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Fünfter Band.
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Reisen nach dem Reiche China.i68? Der I Abschnitt.

le Lomte.

'—-—^ Reise von Siam nach Ning po fu in China.

Ankunft zu Siam. Abreist. Sie müssen wieder Ning po. Sie kommen vor den Mandarinen,zurück. Verschwörung in Siam. Sie segeln Man verstattet ihnen zu landen. Der Un-nach China ab. Abergläubische Gebrauche, terkönig ist nicht zufrieden. Sie wenden sichOpfer. Gefahr von einem Wirbelwinde. Be- an den Verbiest. Man höhlet sie nach Hofe.unrnhignng wegen der Seeräuber. Ankunft zu Große Dürre. Jesuitischer Stolz.

Ankunft zu (Ludwig der XIV hatte sechs Jesuiten, unter dem Titel seiner Mathematiker, nach China

Siam.' ° ^ zu gehen verordnet, damit sie bey dem Unterrichte in diesen Wissenschaften Gelegenheit

haben möchten, den römischen Glauben auszubreiten. Sie segelten im Anfange des Jahrsi68;,am Borde des Schiffes ab, in welchem Herr de Chaumont,als Gesandter, nach Si-am gieng. Bis dahin war ihre Reise glücklich: aber sie wurden in diesem Lande fast einJahr aufgehalten, weil sie die beste Zeit im Jahre, zu Ausführung ihrer Absichten, erwar-ten mußten.

Der König von Siam war bey ihren astronomischen Wahrnehmungen bey seiner Resi-denz zugegen. Wie er aber über alles, auch die Richtigkeit, mit der sie eine Mondfinsternißvorhersagten, bewunderte, so gerieth er auf die Gedanken, siegn seinem Hofe zu behal-ten. Allein, auf erhaltene Nachricht, was sie für Befehle hätten, willigte xr ein, daß vierevon ihnen nach China gehen möchten, mit dem Bedinge, Tachard sollte nach Frankreichzurückgehen, und bey dem Könige um mehr Mathematiker ansuchen, einer aber indessenbey ihm bleiben. Tachard gieng also nach Europa, und le Comte blieb in Siam, daLontaney, Gerbillon, de Visdelyu und Bouvec nach Ma kau zu Schiffe giengen.

Abreist. Tachard kam mit den Gesandten aus Siam glücklich zu Paris an: aber die nach

China gesegelt waren, wurden in wenig Tagen von einem Sturme überfallen, der ihreReise hinderte. Das Schiff ward durch den Sturm läck, und kam mit großer Mühe un-ter eine Insel, unweit Rassomet, einer Provinz von Siam, die an Rambosa gränzet.Die Miffionarien giengen hier ans Land, und beschlossen, zu Lande nach der Hauptstadt zu rei-sen, daselbst an Bord eines englischen, nach Rankem bestimmten, Schiffes zu gehen, wel-ches im Anfange des Augustmonats absegeln sollte. Sie giengen in die Wälder, in Hoff-nung , Städte und Wegweiser anzutreffen, verirrten sich aber bald. Weil die großen Re-gen eine Ueberschwemmung verursacht hatten: so giengen sie barfuß, durch die unter Wasserstehenden Felder, und wurden von unzähligen Muskitos und Blutigeln gequält, und warenin beständiger Furcht, vor Schlangen , Tygern, Büffeln und Elephanten, von denen dieWälder voll find.

Sie müssen Ihr größtes Elend war Hunger, durch den sie unstreitig umgekommen wären, wenn sie

wieder zurück. endlich ein kleines Dorf angetroffen hätten, dessen Einwohner sie zu ihren Schiffenzurück führten. Sie langten daselbst, nach einer vierzehntägigen Wanderschaft, halb todtvor Müdigkeit und Hunger an, und kehrten zur See wider nach Siam. Während ihrer

Abwe-

") Unweit dem Vorgebirge Ronroritt, in der und man beschuldigte die Jesuiten, sie hätten ihndießseitigen Halbinsel von Indien.- angereizt, nach dem Throne zu streben, damit er

6) Lonsiance ward nachgehend« hingerichtet, das Pabstthum einführte.