey Mandarinen, mit ihremganzen Gefolge, und zween blauen weiß durchwirkten Standarten, als des To toks Lieberey,an Bord. Sie brachten auch drey Pfeile, die sie Zeichen der Treue nannten. Nachdemsie dem Reperß gemeldet hatten, der To rok und die andern Mandarinen waren bereit, sogieng er mit noch zweenen Hauptleuten anö Land, wo man ihn in großer Pracht nach desTo rok Pallast führte. Unweit der Schaluppe setzten sie vier Tafeln mit Orangen, Kuchen,chinesischem Biere und Obste. So bald sie gespeist hatten, wollte der Befehlshaber so gleichwieder an Bord gehen: man bath ihn aber zu verziehen, bis noch ein anderer Mandarinkäme, mit ihm zu essen: allein, weil er erfuhr, daß dieser Mandarin von Soldaten begleitetwürde, so eilte er desto mehr hinweg. Des Abends wurden Körbe mit Kuchen, chinesischemBiere, Confecte und andern Erfrischungen, an Bord geschickt, nebst einem Pfeile, anzuzei-gen, daß sie für die Bootsleute gehörten. Diejenigen aber, die solche zu sich nahmen, befan-den sich sehr übel darauf und gaben bald kenntlichen Gift von sich.

Mittlerweile blieben die Mandarinen als Geiseln da, und dieAbgeordneten in der Scha- Sie fallen dieluppe. Weil die Leute auf dem Lande sehr beschäfftigt zu seyn schienen, so sagten die Chine- holländischensen, sie feyerten diesen Tag, wegen Bestätigung des Vergleichs, und jeder von den Man- schiffe an.bannen nöthigte dieAbgeordneten, ihm ein Zeichen der Einwilligung zu geben, und mit

M) Vielmehr Pong hv.

ihm