422 Reisen nach dem Reiche China.
1669 machte. Zu des Verfassers Zeiten ermordeten sie den Geistlichen an der großen Kirche,wieNavarette. sie einige Jahre zuvor einem in Siam auch gethan hatten. Um eine Probe von der Beschaffen-
'--—"heit ihrer Geistlichkeit zu geben, meldet er hier, der Priester zu Makassan , der mit den
Holländern sehr vertraut war, habe ihnen erzählt, er hatte zwo Töchter zu Hause, und seinVorgesetzter eine ^).
Wie sie Ma- Es wird nicht undienlich seyn, des Navarette Nachricht von Ma kau dasjenige bey-kau bekomm zufügen, was der portugiesische Geschichtschreiber, de Faria, davon meldet. Die Portugiesen,haben. saget er, die in den Jahren 1542 und 1545, bey der Zerstörung der Städte r) Liamps (odert 7 rtng po)und Lhin cheo (oder Lhangchew) davon gekommen waren, hielten sichbis 1557, in der Insel Lampazau auf, da sie die C^tadt Ma kau, die größte, die sie inAsien haben, nächst Gc>a, erbauten. Dieses geschah folgendermaßen; sie besuchten dasEyland Gau chrvan, der Handlung wegen, und hielten sich daselbst in Hütten von Baum-ästen, mit Segeln bedeckt, auf. Achtzehn Meilen davon, lag eine andere Insel Gau j han i)naher an der Küste. Dieses Eyland war wild und bergigt; daher es den Räubern diente,von daraus das feste Land zu beunruhigen. Die Chinesen hatten zwar die Portugiesen zwey-mal vertrieben, hielten sie aber doch für ein erträglicher Uebel, als jenes Gesinde!, und bothenihnen das Eyland an /), wenn sie dieses Diebsgeschlechte ausrotten könnten, welches sie auchohne Verlust eines Mannes bewerkstelligten. Da das Eyland solchergestalt gereinigt war,so sing ein jeder an zu bauen, wo es ihm am besten gefiel m); weil damals kein Eigen-thümer vorhanden war, ihnen Land zu verkaufen, ob solches gleich nachgehends in sehr ho-hem Preise gehalten wurde er). Als der Handel und Ruhm dieser Stadt wuchs, so hattendie Holländer allezeit ein Auge auf sie.
Ihre Ein- Sie enthält etwa tausend portugiesische Einwohner, die alle reich sind 0), und unter diewohner und besten in Indien gehören, weil es hier viel reiche Frauenzimmer giebt, und sich daher vielReichthum. Vornehme nach dieser Stadt begeben, daselbst zu heirathen. Eine große Menge christlicherChinesen lebet hier auf portugiesische Art; sie gehen auch so gekleidet. Ungläubige, welche Künst-ler, Krämer und Kaufleute sind, befinden sich etwa sechstausend allhier. Sie haben einenBischof und einen Richter. Die Abgaben von den Schiffen, die von hier nach Japanhandeln, sind zehn von hundert, und belaufen sich auf drey hundert tausend Tcraphinen/>).Die jährlichen Unkosten der Stadt, ihre Festungswerke und Besatzung zu unterhalten, sindetwa vierzigtausend Ducaten. Bey der Messe zu GLuang chew oder 2 xamc>n, wird ebenso viel an Zoll, zu sechs und sieben von hundert entrichtet. Die Reise nach Japan mitGesandtschaften und Geschenken an den König und die Tonos, kostet fünf und zwanzig tau-send Ducaten. Das Haus la Mjstpicordia giebt acht oder neun tausend in Liebeswerkenaus. Die Stadt unterhält zwey Hospitäler, drey Pfarrkirchen, fünf Klöster, wobey bestän-dig Allmosen an die nothdürstigen Christen, in China, Apnam, Japan, Tong kiiiA,Rochin china, Ramboja und Siam, geschickt werden.
/>) i 7 avarette auf der 260 und folg. Sekte,r) Von dieser Zerstörung, welche die Portugie-sen selbst diesen Städten zugezogen haben, meldetde Faria in seinem portugies. Asta III Band aufder 37 u- f. S. und lZ8 Seite.
ö) In der Grundschrift: Guarama. Gaushan heißt das Eyland Gau.
/) Navarctre saget, die Einwohner gäben dasvor, aber die Chinesen und Tartarn leugneten es.
-») Daher warb die Stadt, nach L7avarettesBemerkung, sehr unordentlich.
») Ebenderselbe Verfasser jaget, aufs beste wä-ren sie den Chinesen gleich, von denen keiner einen
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