XIV Buch VII Capitel. 407
bey den Christen, und dieß war die Ursache meines Unglücks. Er segelte den i6zzFluß neun Tage lang mit diesen tartarischen Soldaten hinauf, und versichert, sie hat- ttavarette.ten nicht höflicher seyn können, wenn sie gleich gute Katholiken gewesen wären. Diesen' ^
ganzen Weg hin gab er niemanden das geringste, sondern wenn er kleine Geschenke empfing,so erwiederte er solche, und wenn er nichts wieder zu schenken hatte, ließ er sich nicht bewe-gen , einen Bissen Brodt zu nehmen. Dieß ist eine allgemeine Gewohnheit durch das ganzeKönigreich. Sie kamen zu dem Flusse, wo die Wasserkünste sind. -
Aus Mangel des Geldes reiste er zu Fuße, wo kein Fluß war. Als er eines Tages, Die Ungläu-da er einen hohen Berg hinaufstieg, sehr ermüdet war: so kam ihm der Hauptmann, mit bigen sindeinigen Soldaten, die zu Bewachung des Weges, in einem guten Hause, oben auf dem Gi- ihm behulstpfel lagen, beym ersten Anblicke entgegen, und führte ihn bey der Hand sehr höflich hinein.
Er befahl sogleich Cha (oderThee) zu bringen, und fragte seine chinesischen Begleiter, wieer auf diese Art zu reifen käme? Er bedauerte es sehr, daß er war bestohlen worden, undnahm mit vieler Höflichkeit Abschied. tHavarette gieng durch solche Güte sehr aufgerichtetwieder fort: der rauhe Weg hinunter aber machte ihn fast lahm. Als er an eines Un-gläubigen Haus kam, (denn er fand nicht eher Christen, als zu Ls kyen) fiel er ohnmäch-tig nieder.
Er erstaunte über seines Wirthes sorgfältige und fleißige Wartung. Man hätte ihm Leutseligkeitin keiner spanischen Stadt mehr zu Gefallen thun können. Er aß etwas junge Hühner, derChinesen.und bekam wieder Kräfte. Dieser Mann räumte ihm diese Nacht über sein Zimmer undsein Bette ein, welches sehr gut war, und wollte nichts für die Bewkrthung nehmen. Dieses,saget er, ist sehr viel unter Ungläubigen r). Er fährt fort: ich habe es schon gesagt,und muß es noch tausendmal wiederholen, daß diese Marion alle andere, hier-inn, und in einigen andern Stücken übertrifft.
Den folgenden Tag mußte er durch einen breiten Fluß bis an die Knie im Wasser gehen,daß ihn durch und durch fror. Er ward auch, nebst seiner Gesellschaft, durch den Anblickeines Tygers, erschreckt, der so groß als ein starkes Kalb war, und auf einer Anhöhe hartan dem Wege lag. Sie kamen diesen Tag zu einer prächtigen und volkreichen Stadt, aneinem großen Flusse, auf welchem sich Schiffe zu taufenden befanden. Die Leute waren inUnruhe, weil sich eine Räuberrotte daherum befand. Sie führten gegen die Seechinesen/),die sich den Tartarn nicht unterwerfen wollten, sehr heftig Krieg. Als sie bey Nacht ganzheimlich in ein Boot gekommen waren, segelten sie gegen Morgen den Fluß hinunter, undsahen beständig viel und mancherley Schiffe. Des Abends ankerten sie unter den Mauernvon Chan chew
Diese Stadt ist in China sehr berühmt. Alle Chinesen, die nach Manilla handeln, Chans chewkommen daher, und werden deswegen von den Spaniern verderbt, Chincheos F) genannt. <u-Es ist ein Theil von der Provinz Fo kyen, und kostete dem Tarkar, als eine starke und wohl-besehte Gränzfestung sehr viel. Er nahm es einmal ein, verlohr es aber wieder an die Chine-sen von Aabello ü), die sich doch darauf der Uebermacht von neuem unterwerfen mußten.
Mit Anbruche des Tages verließen sie das Boot, und giengen um einen großen Theilder Stadt herum, da sie sich unversehens in der längsten, schönsten und volkreichsten Straße, -
die
/) Oder die Chinesen von Rabello. Dieß sind der holländischeGesandtschast so oft erwähnet worden,die Rormganer. F) und die Stadt Lhin cheo und Lhin chew.
D Lhang chew fu in Fokyen, dessen vorher in Die Roxinganex oder Gne sing.