Band 
Fünfter Band.
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408
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L7gr>aretke.

Furcht ohneGefahr.

Sven chewfu.

Wunderbare

Brücke.

403 Reisen nach dem Reiche China.

die er je gesehen hatte, befanden; er erstaunte aber, daß er alle sagen hörte: das ist einPater vor» Manilla. Und in Betrachtung, wie übel die Soldaten zu Manilla mit denChinesen umgehen, war das geringste, was er erwartete, eine gute Tracht Schläge. Eceilte fort, der eingebildeten Gefahr zu entrinnen, und es kam ihm vor, die Straße hättekein Ende. Sie war nicht viel kürzer, als eine halbe Seemeile, und mit artig gebauten stei-nernen Bogen, zwanzig Schritte weit von einander geziert. Als ein Haufen Reuter , mitviel Lärmen und sehr unordentlich, aus der Stadt zogen, wußte er nicht, wie es ihm gehenwürde r). Eine einzige Herberge konnte sie nicht enthalten, und was das schlimmste war,so mußten sie in einem großen gemeinen Boote über einen Fluß zusammen setzen. UnserMissionär gieng sehr bestürzt hinein; und es befanden sich viel Leute am Ufer, welche die Au-gen nicht von ihm wandten. Ja er mußte zwo Stunden warten, ehe das Boot voll war.Sie giengen drey oder vier Meilen den Fluß hinunter. Als er aber am Lande war, kam esihm vor, als befände er sich in einer andern Welt.

Nachdem er etwa zwo Meilen gereist hatte, so traf er den größten und dem Ansehennach wildesten Chinesen an, der ihm je vorgekommen war, und gleichwohl für ihn ein vonGott zugeschickter Engel ward. Er tröstete ihn, und gab ihm durch Zeichen zu verstehen,er sollte freudig seyn und nichts fürchten; denn, sagte er, ich will für euch sorgen. Wosie einkehrten, gab er ihm den besten Platz, setzte ihn bey der Mahlzeit zur rechten Hand,und gab ihm die besten Bissen. Kurz, er sorgte für ihn als ein Beschützer oder Vormund,plavarette hat nie keinen Mann von bessern» Gemüthe angetroffen. Zween Tage daraufkam ein anderer zu ihm, der eben so gutherzig war.

Als stein die Stadt Sven chew ö) kamen, so erstaunte unser Verfasser über dieWeitläuftigkeit dieses Ortes. Er schien von einer Höhe wie eine kleine Welt. Als der Tartarden Ort einnahm, so waren die Mauern zerstört worden, und er ließ solche wieder auf-bauen. In zwey Jahren kam man damit zu Stande: HTavarette hält aber dafür, es wäre füreinen europäischen Fürsten unmöglich gewesen, solches'in vier oder fünfJahren zu endigen. Siehaben Bollwerke und Courtinen, wie die europäischen Festungswerke /). Weil sie unter denMauern, quer durch den schmälsten Theil hingiengen, so zahlte er das Geschütz, und wieer bis über siebenzig rvar, und fand, daß er noch nicht die Halste zurückgelegt hatte, so hörteer auf. Um das Jahr »66z stiegen die Fluchen so hoch, daß sie die Mauern überschwemm-ten, und einen großen Theil der Stadt unter Wasser setzten. >»).

Ungefähr zwo Meilen unter Sven chew kamen sie zu der berühmten Brücke, Es jang «),die ihren Namen von dem benachbarten Hasen hat. plavarette erstaunte bey ihrer Erbli-ckung. Aay jang, ein Statthalter, hatte sie über einen schiffbaren Arm der See gebaut,in dem viel Leute untergegangen waren. Sie war ein tausend dreyhundert und fünf undvierzig Schritte des Verfassers lang, ob er solche gleich groß »nachte; und steht auf etwandreyhundert viereckichten Pfeilern. Die Zwischenräume sind nicht gewölbt, sondern stach,und jeder mit schönen Steinen bedeckt, etwan eilfSchritte lang. An den Seiten sind artigeZierrachen, »nit Kugeln, Löwen, und Pyramiden, in gleichen Weiten, besetzt. Alles ist

O Schicket sich dieses Schrecken bey der gering-sten Gefahr wohl zu dem Eifer um die Märtyrer-krone, den diese Missionarien vorgeben?

ä) Oder Sivn chew, welches einerley ist mit

Swen chew fu, einem berüPntey vorhin in derhvlländiichen Gesandte» Reuen erwähnten Hafen.

/) Im r Buche »z Cap. saget er: sie wären anStärke, Schönheit und Größe mit den besten inder Wett zu vergleichen.